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Wirtschaft

Obst bleibt teurer - 40.300 ausländische Saisonkräfte kamen

Die starken Einschränkungen wegen der Pandemie haben auch bei Lebensmitteln einiges durcheinandergewirbelt - Boom in Supermärkten, Einbrüche in der Gastronomie.



Obst und Gemüse
Die Teuerung bei frischen Lebensmitteln blieb im Juni hoch.   Foto: Jens Büttner/zb/dpa

Angesichts der Corona-Krise müssen Verbraucher weiter mit hohen Preisen für Obst und Gemüse rechnen. Trotz der Lockerung von Alltagsbeschränkungen bleibt die Lage auf dem Lebensmittelmarkt aus Expertensicht aber unsicher.

«Es wurde nicht weniger gegessen», sagte der Generalsekretär des Bauernverbands, Bernhard Krüsken, in Berlin. Gewechselt hätten aber die Absatzkanäle - mit einem Ausfall der Gastronomie und starken Zuwächsen im Einzelhandel.

Die Teuerung bei frischen Lebensmitteln bleibe im Juni hoch, sagte Hans-Christoph Behr von der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft. Treiber seien weiterhin Obst, Schweinefleisch und Fleischwaren, in geringerem Maße auch Gemüse.

So war im Juni nach bisherigen Daten frisches Obst rund 20 Prozent teurer als im Vorjahresmonat. Auf der anderen Seite sinke ab Juli die Mehrwertsteuer von sieben auf fünf Prozent. Hintergrund von Preissteigerungen sei auch zusätzlicher Gesundheitsschutz für Saisonkräfte aus dem Ausland. Wahrscheinlich blieben die Erntekosten bei Gemüse im ganzen Sommer auf höherem Niveau als zuvor.

In Privathaushalten dürften nun zunächst haltbare Lebensmittel wie Konserven aufgebraucht werden, was den Absatz der Supermärkte etwas drücken könnte. Nach der wochenlangen Schließung von Restaurants und Kantinen laufe die Öffnung teils zögerlich.

Wegen Corona-Auflagen lohne sich das gar nicht für jeden Betrieb. Auch die absehbare Konjunkturschwäche mit Kurzarbeit und Arbeitslosigkeit werde dem Außer-Haus-Verzehr sicher schaden, erläuterte Behr.

Mit der Sonderregelung für die Landwirtschaft wegen der Corona-Krise sind im Frühjahr insgesamt 40.300 Saisonkräfte aus dem Ausland nach Deutschland gekommen. Das teilte der Bauernverband nach Daten der Bundespolizei mit.

Damit wurde das mögliche Kontingent von bis zu 80.000 ausländischen Erntehelfern zur Hälfte ausgeschöpft. 2300 Landwirtschaftsbetriebe hatten Einreisen angemeldet. Bauernpräsident Joachim Rukwied sagte, die Sonderregelung sei wegen der geschlossenen Grenzen extrem wichtig für die Betriebe gewesen. Nur so hätten sie die Bevölkerung mit heimischen Nahrungsmitteln versorgen können.

Angesichts drohender Engpässe hatte die Bundesregierung die begrenzte Einreise von Saisonkräften nur per Flugzeug erlaubt. Damit verbunden waren strenge Vorgaben zum Gesundheitsschutz.

Die Sonderregelung für April und Mai wurde einmal verlängert und lief am vergangenen Montag aus. Seit Dienstag können Erntehelfer aus EU-Ländern auch wieder auf dem Landweg und «ohne die bisherigen Beschränkungen» einreisen, wie ein Konzept von Bundesagrarministerin Julia Klöckner (CDU) festlegt. Die Regeln gelten weiterhin mit Corona-Schutzvorgaben bis Jahresende.

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dpa

dpa

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Veröffentlicht am:
18. 06. 2020
16:44 Uhr

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18. 06. 2020
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