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Wirtschaft

Opec einig über Verlängerung des Öl-Förderlimits

Mit der Drosselung ihrer Ölproduktion wollen große Förderländer dem Preisverfall in der Corona-Krise einen Riegel vorschieben. Die Opec und ihre Kooperationspartner verlängern nun die Förderkürzung. Beim Tanken wird sich wohl nicht viel ändern.



Beschluss der «Opec+»-Staaten
Die großen Ölförderländer wollen mit dem Schritt den Preisverfall in der Corona-Krise stoppen.   Foto: Ronald Zak/AP/dpa

Die Opec und ihre Kooperationspartner wie Russland sind sich über eine Verlängerung der aktuellen Drosselung der Ölproduktion um einen weiteren Monat einig geworden. Das teilte das Ölkartell am Samstagabend nach Verhandlungen in Wien mit.

Die teilnehmenden Länder der sogenannten Opec+ hätten bei der Videokonferenz dafür gestimmt, dass auch im Juli die Ölproduktion um knapp zehn Millionen Barrel (je 159 Liter) pro Tag gedrosselt werde, hieß es. Dies soll helfen, die Ölpreise zu stabilisieren. Wegen der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise ist der Ölverbrauch eingebrochen.

Das Kartell teilte weiter mit, dass die bislang bestehende Vereinbarung zu einer «vorläufigen Erholung der Weltwirtschaft und des Ölmarktes» beigetragen habe. Alle großen Produzenten müssten sich nun weiterhin zur Stabilisierung des Marktes verpflichten.

Die großen Ölförderländer wollen mit dem Schritt den Preisverfall in der Corona-Krise stoppen. Die Organisation Erdöl produzierender Staaten (Opec) und die anderen Länder hatten sich im April darauf verständigt, die Öl-Förderung um 9,7 Millionen Barrel pro Tag für die Monate Mai und Juni zu kürzen.

Daraufhin hatten die Preise an den Tankstellen wieder etwas angezogen. Die Zeit der wegen der Corona-Krise fallenden Spritpreise scheint vorbei. Bei aktuellen Preisen von etwa 1,20 Euro für einen ein Liter Super E10 und 1,10 Euro pro Liter Diesel ist Tanken allerdings noch immer deutlich billiger als vor Ausbruch der Corona-Pandemie. Dabei dürfte auch die bis Jahresende von 19 auf 16 Prozent gesenkte Mehrwertsteuer eine Rolle spielen.

Russlands Energieminister Alexander Nowak betonte nach Ende der Verhandlungen, dass die Vorgaben zu 100 Prozent im Juli erfüllt werden müssten. Der April sei der schlimmste Monat auf dem Ölmarkt gewesen, die Situation habe sich aber gebessert. «Wir sehen einen positiven Effekt der gemeinsamen Handlungen. Der Markt ist aber immer noch in einem fragilen Zustand und braucht Unterstützung», sagte er der Agentur Tass zufolge. Die Vereinbarungen sollten sich nun weiter positiv auf die Stabilisierung des Energiemarktes auswirken, sagte auch Kremlsprecher Dmitri Peskow.

Die Verhandlungen am Samstag gingen überraschend schnell über die Bühne. Die Gespräche im Frühjahr waren zunächst ohne eine Einigung zu Ende gegangen, kurze Zeit darauf zogen sich die Verhandlungen bis spät in die Nacht hin.

Mexiko will die Verlängerung laut Energieministerin Rocío Nahle allerdings nicht mitzumachen. Auf Twitter betonte sie zugleich, das nordamerikanische Land bleibe für Dialog offen. Präsident Andrés Manuel López Obrador hatte zuvor gesagt, dass man die Förderung nicht weiter reduzieren wolle. Mexiko halte sich aber an die Vereinbarung vom April. Damals hatte das Land, das kein Opec-Mitglied ist, bereits eine Einigung verzögert - Mexiko bestand darauf, nur 100.000 Barrel Förderkürzung pro Tag statt der geforderten 400.000 Barrel beizutragen.

Der venezolanische Ölminister Tareck El Aissami twitterte zur Einigung: «Das wird eine echte Wirkung auf die Energiestabilität und gerechte Preise auf dem Ölmarkt haben, und wird Ausgangspunkt zur Erholung der Volkswirtschaften sein.»

«Diese Anpassungen haben dem Markt die dringend benötigte Entlastung gebracht, und wir haben eine vorsichtige Erholung erlebt», sagte der algerische Energieminister und Vorsitzende der Opec-Konferenz, Mohamed Arkab. «Die Aussichten sowohl für Angebot als auch Nachfrage haben sich in den vergangenen Wochen verbessert.» Die beteiligten Länder hätten sich bisher in hohem Maße an die Abmachung gehalten.

Marktbeobachter hatten eine Einigung der Opec erwartet. Allerdings will das Kartell die Preise auch nicht zu sehr hochtreiben. Das könnte die US-Konkurrenz wieder stärker ins Spiel bringen, die bei Preisen jenseits der 40 Dollar für ein Barrel wieder kostendeckend produzieren könnte.

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dpa

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Veröffentlicht am:
07. 06. 2020
12:41 Uhr

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07. 06. 2020
12:41 Uhr



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