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Wirtschaft

Neuer Boeing-Chef muss für Bonus alle großen Probleme lösen

Dave Calhoun erwartet bei Boing eine Menge Arbeit - und gute Bezahlung. Sieben Millionen Dollar winken allerdings nur, wenn der amerikanische Manager die drängensten Probleme lösen kann.



Boeing 737-Max-Krisenjets
Auch einen Ausweg aus der Krise beim Mittelstreckenjet 737 Max muss der neue Boeing-Chef Dave Calhoun finden.   Foto: Ted S. Warren/AP/dpa

Der neue Boeing-Chef Dave Calhoun muss für seinen millionenschweren Bonus nicht nur die Krise beim Mittelstreckenjet 737 Max lösen.

Der Konzern macht die vereinbarte Zahlung von sieben Millionen US-Dollar (rund 6,45 Mio Euro) davon abhängig, ob der Manager bis Ende 2023 auch die anderen großen Baustellen des Konzerns in den Griff bekommt. Auf der Liste: der modernisierte Großraumjet 777X, das Tankflugzeug KC-46 und das Raumschiff «Starliner».

So muss Calhoun die behördliche Zulassung der 777X erreichen und den Jet erfolgreich bei Fluggesellschaften in den Liniendienst bringen, wie aus einer Boeing-Mitteilung aus der Nacht zum Dienstag hervorgeht. Airlines weltweit haben den Flieger bestellt, darunter Lufthansa. Die 777X soll dank neuer Triebwerke und einer verbesserten Aerodynamik deutlich weniger Kerosin verbrauchen als die Vorgängerin Boeing 777. Technikprobleme hatten den Hersteller gezwungen, den Zeitplan für Erstflug und Auslieferung des Modells zu verschieben.

Auch das Raumschiff «Starliner» ist bereits geflogen - doch der unbemannte Testflug Ende 2019 musste nach einem missglückten Start abgebrochen werden. Zudem muss Calhoun Probleme bei der Produktion des militärischen Tankflugzeugs KC-46 abstellen. Neben Verzögerungen und Milliarden-Mehrkosten gab es Ärger wegen technischer Mängel und Fremdkörpern in den Maschinen, die offenbar Arbeiter bei der Produktion zurückließen. Das Fremdkörper-Problem hatte Boeing auch beim Langstreckenjet 787 «Dreamliner» und bei der 737 Max.

Mit dem modernisierten Mittelstreckenjet hat sich Boeing in eine gewaltige Krise manövriert. Nach zwei Abstürzen mit 346 Toten darf der bis dahin meistgefragte Boeing-Typ seit Mitte März 2019 weltweit nicht mehr abheben. Der Hersteller hat auch die Produktion gestoppt, die Wiederzulassung verzögert sich. Das Management erwartet, dass die «Max» erst ab Mitte 2020 wieder abheben darf.

Die Kosten für das 737-Max-Desaster hat der Konzern zuletzt auf 18 Milliarden Dollar beziffert. Der bisherige Chef Dennis Muilenburg musste Ende 2019 gehen. Calhoun wird daran gemessen, dass er den Flugzeugtyp absehbar und sicher wieder in die Luft bekommt. Indes würde der Manager auch ohne Bonus noch gut bezahlt: Ihm stehen eine jährliche Vergütung von 10,9 Millionen Dollar und zusätzlich Aktien im Wert von 10 Millionen Dollar zu, die er nach drei Jahren erhält.

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dpa

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Veröffentlicht am:
25. 02. 2020
11:35 Uhr

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25. 02. 2020
11:35 Uhr



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