Lade Login-Box.
Corona Newsletter
Topthemen: Coronavirus in ThüringenCorona-HilfsbörseFreies Wort hilftFolgen Sie uns auf Instagram

Wirtschaft

Stihl: E-Autos setzen sich im Überlandverkehr nicht durch

Hans Peter Stihl hat den eigenen Familienbetrieb zu einer Weltmarke bei Motorsägen gemacht und war lange einer der mächtigsten deutschen Wirtschaftsbosse. Doch den großen Autofirmen vertraut er inzwischen kaum mehr.



Unternehmer Hans Peter Stihl
Als Familienunternehmer machte Hans Peter Stihl den gleichnamigen Motorsägenhersteller aus Waiblingen zu einem milliardenschweren Unternehmen, ehe er sich vor einigen Jahren aus dem operativen Bereich zurückzog.   Foto: Tom Weller/dpa

Der frühere Unternehmer und Wirtschaftsführer Hans Peter Stihl glaubt nicht, dass sich E-Autos flächendeckend in Deutschland durchsetzen.

Batteriefahrzeuge seien zwar für den Stadtverkehr, keinesfalls aber für den Überlandverkehr und längere Strecken geeignet, sagte der 87 Jahre alte Familienunternehmer der Deutschen Presse-Agentur. Auch im Lkw-Verkehr seien Batteriefahrzeuge aufgrund der großen Distanzen chancenlos. «Von daher werden auch in den nächsten zehn Jahren noch jede Menge Fahrzeuge mit Hubkolbenmotoren fahren, und die werden dann gegebenenfalls vermehrt mit synthetischen Kraftstoffen angetrieben.»

Die Elektromobilität spielt eine zentrale Rolle im Klimaschutzprogramm der Bundesregierung, mit dem die Klimaziele 2030 vor allem im Verkehr erreicht werden sollen. In den kommenden Jahren sind auch deutlich mehr Elektroautos notwendig, damit die Hersteller strengere Klimavorgaben der EU einhalten können.

Stihl warf den Autoherstellern vor, es mit den Reichweitenangaben für E-Autos nicht genau zu nehmen. «Wenn Sie heute von Automobilherstellern hören, die sagen, die Reichweite von neuen Batterieautos betrage 400 Kilometer, dann versuchen Sie mal, diese 400 Kilometer bei widrigen Bedingungen - im Winter nachts bei Regen - auch zu realisieren. Nach spätestens 250 Kilometern werden Sie mit leerer Batterie dastehen», sagte Stihl. «Die Batterien werden sicherlich leistungsstärker in den nächsten Jahren, aber die Differenz zur Leistungsfähigkeit von Benzin bleibt riesig.»

Viele deutsche Autohersteller hätten «einen Riesenfehler gemacht, als sie ihre Autos mit dieser Betrugssoftware in den Markt gebracht haben», sagte Stihl in Anspielung auf illegale Abschaltvorrichtungen zur Abgasmanipulation. Nun machten viele Hersteller erneut einen großen Fehler, «wenn sie jetzt behaupten, ein Batterieauto fahre 400 und mehr Kilometer - das macht es nämlich nicht». Das störe ihn als Techniker enorm.

Stihl war von 1988 bis 2001 Chef des Deutsche Industrie- und Handelstags, dem heutigen Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK). Als Familienunternehmer machte Stihl den gleichnamigen Motorsägenhersteller aus Waiblingen zu einem milliardenschweren Unternehmen, ehe er sich vor einigen Jahren aus dem operativen Bereich zurückzog. Die Firma hat weltweit rund 17.000 Mitarbeiter und machte 2018 einen Umsatz von 3,8 Milliarden Euro.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
20. 12. 2019
10:56 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Autofirmen Benzin Deutsche Industrie Deutsche Presseagentur Deutscher Industrie- und Handelskammertag Elektroautos Europäische Union Familienunternehmer Hans Peter Stihl Kraftstoffe Produktionsunternehmen und Zulieferer Stadtverkehr Unternehmer
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Hans Peter Stihl

05.01.2020

Stihl: Gewerkschaften verjagen deutsche Firmen ins Ausland

Der frühere Unternehmer und Wirtschaftsführer Hans Peter Stihl wirft den Gewerkschaften vor, mit horrenden Tarifforderungen die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen zu gefährden. » mehr

Coronavirus - Herstellung von Schutzanzügen

07.03.2020

Coronavirus: Hochbetrieb bei Hersteller von Schutzanzügen

Mit dem grassierenden Coronavirus ist die Nachfrage nach Schutzanzügen sprunghaft gestiegen. Auch Hersteller Dupont produziert bis zum Anschlag. Sein Blick richtet sich nun vermehrt auf Europa. » mehr

VW-Betriebsrat fordert EU-Quote für E-Ladestationen

24.01.2020

VW-Betriebsrat fordert EU-Quote für E-Ladestationen

Der Wandel hin zu digital vernetzten Elektroautos stellt die deutsche Autoindustrie vor große Hürden. Damit die E-Autos aber auch gekauft werden, müssen schnell mehr Ladestellen her, sagt VW-Betriebsratschef Osterloh - u... » mehr

Maschinenbau

27.12.2019

Deutsche Wirtschaft erwartet herausforderndes Jahr 2020

Sinkende Produktion und schwächelnde Exporte: 2019 hat vor allem der deutschen Industrie zugesetzt. Die Aussichten für das kommende Jahr sind mau, aber nicht gänzlich hoffnungslos. » mehr

Wirtschaftsminister Altmaier

06.03.2020

Folgen des Coronavirus für Wirtschaft immer klarer sichtbar

Die Börsenkurse sacken weiter ab, Unternehmen kämpfen mit Umsatzrückgängen und Stornierungen - das sind Folgen der Corona-Epidemie. Was macht die Regierung? » mehr

Ladestation - Elektroauto

24.10.2019

Bundesregierung will Ladesäulenbau für E-Autos beschleunigen

Die Autoindustrie ist mitten in einem grundlegenden Wandel. Das belastet viele Firmen. Für mehr E-Autos kommt es vor allem auf eine flächendeckende Ladeinfrastruktur an. Dazu soll es nun einen «Masterplan» geben. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Motorradunfall Schleusingerneundorf 06.04.20

Motorradunfall Schleusingerneuendorf |
» 6 Bilder ansehen

Flächenbrand Sonneberg 05.04.20 Rottmar

Flächenbrand Sonneberg | 05.04.2020 Rottmar
» 11 Bilder ansehen

Wohnhausbrand Trusetal

Wohnhausbrand Trusetal | 05.04.2020 Trusetal
» 26 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
20. 12. 2019
10:56 Uhr



^