Lade Login-Box.
Sommerausklang in Südthüringen zum Digital-Abo
Topthemen: Freies Wort hilftCoronavirus in ThüringenFolgen Sie uns auf Instagram

Wirtschaft

Post muss mit Portoerhöhung warten

Zum Jahreswechsel wollte die Post eigentlich das Briefporto erhöhen. Doch die Bundesnetzagentur hat dafür vorerst keine Erlaubnis erteilt. Können Kunden sogar auf sinkende Preise für Briefe und Karten hoffen?



Post
Neue Briefentgelte könnten nun nicht mehr zum Jahreswechsel eingeführt werden: Oliver Berg   Foto: Oliver Berg

Die Deutsche Post muss mit der ursprünglich zum Jahreswechsel geplanten Erhöhung des Briefportos warten.

Weil sie nicht alle notwendigen Daten eingereicht hat, legte die Bundesnetzagentur am Mittwoch das Genehmigungsverfahren für die Preiserhöhung auf Eis. «Eine endgültige Entscheidung ist wegen der aktuellen Umbrüche bei der Deutschen Post AG nicht möglich», begründete der Chef der Netzagentur, Jochen Homann, den Schritt. Die derzeit gültigen Preise blieben daher vorerst in Kraft. Eine Entscheidung über das künftige Postporto kündigte die Netzagentur für das erste Halbjahr 2019 an.

Auf Preissenkungen können die Postkunden aber wohl nicht hoffen. Nach dem derzeitigen Ermittlungsstand sei «nicht mit sinkenden Entgelten zu rechnen», heißt es im Beschluss der Bundesnetzagentur. Das Porto für Standardbriefe war zuletzt 2016 von 62 auf 70 Cent gestiegen. Berichte, die Post strebe eine Erhöhung auf 80 Cent an, hatte das Unternehmen als Spekulationen bezeichnet. Preiserhöhungen im lizenzierten Briefgeschäft müssen von der Bundesnetzagentur genehmigt werden.

Hintergrund für den vorläufigen Stopp des Verfahrens ist die Gewinnwarnung der Post aus dem vergangenen Sommer. Vorstandschef Frank Appel hatte im Juni wegen anhaltender Probleme im heimischen Brief- und Paketgeschäft ein umfangreiches Kostensenkungsprogramm angekündigt, zu dem unter anderem teure Vorruhestandsregelungen für Beamte und zusätzliche Investitionen gehören. Kurz darauf trennte sich die Post von ihrem für das Geschäftsfeld zuständigen Vorstandsmitglied Jürgen Gerdes.

Die Bundesnetzagentur bemängelte, dass die Post die Kosten und künftigen Einsparungen des Programms nicht ausreichend nachgewiesen habe. «Unsere Entscheidung für die kommenden Jahre ist nur belastbar, wenn wir die Kostensituation und Umsatzentwicklung beurteilen können», sagte Behördenchef Homann. Die Post wolle die geforderten Angaben bis zum 30. November nachliefern, sagte eine Sprecherin der Bundesnetzagentur.

An der Börse erwischte die Entscheidung der Netzagentur die Aktie die Deutschen Post kalt. Sie rutschte zeitweise mit knapp vier Prozent ins Minus und landete abgeschlagen am Dax-Ende. Die Post kämpft ohnehin mit Ertragsproblemen. Bei der Vorlage der Geschäftszahlen für das zweite Quartal hatte sie einen Gewinnrückgang um 14 Prozent gemeldet. «Wir haben nach wie vor Herausforderungen», hatte Finanzchefin Melanie Kreis damals gesagt.

Die Bundesnetzagentur entscheidet in einem dreistufigen Verfahren über Preiserhöhungen beim Briefporto. Zunächst legt sie auf der Basis der von der Post eingereichten Unterlagen einen Rahmen für die künftigen Preise fest. In einem darauf folgenden Konsultationsverfahren können sich die Post, deren Wettbewerber, Verbraucherverbände und das Bundeskartellamt dazu äußern.

Erst wenn die Netzagentur ihre Vorgaben danach endgültig festgelegt hat, darf die Post die konkreten Preise für Briefe und Postkarten zur Genehmigung einreichen. Dieses Verfahren könne nicht so zügig abgeschlossen werden, dass höhere Preise zum Jahreswechsel eingeführt werden könnten, teilte die Behörde mit.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
31. 10. 2018
15:39 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Bundeskartellamt Bundesnetzagentur Deutsche Post AG Gewinnwarnung Jahreswechsel Kostensituationen Preise Preiserhöhungen Verbraucherverbände
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Briefmarken

05.08.2020

Paketverband: Aktuelles Briefporto dürfte rechtswidrig sein

Sind 80 Cent zu viel? Der Paket-Branchenverband findet, dass die Post für die Briefzustellung zu viel Geld verlangt und damit ihr Paketgeschäft querfinanziert. » mehr

Zahl der Post-Beschwerden steigt deutlich an

07.07.2020

Zahl der Post-Beschwerden steigt deutlich an

Wo ist nur das Paket geblieben? Ärger bei der Zustellung gehört für Empfänger wie Zusteller zum Alltag. Auch in der Corona-Krise schnellt die Zahl der Beschwerden weiter nach oben. » mehr

Briefkasten

28.05.2020

Portoerhöhung der Post im Jahr 2016 war rechtswidrig

Wenn die Post ihr Porto erhöht, muss der Staat das abnicken. Vor einigen Jahren sei das zu Unrecht passiert, befindet nun ein Gericht. Was das für das aktuelle Porto bedeutet, ist offen. » mehr

Briefporto wird teurer

19.06.2019

Briefporto steigt am 1. Juli

Das Porto für Briefe und Postkarten in Deutschland wird am 1. Juli teurer. Die Bundesnetzagentur hat der Deutschen Post grünes Licht für die Erhöhung gegeben. Das Versenden eines Standardbriefs im Inland kostet dann 80 C... » mehr

Deutsche Post

10.03.2020

Deutsche Post nach Gewinnplus mit höherer Dividende

Das Ende des Streetscooters, eine Doch-Nicht-Portoerhöhung, starke Rivalen und natürlich Corona: Die Deutsche Post steht in diesen Wochen mächtig unter Druck. Der Konzern will alldem trotzen - doch ohne Einschränkungen g... » mehr

Deutsche Post

03.03.2020

Deutsche Post: Paket-Empfang mit Digitaldiensten erleichtern

Online-Shopping liegt voll im Trend. Doch bevor die Waren beim Kunden landen, müssen sie einen fehleranfälligen Versandweg überstehen. DHL reagiert nun auf Beschwerden und will die Auslieferung transparenter machen. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Unfall ICE Schafe Schalkau Tunnel Müß

ICE rammt Schafherde | 23.09.2020 Schalkau Tunnel Müß
» 14 Bilder ansehen

2020-09-22

Feuerwehr-Übung Ilmenau | 22.09.2020
» 17 Bilder ansehen

Großbrand Themar Themar

Großbrand Themar | 22.09.2020 Themar
» 57 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
31. 10. 2018
15:39 Uhr



^