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Wirtschaft

Krisen in Argentinien und Brasilien treffen Merck

In Südamerika stecken wichtige Schwellenländer in der Krise, ihre Währungen verloren an Wert. Das spürt auch der Pharma- und Chemiekonzern Merck bei der Umrechnung von Umsätzen vor Ort. Im Tagesgeschäft gibt es aber Lichtblicke.



Merck
Nahrungsergänzungstabletten sind um ein Merck-Logo platziert.   Foto: Arne Dedert/Illustration

Der Pharma- und Chemiekonzern Merck braucht im schwierigen Jubiläumsjahr weiter einen langen Atem. Zwar lief es im dritten Quartal im kriselnden Geschäft mit Flüssigkristallen etwa für Displays wieder besser, doch dem Konzern machen negative Wechselkurseffekte zunehmend zu schaffen.

Vor allem wegen der starken Abwertung lateinamerikanischer Währungen geht Merck 2018 von einem noch stärkeren Rückgang des bereinigten Betriebsgewinns aus, teilte der Dax-Konzern am Mittwoch in Darmstadt mit. Hingegen traut er sich nach starken Geschäften mit Arznei und Laborbedarf mehr Umsatz zu.

Angesichts von Wirtschaftskrisen haben der argentinische Peso und der brasilianische Real stark an Wert verloren. Umsätze von Merck in diesen wichtigen Schwellenländern fallen so bei der Umrechnung in Euro niedriger aus. Argentinien steckt in einer Zahlungskrise und kämpft mit einer hohen Inflation. Jüngst gewährte der Internationale Währungsfonds (IWF) dem Land finanzielle Hilfen. Auch Brasilien leidet unter schwachem Wachstum. Merck verkauft Arzneien in beide Länder und hat Währungsverluste nicht an der Börse abgesichert.

Von Juli bis September rutschte der bereinigte Betriebsgewinn wegen der Währungseffekte um knapp 6 Prozent auf 963 Millionen Euro ab. Aus eigener Kraft lief es für Merck aber besser als erwartet: Die Erlöse stiegen um 6,6 Prozent auf 3,7 Milliarden Euro. «Im dritten Quartal haben wir über alle drei Unternehmensbereiche hinweg ein kräftiges organisches Umsatzwachstum erzielt», erklärte Chef Stefan Oschmann.

Vor allem das boomende Geschäft mit Laborausstattung stützte Merck. Die Umsätze in dem Bereich, der Produkte für die Pharmaforschung von Laborwassersystemen bis Komplettlösungen für die Arzneiproduktion verkauft, stiegen um 8,5 Prozent. Auch bei Medikamenten etwa gegen Unfruchtbarkeit und Diabetes lief es rund: In der gesamten Sparte wuchsen die Erlöse um 6,6 Prozent.

Lichtblicke gab es auch in der Spezialchemie, in der Merck bei Flüssigkristallen für Smartphone- und TV-Displays unter dem Preisdruck asiatischer Konkurrenz leidet. Das lange Zeit unangefochtene Geschäft mit Flüssigkristallen gilt als größte Baustelle bei Merck.

Für das gesamte Jahr erwartet der Konzern nun etwas mehr Umsatz. Die Erlöse sollen bei bis zu 14,8 Milliarden Euro liegen, bisher waren maximal 14,6 Milliarden angepeilt. Das um Sonderposten bereinigte Betriebsergebnis dürfte hingegen noch weiter zurückgehen. Gerade wegen des Preisdrucks bei Flüssigkristallen hatte der Konzern, der im Sommer 350 Jahre alt wurde, 2018 als Übergangsjahr bezeichnet.

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dpa

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Veröffentlicht am:
14. 11. 2018
12:06 Uhr

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14. 11. 2018
12:06 Uhr



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