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Wirtschaft

Nahost-Eskalation verunsichert Finanzmärkte

Die Finanz- und Rohstoffmärkte haben zunächst stark auf die Raketenangriffe auf US-Stützpunkte im Irak reagiert. Dann aber kehrte schnell eine Beruhigung ein. Airlines stehen aber weiter unter Druck.



Finanzmarkt in Südkorea
Börse in Südkorea: Nach der Eskalation des Konflikts zwischen dem Iran und den USA gaben die asiatischen Börsen nach.   Foto: Ahn Young-Joon/AP/dpa

Die iranischen Raketenangriffe auf US-Stützpunkte im Irak haben die Finanzmärkte am Mittwoch verunsichert und riskantere Anlagen wie Aktien belastet.

Allerdings beruhigten sich die Märkte nach anfangs heftigen Reaktionen wieder. Die Ölpreise stiegen wegen der Nahost-Krise erst sprunghaft an, kamen dann aber wieder etwas zurück. Investoren bevorzugten erneut sichere Anlagehäfen - so zog die Krisenwährung Gold nochmals an.

Der deutsche Leitindex Dax war in den ersten Handelsminuten zwar um fast ein Prozent in Richtung der Marke von 13.000 Punkten gefallen, dann aber holte er auf und schaffte es zeitweise sogar klar ins Plus. Zuletzt pendelte er sich mit 13.234,10 Punkten in etwa auf Vortagsniveau ein. Dies entsprach einem Zugewinn von 0,05 Prozent.

Der MDax mit den mittelgroßen deutschen Werten dagegen pendelte sich am Nachmittag mit 28.246,50 Punkten leicht mit 0,14 Prozent im Minus ein. Gleiches galt für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx mit 3755,84 Zählern. In New York steuerte das Wall-Street-Kursbarometer Dow Jones Industrial auf moderate Verluste zu.

Analyst Jim Reid von der Deutschen Bank wies darauf hin, dass sich US-Präsident Donald Trump in der Vergangenheit mit Maßnahmen gegen den Iran zurückgehalten habe, wenn bei Anschlägen des Iran keine US-Bürger getötet worden seien. «Das lässt ein wenig hoffen, dass der Konflikt in der Region Naher Osten nicht vollständig eskaliert.» Trump hatte noch für Mittwoch eine Erklärung angekündigt. Zuvor hatte er in einem Tweet erklärt: «Alles ist gut!»

Laut dem Marktexperten Andreas Lipkow von der Comdirect Bank setzen die Anleger darauf, dass der Iran mit der Vergeltungsaktion zufrieden sein könnte. Investmentchef Mark Haefele von der UBS glaubt auch nicht an eine weitreichende Eskalation.

Die Ausschläge an den asiatischen Börsen waren zuvor heftiger. Der Nikkei-Index der Leitbörse in Tokio fiel um rund 370 Punkte oder 1,6 Prozent und lag zum Handelsschluss bei 23.204,76 Punkten. Zwischenzeitlich war das Börsenbarometer unter die Marke von 23.000 Punkte gefallen.

In China verbuchte der Shanghai Composite Index einen Abschlag von 1,22 Prozent beim Stand von 3066,89 Punkten. Der Shenzhen Component Index ging mit einem Minus von 1,13 Prozent beim Stand von 10.706,87 Zählern aus dem Markt. Der Hang Seng Index in Hongkong fiel um 0,83 Prozent oder 234,14 Punkte auf 28.087,92 Punkte. Verluste auch in Südkorea: Dort ging der Leitindex Kospi an der Aktienbörse in Seoul um 24,23 Punkte oder 1,1 Prozent auf den Stand von 2151,31 zurück.

Die Schwankungen am Aktienmarkt spiegelten sich umgekehrt bei den Ölpreisen wider. Zuerst stiegen diese aus Sorge vor Lieferengpässen weiter, was auch die Aktien von europäischen Fluggesellschaften belastete. Im Handelsverlauf drehte aber auch am Ölmarkt die Tendenz. Ins Plus schafften es die Papiere der Lufthansa dennoch nicht, sie verblieben mit einem halben Prozent unter den Verlierern.

Neben dem steigenden Ölpreis als Belastungsfaktor dürfte die Krise im Nahen Osten auch den Flugverkehr erschweren. Airlines setzten Flüge durch den Luftraum des Iran und des Irak aus und kündigten an, diesen zu meiden. Die US-Luftfahrtbehörde FAA untersagte Airlines aus ihrer Heimat, überhaupt noch über Irak, Iran, den Persischen Golf und den Golf von Oman zu fliegen. Wie stark sich die neue Lage auf Passagiere und Fluggesellschaften auswirkt, bleibt aber noch abzuwarten.

Vor dem Hintergrund der Spannungen in Nahost kaufen viele Investoren das als wertstabil geltende Gold. In der Nacht auf Mittwoch stieg der Kurs für eine Feinunze (etwa 31,1 Gramm) erstmals seit dem Jahr 2013 über die Marke von 1600 US-Dollar. Mittags fiel der Preis wieder etwas zurück auf 1580 Dollar. Das waren aber immer noch rund sechs Dollar mehr als am Vortag.

In Euro gerechnet erreichte der Goldpreis ein neues Rekordhoch bei 1443 Dollar. Nach Einschätzung des Edelmetallhändlers Alexander Zumpfe vom Handelshaus Heraeus dürfte die Grundstimmung am Markt positiv bleiben. Nach dem jüngsten Höhenflug rechnet er kurzfristig nicht mit einer deutlichen Korrektur beim Goldpreis.

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dpa

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Veröffentlicht am:
08. 01. 2020
15:47 Uhr

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08. 01. 2020
15:47 Uhr



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