Lade Login-Box.
Topthemen: Gebietsreform: Das ändert sich in SüdthüringenMobilität und EnergieFußball-Tabellen

Wirtschaft

Sparkassen fordern Ende der Null-Zinspolitik in Europa

Wer Geld spart, hat wegen der niedrigen Zinsen derzeit das Nachsehen. Bankeinlage werfen kaum Rendite ab. Damit sollte nach dem Willen der Sparkassen endlich Schluss sein. Doch die Entscheidung darüber liegt bei der Europäischen Zentralbank.



Sparkasse
Am 15. und 16. Mai findet der Sparkassentag in Hamburg statt.   Foto: Julian Stratenschulte

Die deutschen Sparkassen haben abermals ein Ende der Null-Zinspolitik in Europa gefordert.

«Wir wollen, dass die europäische Zinspolitik künftig wieder eigenverantwortliche Vermögensvorsorge und Sparen belohnt und nicht mehr bestraft», sagte der Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV), Helmut Schleweis, am Dienstag in Hamburg.

Alle Systeme, die das Sparen förderten, würden benachteiligt. «Für die Kreditwirtschaft wäre es ein großer Schritt, wenn sie von den Negativ-Zinsen freigestellt würde», ergänzte Schleweis.

Die Europäische Zentralbank (EZB) erhebt Strafzinsen von 0,4 Prozent für Gelder, die Banken bei ihr parken. In Summe seien dies zuletzt mehr als rund sieben Milliarden Euro jährlich gewesen, sagte der DSGV-Präsident.

Er erwarte aber keine Zinserhöhungen der EZB vor dem nächsten Jahr. Der Leitzins der Notenbank liegt seit längerem auf einem Rekordtief von null Prozent. Die EZB richtet sich bei ihrer Zinspolitik an der Entwicklung der Inflation im Euroraum.

Die Notenbank strebt für den Euroraum insgesamt mittelfristig eine Jahres-Teuerungsrate von knapp unter 2,0 Prozent an - weit genug entfernt von der Nullmarke. Dauerhaft niedrige oder auf breiter Front sinkende Preise können Unternehmen und Verbraucher verleiten, Investitionen aufzuschieben. Das bremst die Wirtschaft.

Der Vorstandssprecher der Hamburger Sparkasse, Harald Vogelsang, formulierte die Forderung noch eindringlicher: «Die deutsche Politik muss sich endlich hinter die Sparer stellen und deren Enteignung stoppen», sagte er dem «Hamburger Abendblatt» (Dienstag).

Beide Sparkassenvertreter setzten sich am Vortag des 26. Deutschen Sparkassentags in Hamburg für eine «Belebung der Sparförderung» ein. Zwar gebe es hierzu noch keine Vorschläge, räumte der DSGV-Präsident ein. Aber in einem Land ohne ausgeprägte Aktienkultur wolle die Organisation hierüber mit der Politik in Dialog kommen.

Hierzu gibt es beim zweitägigen Sparkassentag (15./16.5) mit mehr als 3000 Teilnehmer ausreichend Gelegenheit. Als Redner sind unter anderem Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) und Bundesbankpräsident Jens Weidmann geladen.

Ihnen geben die Sparkassen eine «Hamburger Erklärung» mit auf den Weg, in denen sie ihre Forderungen gegenüber Politik und Gesellschaft formulieren. Verlangt wird etwa, international tätige Unternehmen mit Gewinnen in Europa zu «angemessenen Steuerzahlungen» heranzuziehen, womit vor allem Konzerne wie Apple, Amazon und Co. gemeint sein dürften. Außerdem sollten die Wettbewerbsbehörden frühzeitiger wirksam in puncto Datenzugang und -verteilung einschreiten.

Ursprung für das Sparkassenwesen in Deutschland war die 1778 in Hamburg gegründete «Ersparungs-Classe». Die Menschen damals wollten, dass jeder - auch Geringverdiener - Verantwortung für sein eigenes Leben übernehmen könne, erläuterte der DSGV-Präsident.

