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Wirtschaft

Schlechte Noten trotz erster Fortschritte bei der NordLB

Nach dem jüngsten Bankenstresstest hat die NordLB als deutsches Geldhaus mit der schlechtesten Kapitalquote einen neuen Superlativ. Überraschend kommt das nicht. Doch die Bank hat längst reagiert. Sie sieht sich vielmehr bestätigt, dass ihr eingeschlagener Kurs stimmt.



NordLB
Eine Ampel steht auf Rot in der Nähe der NordLB. Die Bank hat laut Stresstest die schlechteste Kapitalquote.   Foto: Julian Stratenschulte

Bei Norddeutschlands größter Landesbank haben die Ergebnisse des Stresstests am Freitagabend keine Begeisterung, aber auch keine Panik ausgelöst.

Aus Sicht des Vorstands überraschte es nicht, dass die NordLB mit einer Kapitalquote von 7,07 Prozent Schlusslicht unter allen untersuchten deutschen Banken wurde. Übersetzt heißt das: Die Bank wäre im Krisenfall nicht gerade üppig mit Eigenkapital ausgestattet. Dabei sind Kapitalpolster für Geldhäuser wichtig, um Krisen abzufedern zu können.

Doch an Lösungen wird bereits gearbeitet. Derzeit setzt das Geldhaus mit den Haupteigentümern Niedersachsen und Sachsen-Anhalt ein Konzept zur Stärkung von Kapitalquoten und Profitabilität um. Dafür wurde auch ein Bieterverfahren angestoßen, bei dem noch «unter zehn» - inoffiziell fünf bis sechs - Bieter im Rennen sind, darunter Banken und Finanzinvestoren. Die Eigentümer streben mit ihnen eine Lösung für die NordLB an, die ohne Beihilfe auskommt. Anfang Dezember soll nach inoffiziellen Angaben die Bewertung der bisherigen Angebote erfolgen, um dann kurz vor Weihnachten die zwei oder drei Bieter aus der Schlussrunde zu verkünden.

Bis zum Jahreswechsel soll dann feststehen, mit wem die Bank und ihre Eigentümer die Zukunft der NordLB gestalten wollen. «Ich möchte gerne in diesem Jahr zu einer Entscheidung kommen», sagte der niedersächsische Finanzminister Reinhold Hilbers der Deutschen Presse-Agentur am Rande einer Kundgebung besorgter Bank-Mitarbeiter. Die würden trotz des Drucks zur Veränderung gerne in den bisherigen öffentlichen Strukturen der Bank bleiben. Doch auch wenn bei den Landesbanken - die sich als wichtige Finanzierer des Mittelstandes sehen - ein Geschäftsmodell auf dem Prüfstand steht: Ein Privatinvestor als Helfer in der Not wird nicht ausgeschlossen.

Damit steht bei der Belegschaft die Sorge vor einer Zerlegung der NordLB im Raum - auch wenn die Eigentümer versichern, dass sie das nicht wollen. Hilbers, der sich über das Interesse an der Bank freut, betont: «Wir werden uns auch nur auf jemanden einlassen von dem wir wissen, dass er unsere Geschäftspolitik und unser Geschäftsmodell versteht und mit uns zusammen diesen Weg gehen will.»

Das dann vorgelegte Konzept für die NordLB mit ihrer hohen Kompetenz im Bereich der erneuerbaren Energien, aber auch der Finanzierung von Schiffen und Flugzeugen würde auch eine Richtungsentscheidung werden: für eine Lösung mit strategischen Investoren - also Banken - wie auch Finanzinvestoren. Denn der Bieterwettstreit lässt auch Überlegungen der Sparkassen zu einem Zusammenschluss von Landesbanken und Spitzeninstitute konkreter werden. Die Sparkassen sind bei vielen Landesbanken immerhin einflussreiche Eigentümer - bei der NordLB sind das der Sparkassenverband Niedersachsen sowie entsprechende Verbände aus Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern.

Ein großes Problem der Bank: Sie ist durch Schiffskredite belastet, bei denen Schuldner Probleme mit der Rückzahlung haben. Sie muss zudem dringend ihre Kapitaldecke stärken und Risiken abbauen. Damit hat sie bereits begonnen und ihre Neustrukturierung eingeleitet. Unter anderem deswegen hat sie vor Verlusten gewarnt: im Gesamtjahr 2018 werde das Ergebnis vor allem wegen der Rückstellungen für den weiteren Personalabbau voraussichtlich negativ ausfallen.

Den Anteil der Schiffskredite am Geschäft hatte sie bereits vor einem Jahr auf knapp 13 Milliarden Euro reduziert - nun liegt er bei 11,5 Milliarden Euro. Der Anteil fauler Schiffskredite gilt mit 7,7 Milliarden Euro zwar immer noch als hoch, doch ist er deutlich schneller geschmolzen als zunächst erhofft. Bis Ende 2019, so das erklärte Ziel der Bank, soll er unter fünf Milliarden Euro sinken.

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Veröffentlicht am:
03. 11. 2018
10:18 Uhr

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03. 11. 2018
10:18 Uhr



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