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Wirtschaft

Spannungen in Nahost treiben Anleger in sichere Anlagehäfen

Börsen im Minus, Gold- und Ölpreis im Plus: Nach der Tötung eines iranischen Generals durch einen US-Raketenangriff im Irak und Drohungen des Iran ist die Nervosität an den Märkten weltweit groß.



Ghassem Soleimani
Der Tod von General Ghassem Soleimani hat Auswirkungen auf die weltweiten Finanzmärkte.   Foto: Ebrahim Noroozi/AP/dpa

Die Spannungen zwischen den USA und dem Iran sowie die gefährliche Eskalation im Nahen Osten sorgen an den Finanz- und Rohstoffmärkten für Unruhe.

Die USA hatten bei einem Luftangriff im Irak den hochrangigen iranischen Kommandeur Ghassem Soleimani getötet - Iran droht mit Vergeltung. An den Finanzmärkten setzte am Freitag eine Flucht ein in als sicher empfundene Anlagehäfen, während Investoren einen Bogen um als riskanter eingestufte Papiere machten:

BÖRSEN: Der Dax verlor in der Spitze 2 Prozent an Wert, konnte sich jedoch am Nachmittag über der Marke von 13.200 Punkten stabilisieren. Letztlich verlor der Leitindex 1,25 Prozent auf 13.219,14 Zähler. Tags zuvor hatte er noch ein neues Hoch seit Anfang 2018 knapp verpasst. Verkauft wurden vor allem Papiere aus konjunkturabhängigen Sektoren, darunter die Automobilwerte sowie Minen-, Banken- und Chemieaktien. An der New Yorker Wall Street fiel der Dow Jones Industrial nach einer Handelsstunde um 0,78 Prozent auf 28.644,96 Punkte. Der marktbreite S&P 500 sank zunächst um 0,64 Prozent auf 3237,10 Zähler. Der technologielastige Nasdaq 100 verlor 0,70 Prozent auf 8809,82 Punkte.

ÖLPREIS: Aus Furcht vor Lieferausfällen decken sich Anleger mit Rohöl ein. Zeitweise stieg der Preis für ein Barrel (159 Liter) der US-Sorte WTI bis auf 64 US-Dollar. Er lag damit über dem Niveau vom September, als ein Angriff auf die Ölindustrie in Saudi-Arabien ebenfalls einen starken Preissprung am Ölmarkt ausgelöst hatte. Zuletzt gab der US-Ölpreis allerdings einen Teil der anfänglichen Gewinne wieder ab und notierte bei 62,66 Dollar. Das waren aber immer noch 1,46 Dollar mehr als am Donnerstag. Kräftig nach oben ging es auch mit dem Preis für Rohöl aus der Nordsee, der für deutsche Verbraucher wichtig ist. Hier stieg die Notierung für ein Fass zuletzt um 1,92 Dollar auf 68,16 Dollar.

LUFTVERKEHR/BÖRSE: Heftig unter Druck gerieten die Anteilscheine von Fluggesellschaften, was auch mit dem anspringenden Ölpreis begründet wurde. Papiere der Lufthansa büßten knapp 6,5 Prozent ein und waren damit abgeschlagen das Schlusslicht im Dax. In Paris rutschten die Aktien von Air France-KLM ähnlich stark ab. Aktien von United Airlines, Delta Air Lines und American Airlines sackten im frühen Freitagshandel in New York zwischen 2,7 und 4,6 Prozent ab.

ÖLWERTE/BÖRSE: Ölwerte waren dagegen Profiteure. Eni und Total setzten sich in Europa mit Aufschlägen im Tagesverlauf an die EuroStoxx-Spitze. In den USA stemmten sich ExxonMobil und Chevron im Dow mit fast unveränderten Kursen gegen den Abwärtsdruck.

GOLD: Die Eskalation treibt Anleger in das Edelmetall, mit dem Goldpreis ging es kräftig nach oben. Die Feinunze Gold (31,1 Gramm) wurde am Nachmittag in London bei 1550 Dollar gehandelt. Das waren 21 Dollar mehr als am Vortag. Der Goldpreis erreichte damit den höchsten Stand seit September. Schon in den Vortagen hatte das «Antikrisen-Metall» von den Spannungen zwischen den USA und Iran profitiert. Goldproduzenten wie Barrick Gold und Newmont Goldcorp verbuchten an der Börse Kursgewinne von bis zu 1,5 Prozent.

ANLEIHEN: Als Alternative zu Aktien waren auch Anleihen als sichere Anlageklassen gefragt. Auftrieb gab es unter anderem bei deutschen Bundesanleihen, deren Kurse kräftig zulegten. Im Gegenzug ging die Rendite zurück. In der Laufzeit von zehn Jahren rutschte sie bis auf minus 0,30 Prozent, nachdem sie am Vortag noch bei minus 0,16 Prozent den höchsten Stand seit vergangenem Mai erreicht hatte. Ein ähnliches Bild zeigte sich bei anderen Staatsanleihen in Europa und Übersee, deren Kurse mehr oder weniger stark zulegen konnten. Auch US-Staatsanleihen legten im frühen Handel zu.

WÄHRUNGEN: Eine Flucht in als solide empfundene Anlagen zeigte sich auch am Devisenmarkt. Hier waren traditionell sichere Anlagehäfen wie der japanische Yen gefragt. Auch der US-Dollar wird dazu gerechnet und profitierte. Nachdem der Kurs des Euro gegen Mittag deutlich abgerutscht war, stand die Gemeinschaftswährung am Nachmittag nur noch leicht unter Druck. Am späten Nachmittag wurde der Euro bei 1,1164 US-Dollar gehandelt. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,1147 (Donnerstag: 1,1193) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8971 (0,8934) Euro. Neben dem Euro gerieten andere Währungen unter Druck - etwa der australische und der neuseeländische Dollar, der koreanische Won oder der südafrikanische Rand.

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dpa

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Veröffentlicht am:
03. 01. 2020
19:08 Uhr

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03. 01. 2020
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