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Wirtschaft

Ölpreise ziehen weiter an - Spannungen zwischen USA und Iran

Die Aussichten für den Ölmarkt sind nicht besser geworden. Trotzdem steigen die Preise. Grund sind Drohungen von US-Präsident Donald Trump in Richtung Teheran.



Donald Trump
US-Präsident Donald Trump hat die Marine angewiesen, iranische Schiffe zu zerstören, sollten sie sich amerikanischen Schiffen in den Weg stellen.   Foto: Alex Brandon/AP/dpa

Die Ölpreise haben am Freitag ihre deutliche Erholung vom Vortag fortgesetzt. Ausschlaggebend war am Mittwoch jedoch keine Entspannung bei Nachfrageschwäche und Angebotsüberfluss, vielmehr sorgten politische Spannungen zwischen den USA und Iran für steigende Risikoprämien bei Rohöl.

Nach einem Zwischenfall auf offener See hatte US-Präsident Donald Trump am Mittwoch die Marine angewiesen, iranische Schiffe zu zerstören, sollten sie sich amerikanischen Schiffen in den Weg stellen. Am Donnerstag reagierte Iran scharf mit Gegendrohungen. Die Beziehungen zwischen den USA und dem ölreichen Iran sind seit langem stark belastet.

Im asiatischen Handel kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zuletzt 22,48 Dollar. Das waren 1,15 Dollar mehr als am Vortag. Die US-Sorte WTI wurde je Barrel zu 17,70 Dollar gehandelt. Sie kostete damit 1,20 Dollar mehr als am Donnerstag. Dagegen waren die Erdölpreise am Montag und Dienstag noch kollabiert. Auch die Börsen wurden dadurch stark belastet, da mit dem Preiskollaps Sorgen um den amerikanischen Energiesektor verbunden sind.

Nachdem sich der Aktienmarkt im Zuge der steigenden Ölpreise wieder etwas erholt hatte, gab US-Finanzminister Steven Mnuchin zuletzt bekannt, ein Kreditprogramm für die angeschlagene Ölindustrie des Landes zu erwägen. Laut mit der Sache vertrauten Personen würden die Kredite über die Notenbank Fed bereitgestellt werden. Das Instrument sei jedoch nur eine unter mehreren Optionen: «Wir haben uns noch nicht entschieden», hieß es von Mnuchin.

Trotz der aktuellen Erholung blieb der enorme Angebotsüberhang am Markt für Rohöl ungebrochen. Aus Sicht von Marktbeobachtern wird das auch anhalten, weswegen Erdölverarbeiter sich zuletzt einen Wettlauf um Frachtkapazitäten auf Schiffen lieferten um überschüssiges Benzin und Kerosin zu lagern. Daneben versuchten auch Pipeline-Betreiber, mehr Lagerplatz zu schaffen.

Da bisher noch kein Licht am Ende des Tunnels erkennbar ist, stellt sich der Markt auf eine länger anhaltende Nachfrageschwäche ein, die die Ölindustrie verändern wird. Wie die Weltbank mitteilte, rechnet sie nach dem Einbruch am Ölmarkt mit der schwächsten Erholung der Geschichte.

Marktbeobachter hoffen mit den ab 1. Mai beginnenden Produktionskürzungen, die von führenden Ölnationen vereinbart wurden, zunächst auf eine Phase der relativen Stabilität. Der Start der Kürzungen sei «sehr aufbauend», hieß es von Michael McCarthy, Stratege beim Broker CMC Markets Asia Pacific. Es scheint als ob der durchschnittliche Preis für WTI sich in naher Zukunft zwischen 15 und 20 Dollar je Barrel bewegen wird.

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dpa

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Veröffentlicht am:
24. 04. 2020
07:36 Uhr

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dpa

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24. 04. 2020
07:36 Uhr



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