Lade Login-Box.
Topthemen: Landtagswahl 2019Freies Wort hilftFolgen Sie uns auf InstagramSport-Tabellen

Wirtschaft

Mehr Geld für fast alle: Was bleibt 2019 im Portemonnaie?

Die meisten Verbraucher dürften 2019 mehr Geld zur Verfügung haben. Arbeitnehmer profitieren vom leer gefegten Stellenmarkt und von steigenden Löhnen. Aber auch Rentner dürfen sich freuen.



Portemonnaie
Die meisten Verbraucher dürften 2019 mehr Geld zur Verfügung haben.   Foto: Andrea Warnecke

Trotz wachsender Unsicherheiten in der Weltwirtschaft: 2019 verspricht für die meisten Bundesbürger finanziell ein gutes Jahr zu werden.

Die Löhne der meisten Arbeitnehmer dürften angesichts des weitgehend leer gefegten Arbeitsmarktes noch einmal kräftig steigen. Und auch Senioren können mit einer spürbaren Rentenerhöhung rechnen.

Für den Konjunkturexperten Roland Döhrn vom Rheinisch-Westfälischen Institut für Wirtschaftsforschung (RWI) steht bereits fest: «Die meisten Verbraucher werden mehr Geld in der Geldbörse haben.» Gestützt wird diese Einschätzung auch vom Herbstgutachten der führenden deutschen Wirtschaftsforschungsinstitute.

Danach dürften die effektiven Monatsverdienste der Beschäftigen 2019 um rund 3,1 Prozent steigen. Das liegt deutlich über der erwarteten Preissteigerungsrate von 2,0 Prozent. Geringverdiener werden davon profitieren, dass der gesetzliche Mindestlohn zum Jahreswechsel von derzeit 8,84 Euro auf 9,19 Euro pro Stunde steigt.

Hinzu kommt, dass sich der Staat beim Zugriff auf das zusätzlich verdiente Geld zumindest ein Stück weit zurückhält. Die Einkommensgrenzen für alle Steuersätze steigen 2019 um 1,84 Prozent. Damit soll die Inflation ausgeglichen werden. Der Grundfreibetrag in der Einkommenssteuer erhöht sich außerdem für Ledige auf 9168 Euro - das ist ein Plus von 168 Euro gegenüber dem Vorjahr. Für Verheiratete gilt der doppelte Betrag.

Doch nicht nur die Arbeitnehmer dürften 2019 mehr Geld im Portemonnaie haben. Auch die rund 21 Millionen Rentner können im Sommer mit einer Erhöhung ihrer Bezüge um mehr als drei Prozent rechnen, wie die Vorstandsvorsitzende der Rentenversicherung, Annelie Buntenbach, vor einigen Wochen verriet. Wie hoch genau die Steigerung ausfällt, entscheidet sich allerdings erst im Frühjahr, wenn die Zahlen der Lohnstatistik vorliegen.

In Ostdeutschland steigen die Renten sogar noch um 0,7 Prozentpunkte mehr als im Westen, weil die Ostrenten einen weiteren Schritt an die Westrenten angeglichen werden. Und Mütter, deren Kinder vor dem 1. Januar 1992 geboren wurden, können sich dank der Mütterrente II auf etwas mehr Geld freuen.

Auch eine ganze Reihe anderer Neuregelungen sollten sich positiv auf die Finanzlage der Bürger auswirken. Dazu gehören die Senkung des Beitrages zur Arbeitslosenversicherung von 3 auf 2,5 Prozent und die Rückkehr zur gleichmäßigen Aufteilung der Beitrage zur Krankenkasse zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern.

Damit wird künftig auch der bisher von den mehr als 56 Millionen Kassenmitgliedern allein zu zahlende Zusatzbeitrag zu gleichen Teilen zwischen ihnen und ihren Arbeitgebern aufgeteilt. Arbeitnehmer und Rentner sparen so etwa 6,9 Milliarden Euro jährlich.

Und auch wer Sozialhilfe oder Arbeitslosengeld II bezieht, bekommt ab dem 1. Januar 2019 zumindest etwas mehr Geld. Jedoch sind die Aufschläge bescheiden: Die Regelsätze erhöhen sich um 5 bis 8 Euro. So erhalten Alleinstehende künftig 424 statt 418 Euro. Das Kindergeld steigt ab dem 1. Juli: 10 Euro gibt es dann monatlich für jedes Kind mehr.

