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Wirtschaft

Studie: Billigflüge in Deutschland rarer und teurer

Ganz billig gibt es nur selten: Flugtickets für unter 10 Euro tauchen vor allem in der Werbung auf. Tatsächlich liegen die Preise für einen Flug ohne jegliche Extras aber deutlich höher.



Billigflüge teurer
Billigflüge aus Deutschland werden laut einer Studie seltener.   Foto: Frank Rumpenhorst/dpa

In Zeiten von Fridays for Future und weltweiten Klimaprotesten geraten umweltschädliche Flugreisen immer stärker in die Kritik. Dass in diesem Sommer in Deutschland weniger Billigflieger abhoben, hat aber offenbar wenig mit einem so genannten Greta-Effekt zu tun.

Das Flugangebot sei im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um ein Prozent zurückgegangen, berichtete das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR). Grund sei vor allem ein Überangebot 2018 nach der Pleite von Air Berlin gewesen.

Untersucht wurde eine typische Woche im Juli mit 6680 angebotenen Flügen. Einige zusätzliche Verbindungen habe es nach Italien gegeben, während die Gesellschaften im innerdeutschen Verkehr sowie nach Spanien und Großbritannien weniger Flüge anboten.

Der Angebotsrückgang im hart umkämpften deutschen Markt ist keineswegs typisch für das Geschehen in Europa. Mit mehr als 67.000 Starts in einer typischen Woche wuchs das Angebot auf dem gesamten Kontinent um 4 Prozent vor allem mit zusätzlichen Flügen nach Italien und Griechenland. Der europäischen Marktführer Ryanair/Lauda sowie der Branchenzweite Easyjet bauten ihre Flugpläne aus.

Außerdem sind die durchschnittlichen Preise in Deutschland für ein Flugticket ohne jegliche Extras nach Testkäufen an einem Stichtag im Oktober angestiegen, berichtete das DLR. Grund dürfte das teurere Kerosin sein. Bei den großen Anbietern reicht die Spanne der Durchschnittspreise von 44,10 Euro bei der ungarischen Airline Wizz über rund 55 Euro bei Easyjet und Ryanair bis zu 111,27 Euro, die im Schnitt für ein Ticket bei der Lufthansa-Gesellschaft Eurowings fällig wurden. Vor einem Jahr hatte die Spanne 38 bis 100 Euro betragen.

Mit einem Anteil von 47 Prozent der angebotenen Flüge war die Lufthansa-Tochter Eurowings erneut größter Anbieter auf dem deutschen Markt. Die Ticketpreise schwanken stark je nach Frist der Vorausbuchung. Vereinzelt fanden die DLR-Testkäufer bei Ryanair und Wizz auch die politisch umstrittene Niedrigstpreise von 9,99 Euro für Verbindungen wie Bremen-London und Dortmund-Budapest in drei Monaten ab der Buchung. Da Fliegen das Klima schädigt, stehen gerade extrem billige Verbindungen stärker in der Kritik.

Die Zahl der im Sommer aus Deutschland angebotenen Strecken erhöhte sich leicht um 14 auf 940. Vor allem die ungarische Wizz legte neue Verbindungen von Dortmund auf. Easyjet wuchs vor allem am Berliner Flughafen. Die Airlines gehen sich mit ihren Angeboten immer noch gezielt aus dem Weg: Auf fast neun von zehn Verbindungen ist jeweils nur eine Gesellschaft aktiv. Echte Konkurrenz von mehr als zwei Billig-Airlines herrschte nur auf zehn Strecken vorzugsweise nach Mallorca und Barcelona.

Ryanair bereitet unterdessen vor allem der Ausliefer-Stopp von Boeings Mittelstreckenjet 737 Max Kopfschmerzen. Der Bestseller-Jet ist wegen zwei verheerender Abstürze seit März mit Startverboten belegt. Zum Start des nächsten Sommerhalbjahres dürften Europas größtem Billigflieger allenfalls 20 Max-Flugzeuge zur Verfügung stehen. Ursprünglich hätten es 58 sein sollen.

In diesem Sommer hat das Boeing-Debakel auf das Flugverkehrswachstum insgesamt überschaubare Auswirkungen gehabt: Den Airlines sei es gelungen, 85 Prozent der geplanten 737-Max-Flüge mit anderen Fliegern zu besetzen, heißt es in einer vor wenigen Tagen veröffentlichten Studie der europäischen Flugsicherungsagentur Eurocontrol. Dadurch sei das europaweite Flugwachstum in den Sommermonaten nur um 0,1 bis 0,2 Prozent zurückgegangen. Bis zum Jahresende 2019 werde es aber voraussichtlich um 0,3 bis 0,4 Prozent ansteigen.

Sollte die 737 Max in den kommenden Monaten wieder zugelassen werden, erwarte man bis zum Sommer 2020, «dass der dämpfende Effekt auf das Flugwachstum abnehmen wird».

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dpa

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Veröffentlicht am:
05. 11. 2019
16:40 Uhr

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dpa

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05. 11. 2019
16:40 Uhr



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