Eine der großen Aufgaben des 21. Jahrhunderts werde die faire Verteilung des erarbeiteten Wohlstands sein, erklärte Schleweis. Die mehr als 380 Sparkassen in Deutschland verdienten 2018 rund 2,2 Milliarden Euro. Mit den Landesbanken und Verbundpartnern förderten sie den Angaben zufolge gemeinwohlorientierte Projekte mit 422 Millionen Euro.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
14. 05. 2019
13:25 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Amazon Apple Bundesbankpräsidenten Bundesfinanzminister Bundeskanzler der BRD Bundeskanzlerin Angela Merkel CDU Deutscher Sparkassen- und Giroverband Euro Europäische Zentralbank Hamburger Sparkasse Inflation Jens Weidmann Leitzinsen Niedrigverdiener Olaf Scholz SPD Sparkassen Zentralbanken Zinspolitik
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
IWF tagt in Washington

11.04.2019

Frühjahrstagung von IWF und Weltbank startet in Washington

Der Internationale Währungsfonds sieht das Wachstum in aller Welt in Gefahr. In Europa sehen die Volkswirte Risiken auf den Finanzmärkten. Und auf der ganzen Welt steigt die Verschuldung. » mehr

Bilanz-Pk Deutsche Bundesbank

27.02.2019

Bundesbank überweist dem Bund 2,4 Milliarden Euro

Gute Nachrichten für das Finanzministerium: Die Bundesbank überweist mehr Geld als 2018 nach Berlin. Ein baldiges Ende des Zinsflaute im Euroraum scheint hingegen nicht in Sicht. » mehr

Lohn- und Gehaltsabrechnung

12.04.2019

IWF will höhere Löhne in Deutschland

Die erfolgsverwöhnte deutsche Wirtschaft schwächelt. Firmen sind verunsichert und investieren weniger. Der deutsche Finanzminister dagegen will Zuversicht verbreiten - und sieht Fortschritte im Kampf gegen Steuerdumping. » mehr

Olaf Scholz

12.04.2019

Erfolgsverwöhnte deutsche Wirtschaft schwächelt

Firmen sind verunsichert und investieren weniger. Der Finanzminister will Zuversicht verbreiten - und sieht Fortschritte im Kampf gegen Steuerdumping. » mehr

EZB im Morgendunst

10.04.2019

EZB hält sich alle Optionen offen

Die Konjunktur im Euroraum hat sich abgekühlt, die Aussichten haben sich eingetrübt. Die EZB ist zum Handeln bereit. An den Niedrigzinsen dürfte sich auf absehbare Zeit nichts ändern. » mehr

Mario Draghi

24.01.2019

Sorgen um Konjunktur wachsen - EZB hält dennoch an Kurs fest

Die Währungshüter der Eurozone sehen steigende Risiken für die Wirtschaft. Das kann Folgen für die Zinspolitik der Notenbank haben - und damit auch für Sparer. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

25. Feuerwehr-Jugendleistungsmarsch in Eisfeld Eisfeld

25. Jugendleistungsmarsch | 25.05.2019 Eisfeld
» 11 Bilder ansehen

Schmalkalden feiert „Am Walperloh“ - Mit dem Schweizer Star-DJ Antoine Schmalkalden

Prachtparade Schmalkalden | 24.05.2019 Schmalkalden
» 20 Bilder ansehen

Fridays for Future

Fridays-Demo-MGN |
» 18 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
14. 05. 2019
13:25 Uhr



^
Ändern Einverstanden

Diese Webseite nutzt Cookies für Funktions-, Statistik- und Werbezwecke. In unserer » Datenschutzerklärung können Sie die Cookie-Einstellungen ändern. Wenn Sie der Verwendung von Cookies zustimmen, klicken Sie bitte "Einverstanden".