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Wirtschaft

Metaller erwarten Kurzarbeit für 2,2 Millionen Menschen

In der Corona-Krise gibt es bei den Metallern schon jetzt 1,2 Millionen Beschäftigte in Kurzarbeit. In den nächsten Wochen dürften noch viele hinzukommen. Dieser Zustand lasse sich «nicht unbegrenzt durchhalten», warnt Gesamtmetall-Präsident Dulger.



Metallbranche
Ein Mann prüft ein Zahnrad-Außenring. Die deutsche Metall- und Elektroindustrie erwartet rund 2,2 Millionen Beschäftigte in Kurzarbeit.   Foto: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa

Die deutsche Metall- und Elektroindustrie erwartet wegen der Corona-Krise bis Ende April rund 2,2 Millionen Beschäftigte in Kurzarbeit.

Das sagte der Hauptgeschäftsführer des Arbeitgeberverbands Gesamtmetall, Oliver Zander, in einer Telefon-Pressekonferenz. Derzeit seien bereits etwa 1,2 Millionen der insgesamt vier Millionen Branchenbeschäftigten in Kurzarbeit - bei im Durchschnitt um zwei Drittel verringerter Arbeitszeit. «Das zeigt die Dramatik der Situation», sagte Zander.

Die Produktionsanlagen sind nach einer Umfrage unter den Unternehmen zurzeit nur zu 65 Prozent ausgelastet. Am Tiefpunkt der Finanzkrise 2009 seien es 66,6 Prozent gewesen. «Wir wissen nicht, ob es noch weiter heruntergeht», so Zander. Für fast jedes fünfte Unternehmen besteht nach Angaben des IG-Metall-Vorsitzenden Jörg Hofmann die Gefahr der Insolvenz.

Zander sagte, die Einschränkungen als Folge der Corona-Pandemie seien «ein starker Einschlag» für die Branche. So sank der Auftragseingang im ersten Quartal branchenweit um 14 Prozent, im Automobilbau sogar um 26 Prozent. Nach dem Ergebnis der Umfrage vom 2. bis 7. April, an der 1431 Unternehmen teilnahmen, mussten 31 Prozent von ihnen ihre Produktion stark oder sehr stark einschränken. 7 Prozent schlossen demnach ihre Produktion ganz, ebenfalls 7 Prozent entließen bereits Mitarbeiter.

«Während Umsätze und Erträge fehlen, laufen die Kosten weiter und zehren die Liquidität der Unternehmen rasant auf», stellte Gesamtmetall-Präsident Rainer Dulger fest. «Kurzarbeit lindert zwar die Not, aber die Unterauslastung der Unternehmen ist sehr bedrohlich.» Umso wichtiger sei es weiterhin, die Liquidität der Unternehmen zu sichern. Dulger betonte: «Diese Situation lässt sich nicht unbegrenzt durchhalten.» Unternehmen und ihre Mitarbeiter brauchten eine Perspektive, «wann sie wieder schrittweise in die Ausweitung der Produktion einsteigen können».

Selbst wenn die Politik in dieser Woche das Ende des Shutdowns oder zumindest einzelne Schritte dafür ankündigen sollte, «wird es in der Industrie etwas Zeit brauchen, bis abgerissene Lieferketten wieder aufgebaut oder ersetzt sind». Und es werde nur dann produziert, wenn auch die Nachfrage wieder anziehe.

IG-Metall-Chef Jörg Hofmann sagte dem «Handelsblatt», rund 8 Prozent der Unternehmen mit insgesamt 85.000 Beschäftigten hätten bereits Liquiditätsprobleme, 18 Prozent sähen akute oder mittlere Insolvenzgefahr in den kommenden drei Monaten. Hofmann berief sich dabei auf eine Umfrage seiner Gewerkschaft unter knapp 4000 Unternehmen.

Die Wirtschaft könne nur europäisch koordiniert wieder in Fahrt kommen, sagte der Gewerkschafter. «Es nützt nichts, hier ein Wiederanlaufszenario zu starten, wenn Italien und Spanien weiter im Shutdown sind. Es gibt Tausende von Teilen, die wir im europäischen Produktionsverbund brauchen und die nicht innerhalb von ein paar Tagen ersetzbar sind.»

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dpa

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Veröffentlicht am:
13. 04. 2020
16:12 Uhr

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13. 04. 2020
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