Doch einiges wird auch teurer. So steigt der Beitrag zur Pflegeversicherung zum Jahreswechsel von 2,55 auf 3,05 Prozent des Bruttoeinkommens. Gutverdiener müssen sich außerdem auf höhere Beiträge zur Sozialversicherung einstellen. Denn auch 2018 erhöht sich wieder die sogenannte Beitragsbemessungsgrenze, bis zu der in der Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung Sozialbeiträge gezahlt werden müssen. Der vom Arbeitnehmer zu tragende Höchstbeitrag zur gesetzlichen Krankenversicherung steigt dadurch nach Berechnung der Verbraucherzentrale NRW beispielsweise von 323,05 Euro im Monat auf 331,24 Euro im Monat.

Doch überwiegen nach Einschätzung der Verbraucherzentrale letztlich für die Bundesbürger die guten Nachrichten. Ihr Fazit: «Unterm Strich bringt das Jahr 2019 für fast alle mehr Geld.»

Veröffentlicht am:
18. 12. 2018
12:47 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Arbeitnehmer Arbeitslosenversicherung Bundesministerium der Finanzen Bundesministerium für Gesundheit und Soziale Sicherung Deutscher Bundestag Kindergeld Pflegeversicherung Pflegeversicherungen und Pflegekassen Rentner Sozialhilfe Stellenmarkt Verbraucherzentralen Wirtschaftsforschungsinstitute
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Altenpflege

10.05.2019

Fachkräftemangel in der Altenpflege weiter gestiegen

Die Pflegebranche leidet enorm unter dem Fachkräftemangel. Es dauert immer länger, bis Heimbetreiber eine frei gewordene Pflegestelle besetzen können. Die Bundesagentur für Arbeit hat einen Vorschlag, wie das geändert we... » mehr

"Finanzen"

04.09.2019

Wegweisender «Cum-Ex»-Strafprozess gestartet

Die Wörter «Cum» und «ex» sind manchem vielleicht noch aus dem Lateinunterricht bekannt. Doch sie sind mehr als verstaubte Vokabeln - sie stehen für krumme Dinger in der Finanzwelt und massiven Schaden für den Staat. Nun... » mehr

Arbeitsagentur

28.09.2018

Volkswirte: Im September deutlich weniger Arbeitslose

Nach der Sommerpause wird wieder mit deutlich sinkenden Arbeitslosenzahlen gerechnet. Experten sprechen vom Herbstaufschwung auf dem Arbeitsmarkt. » mehr

Paketbote

01.05.2019

CDU-Chefin will umfassende Regelungen für Paketboten

Im Streit um die soziale Absicherung von Paketboten spricht die CDU nicht mit einer Stimme. Jetzt macht die Parteichefin einen Vorschlag. Der könnte auch dem Koalitionspartner gefallen. » mehr

Razzia auf Baustelle

20.02.2019

Zoll soll aufrüsten gegen Schwarzarbeit und Sozialbetrug

Tagsüber schlecht bezahlte Schufterei. Nachts Schlaf im Matratzenlager oder in einer Schrottimmobilie. Gegen solche Arbeitsbedingungen will die Bundesregierung stärker vorgehen. » mehr

Produktion bei Merck

15.09.2019

Sorge vor ungeordnetem Brexit: Merck stockt Arzneilager auf

Der Merck-Konzern stellt sich beim Brexit auf den Ernstfall ein: Er stockt vorsorglich die Arzneivorräte auf. Das No-Deal-Schreckensszenario sei wahrscheinlicher geworden, glaubt der Vorstandschef. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Brand Hütte Suhl Suhl-Heinrichs

Brand Suhl-Heinrichs | 17.09.2019 Suhl-Heinrichs
» 16 Bilder ansehen

Unfall A71 bei Meiningen A 71

Unfall A71 bei Meiningen | 16.09.2019 A 71
» 5 Bilder ansehen

Erntedankfest Bücheloh Bücheloh

Erntedankfest Bücheloh | 16.09.2019 Bücheloh
» 41 Bilder ansehen

Autor

dpa

Kontakt zur Redaktion

Veröffentlicht am:
18. 12. 2018
12:47 Uhr



^