Lade Login-Box.
Fotowettbewerb 2020 zum Digital-Abo
Topthemen: Podcast: Offen gesagt#GemeinsamHandelnCoronavirus in ThüringenCorona-Hilfsbörse

Wirtschaft

Stromkonzern Innogy verdient zum Abschied weniger

Erst vor knapp dreieinhalb Jahren war die RWE-Ökostromtochter Innogy mit großen Ambitionen an die Börse gekommen. Doch jetzt zählt das Unternehmen seine letzten Tage. Die Bilanz für das vergangene Geschäftsjahr fiel mäßig aus.



Innogy
Innogy verbucht zum Abschied einen kräftigen Gewinneinbruch.   Foto: Rolf Vennenbernd/dpa

Die vom Energieriesen Eon übernommene RWE-Tochter Innogy hat vor dem Ende ihrer kurzen Lebensdauer einen kräftigen Gewinneinbruch verbucht.

Unter dem Strich ging der bereinigte Gewinn im vergangenen Geschäftsjahr um rund 39 Prozent auf 427 Millionen Euro zurück, wie die Essener am Montag mitteilten. Den Umsatz steigerte das Unternehmen nach angepassten Vorjahreswerten leicht um 0,7 Prozent auf 35,4 Milliarden Euro. Eine Dividende will Innogy für 2019 nicht zahlen. Das war in der Transaktion zwischen Eon und RWE aber bereits eingepreist.

RWE hatte seine Netz- und Ökostromtochter Innogy vor rund dreieinhalb Jahren mit großen Ambitionen an die Börse gebracht. Innogy wurde damals auf einen Schlag zum wertvollsten deutschen Energiekonzern. Doch im März 2018 war die Zukunft des RWE-Hoffnungsträgers bereits wieder vorbei. Die Versorger Eon und RWE, deren Geschäftsmodelle unter großem Druck standen, einigten sich auf einen spektakulären Deal. Eon kaufte Innogy, behält das Netz- und Endkundengeschäft und reicht die erneuerbaren Energien und die eigene Ökostromproduktion an RWE weiter.

Inzwischen ist die Transaktion so gut wie abgeschlossen. Eine Innogy-Hauptversammlung hatte kürzlich beschlossen, die verbliebenen freien Aktionäre gegen eine Abfindung aus dem Unternehmen zu drängen. Eon hält damit 100 Prozent der Innogy-Aktien. Im Jahr 2022 soll die Fusion Synergien von 740 Millionen Euro einbringen, 2024 sollen es 780 Millionen Euro sein.

Mit Innogy hat sich Eon aber erhebliche Probleme in Großbritannien ins Haus geholt. Dem Stromversorger machen dort neben einem scharfen Wettbewerb auch regulatorische Vorgaben wie Preisobergrenzen zu schaffen. Eon hat im Vereinigten Königreich eine eigene Vertriebsgesellschaft, die ebenfalls unter Problemen leidet. Beide Unternehmen werden zusammengelegt, mehrere Tausend Stellen sollen gestrichen werden.

Auch in Deutschland ist die Übernahme von Innogy durch Eon mit einem Personalabbau verbunden. Bis zu 5000 Stellen sollen in dem fusionierten Unternehmen sozialverträglich wegfallen. Es gebe aber auch große Chancen, neue Beschäftigung aufzubauen, hat Eon-Chef Johannes Teyssen versichert.

Was die Megafusion für die Verbraucher bedeutet, ist umstritten. Immerhin haben Eon und Innogy in Deutschland zusammen mehr als 13 Millionen Strom- und Gaskunden. Im vergangenen Jahr habe Innogy die in Deutschland gestiegenen Netzentgelte und Großhandelspreise nicht vollständig an die Kunden weitergeben können, hieß es in der aktuellen Mitteilung des Unternehmens.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
23. 03. 2020
10:38 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Aktionäre Alternative Energien Energiewirtschaftsunternehmen Eon AG Gewinneinbrüche Innogy Johannes Teyssen RWE AG Stromkonzerne Stromversorger Unternehmen Versorgungsunternehmen Wertpapierbörsen
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Eon-Logo

02.06.2020

Eon schluckt Innogy - Milliardendeal abgeschlossen

Der Energieversorger Innogy mit seinen rund 8 Millionen Kunden in Deutschland ist jetzt endgültig Teil des Branchenführers Eon. Eon-Chef Johannes Teyssen frohlockt. Vergleichbares habe es in Deutschland seit langem nicht... » mehr

Innogy

04.03.2020

Zerschlagung von Innogy auf der Zielgeraden

Vor knapp dreieinhalb Jahren war die RWE-Ökostromtochter Innogy mit großen Ambitionen an die Börse gekommen. Doch jetzt zählt das Unternehmen seine letzten Tage. Aktionäre sind verärgert. » mehr

Innogy

27.05.2020

Versorger wollen Eon-RWE-Deal vor Gericht zu Fall bringen

Die früheren Rivalen Eon und RWE haben ihre Geschäfte neu aufgeteilt und kommen sich auf den Energiemärkten nicht mehr in die Quere. Die EU-Kommission hat dazu ihren Segen gegeben. Einige kleinere Versorger wollen sich n... » mehr

Datteln 4

26.06.2020

RWE will keinen Strom aus Datteln 4

RWE will zu einem führenden Erzeuger von Ökoenergie werden. Strom aus dem neuen Steinkohlekraftwerk Datteln 4 passt da nicht ins Bild. Deshalb will Konzernchef Schmitz einen alten Vertrag loswerden. » mehr

RWE-Tower

14.11.2019

Gute Geschäfte bei RWE: Konzern hebt Prognose erneut an

Der Braunkohleverstromer RWE hat finanziell schwere Zeiten hinter sich. Nach dem Einstieg in die erneuerbaren Energien sieht sich der Stromversorger aber für die Zukunft gerüstet. Aktuell geholfen hat auch eine Entscheid... » mehr

RWE und Eon

17.09.2019

Brüssel erlaubt Deal zwischen RWE und Eon unter Auflagen

Es ist einer der spektakulärsten Deals der vergangenen Jahre: Die beiden Platzhirsche der Strombranche, Eon und RWE, stecken ihre Reviere neu ab. Die EU-Wettbewerbshüter stellen Bedingungen - doch reichen diese? » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Motorradunfall Streufdorf Streufdorf

Motorradunfall Streufdorf | 04.07.2020 Streufdorf
» 8 Bilder ansehen

Kellerbrand Benshausen Benshausen

Kellerbrand Benshausen | 03.07.2020 Benshausen
» 10 Bilder ansehen

Autokino Konzert mit der Band Die Letze Rettung Meiningen

Autokino Konzert | 27.06.2020 Meiningen
» 24 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
23. 03. 2020
10:38 Uhr



^
OK

Diese Webseite verwendet u.a. Cookies zur Analyse und Verbesserung der Webseite, zum Ausspielen personalisierter Anzeigen und zum Teilen von Artikeln in sozialen Netzwerken. Unter » Datenschutz erhalten Sie weitere Informationen und Möglichkeiten, diese Cookies auszuschalten.