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Wirtschaft

Mehr Stromsperren wegen unbezahlter Rechnungen

Die Stromversorger in Deutschland drohen jedes Jahr Millionen Haushalten an, ihnen wegen unbezahlter Rechnungen den Strom abzudrehen. In den allermeisten Fällen kommt es nicht so weit - doch die Zahl der Stromsperren steigt.



Stromzähler
Die Stromversorgung darf der Versorger erst unterbrechen, wenn der Kunde mit mindestens 100 Euro in Zahlungsverzug ist und nachdem er eine Mahnung mit der Androhung einer Sperrung erhalten hat.   Foto: Bernd Thissen

Wegen unbezahlter Rechnungen ist im vergangenen Jahr fast 344.000 Haushalten in Deutschland der Strom abgestellt worden.

Das waren etwa 14.000 Stromsperren mehr als 2016, wie aus dem Entwurf des neuen Monitoring-Berichts der Bundesnetzagentur zum Strommarkt hervorgeht. Die meisten Sperren gab es mit rund 98.000 in Nordrhein-Westfalen. Der Berichtsentwurf liegt der Deutschen Presse-Agentur vor.

Eine Stromsperre angedroht haben die Versorger im vergangenen Jahr gut 4,8 Millionen säumigen Zahlern. Gut 7 Prozent von ihnen wurde der Strom dann tatsächlich abgestellt. «Es besteht die Vermutung, dass eine Sperrandrohung in vielen Fällen zu einer Zahlung führt», heißt es in dem Bericht. Außerdem wird auf den hohen zeitlichen und finanziellen Aufwand verwiesen, wenn eine Sperre vor Gericht durchgesetzt werden muss.

Die Stromversorgung darf der Versorger erst unterbrechen, wenn der Kunde mit mindestens 100 Euro in Zahlungsverzug ist und nachdem er eine Mahnung mit der Androhung einer Sperrung erhalten hat. Bevor der Strom tatsächlich abgestellt wird, muss der Versorger dem Verbraucher eine entsprechende Ankündigung zustellen und ihm eine letzte Gelegenheit zur Zahlung geben. Sowohl die Mahnung als auch die Sperrung und die Entsperrung eines Stromanschlusses kosten zusätzliche Gebühren.

Die Zahl der Haushalte, die im vergangenen Jahr ihren Stromlieferanten gewechselt haben, ist nur minimal gewachsen - um etwa 17 000 auf knapp 4,7 Millionen. Die Zahl der Wechsler, die sich ohne Umzug einen neuen Versorger suchten, sank sogar um 70.000 auf 3,5 Millionen. Nach Berechnungen der Netzagentur konnte ein durchschnittlicher Haushaltskunde beim Wechsel des Anbieters 85 Euro im Jahr sparen. Noch immer werden mehr als zwei Drittel der Haushalte vom örtlichen Grundversorger beliefert.

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dpa

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10. 11. 2018
08:44 Uhr

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10. 11. 2018
08:44 Uhr



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