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Wirtschaft

Studie: Immer mehr Dax-Aktien in ausländischer Hand

Bei Deutschlands Top-Konzernen wird im Schnitt jede zweite Aktie von Investoren im Ausland gehalten - Tendenz steigend.



Aktienmarkt
Blick in den Handelssaal der Frankfurter Wertpapierbörse. 55 Prozent der Anteile der 30 Konzerne in der ersten deutschen Börsenliga lassen sich Anlegern aus dem Ausland zuordnen.   Foto: Arne Dedert/Archiv

Ausländische Investoren haben ihr Engagement im Deutschen Aktienindex im vergangenen Jahr in Summe weiter erhöht.

55 Prozent der Anteile der 30 Konzerne in der ersten deutschen Börsenliga lassen sich Anlegern aus dem Ausland zuordnen, wie eine am Mittwoch veröffentlichte Übersicht des Beratungsunternehmens EY ergab. Ein Jahr zuvor waren es noch etwas weniger mit 54,5 Prozent.

Unter den ausländischen Aktieninhabern sind Investoren aus dem europäischen Ausland am stärksten vertreten: Durchschnittlich ein Viertel (26 Prozent) der Aktien eines Dax-Konzerns befinden sich im Besitz von Anlegern aus dem europäischen Ausland. Gut jede fünfte Dax-Aktie (22 Prozent) wird in den USA bzw. Nordamerika gehalten.

19 der 30 Dax-Konzerne sind demnach mindestens zur Hälfte im Besitz ausländischer Aktionäre. Sie kassieren damit auch den Löwenanteil der Rekordsumme von 36,5 Milliarden Euro, die die Unternehmen in diesem Jahr für das vergangene Geschäftsjahr an Dividenden ausschütten.

Dagegen sank der Aktienanteil von Investoren aus Deutschland im Dax binnen Jahresfrist um 1,1 Punkte auf 33,2 Prozent. Die restlichen knapp 12 Prozent der Anteile lassen sich EY zufolge nicht zuordnen.

Dass zunehmend Kapital aus dem Ausland in hiesige Konzerne fließt, obwohl deren Geschäfte zuletzt zum Teil enttäuschten, wertet Mathieu Meyer, Mitglied der EY-Geschäftsführung, als Vertrauensbeweis in die Zukunftsfähigkeit der Unternehmen. «Gerade die Industrie - der Maschinenbau, die Autoindustrie - befindet sich in einem tiefgreifenden Umbauprozess, der mit steigenden Investitionen, sinkenden Margen und rückläufigen Dividendenzahlungen einhergeht», führte Meyer aus. Dennoch hätten ausländische Anleger ihr Engagement bei allen vier Automobil- bzw. Zulieferunternehmen im Dax erhöht.

Insgesamt verzeichnet EY bei 16 der 30 Dax-Konzerne im Geschäftsjahr 2018 einen Anstieg des Anteils ausländischer Investoren - allen voran beim Pharmakonzern Merck (plus sieben Prozentpunkte) und beim Sportartikelhersteller Adidas (plus sechs Prozentpunkte). Bei 10 Dax-Unternehmen verringerte sich der Anteil im Vergleich zum Vorjahr - am stärksten bei der Deutschen Börse um sechs Prozentpunkte.

Die Deutsche Börse gehört dennoch zu den fünf Konzernen im Dax, bei denen ausweislich der aktuellen Geschäftsberichte mehr als 70 Prozent der ausgegebenen Aktien in ausländischer Hand sind. Außerdem ist dies bei Adidas, Linde, Infineon und Bayer der Fall. Am geringsten ist der Anteil ausländischer Aktionäre beim Konsumgüterkonzern Henkel (26 Prozent) und bei der Lufthansa (30 Prozent).

In den Kontrollgremien deutscher Top-Konzerne spiegelt sich die Bedeutung von Aktionären außerhalb Deutschlands nach EY-Beobachtung bislang jedoch nicht überall entsprechend wider. «Obwohl die Mehrzahl der Dax-Aktien in ausländischem Besitz ist, waren im vergangenen Jahr nur 29 Prozent der Dax-Aufsichtsratsmitglieder auf der Kapitalseite Ausländer», stellte Meyer fest.

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dpa

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Veröffentlicht am:
26. 06. 2019
12:22 Uhr

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Veröffentlicht am:
26. 06. 2019
12:22 Uhr



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