Lade Login-Box.
Topthemen: Landtagswahl 2019Freies Wort hilftFolgen Sie uns auf InstagramSport-Tabellen

Wirtschaft

Konjunkturflaute stoppt deutschen Stellenboom

Lange schien das Wachstum ungebremst. Denn Jahr für Jahr wuchs die Zahl der offenen Jobs unaufhaltsam. Nun scheint dieser Positivtrend gestoppt. Mit der Konjunkturflaute sinkt die Nachfrage nach Arbeitskräften - mit ungewissen Folgen für den Arbeitsmarkt.



Stellenangebote
Freie Stellen bei einer Baufirma: Die anhaltende Konjunkturschwäche wirft immer längere Schatten auf den deutschen Arbeitsmarkt.   Foto: Jan Woitas

Die anhaltende Konjunkturschwäche wirft immer längere Schatten auf den deutschen Arbeitsmarkt und sorgt für ein Ende des jahrelangen Stellenbooms.

So sei die Nachfrage nach Arbeitskräften im Juli weiter zurückgegangen, berichtete die Bundesagentur für Arbeit (BA) am Dienstag in Nürnberg. Die Zahl der offenen Stellen sei inzwischen so niedrig wie zuletzt im September 2017. Seinen Höhepunkt hatte der Stellenboom Ende vergangenen Jahres erreicht.

Die Bundesagentur beruft sich dabei auf ihren Stellenindex BA-X. Der monatlich auf Basis betrieblicher Stellenmeldungen errechnete Arbeitsmarktfrühindikator habe im Juli bei 243 Punkten gelegen; das seien vier Punkte weniger als im Juni und 13 weniger als vor einem Jahr, berichtete die Nürnberger Bundesbehörde. Die Nachfrage nach neuen Mitarbeitern befinde sich damit zwar auf hohem Niveau, «wird aber merklich schwächer».

Branchenbezogen verlaufe die Entwicklung allerdings sehr uneinheitlich. Besonders konjunkturabhängige Wirtschaftsbereiche wie der Verkehr und die Logistikbranche, die Industrie, der Handel und die Zeitarbeitsbranche hätten den Arbeitsagenturen im Juli weniger freie Stellen gemeldet als vor einem Jahr. Dagegen sei die Nachfrage nach Arbeitskräften in konjunkturunabhängigen Sektoren wie der öffentlichen Verwaltung, dem Erziehungs- und Bildungswesen sowie bei Gesundheits- und Sozialberufen zuletzt weiter gestiegen.

Von einem Jobboom wie die Jahre zuvor kann auch aus Sicht von Volkswirten deutscher Großbanken keine Rede mehr sein. Das zeige bereits der Blick auf die aktuellen Juli-Arbeitslosenzahlen. Für den Ferienmonat haben sie einen Anstieg um rund 60.000 auf 2,276 Millionen Erwerbslose errechnet, berichteten sie in einer monatlichen Umfrage der Deutschen Presse-Agentur.

Der Juli-Anstieg würde damit deutlich stärker ausfallen als im Durchschnitt der vergangenen drei Jahre. Vor einem Jahr hatten die Arbeitslosenzahlen allerdings noch um knapp 50.000 höher gelegen. Die offiziellen Zahlen will die Bundesagentur für Arbeit (BA) am Mittwoch veröffentlichen.

Nach Ansicht der Bankökonomen kann auch beim Blick auf die derzeitige wirtschaftliche Lage nicht mehr von einer «Konjunkturdelle» gesprochen werden. Die deutsche Wirtschaft durchlebe derzeit vielmehr eine «anhaltende Schwächephase». «Angesichts des verhaltenen Ausblicks für Welthandel und Automobilbranche sowie der anhaltenden erhöhten politischen Unsicherheit rund um Handel ist in der zweiten Jahreshälfte 2019 bestenfalls mit einem Mini-Wachstum zu rechnen. Das Risiko einer Rezession ist mittlerweile recht hoch», urteilt etwa Allianz-Ökonomin Katharina Utermöhl.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
30. 07. 2019
14:52 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Arbeitnehmer Arbeitsagenturen Arbeitslose Arbeitslosenquote Arbeitsmarkt Bundesagentur für Arbeit Bundesämter (Deutschland) Deutsche Presseagentur Logistikbranche Mitarbeiter und Personal Offene Stellen Zeitarbeitsbranche
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Agentur für Arbeit

29.11.2019

Arbeitslosigkeit sinkt auf Rekordtief seit Wiedervereinigung

Konjunkturflaute hin, Autokrise her: Noch nie seit der Wiedervereinigung war die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland geringer. Die Bundesagentur in Nürnberg meldet für November noch 2,180 Millionen Menschen ohne Job. » mehr

Jobcenter in Leipzig

31.07.2019

Arbeitsmarkt trotzt im Juli der Konjunkturflaute

Jahrelang hatte ein Rekordtief das andere gejagt - inzwischen stellt sich selbst die Bundesagentur auf steigende Arbeitslosenzahlen ein. Zu sehr hat sich in den zurückliegenden Monaten die Konjunktur eingetrübt. » mehr

Arbeitsagentur

12.11.2019

Arbeitsmarkt: Fachkräfte noch immer schwer gefragt

Der deutsche Arbeitsmarkt braucht trotz der abflauenden Konjunktur noch immer Fachkräfte. Im dritten Quartal sei die Zahl der offenen Stellen zwar um 30.000 auf 1,36 Millionen gesunken, teilte das Institut für Arbeitsmar... » mehr

Stellenangebote

28.05.2019

Stellenboom schwächelt: 2,16 Millionen Arbeitslose im Mai

Jahrelang kannte die Zahl der offenen Stellen nur eine Richtung. Inzwischen ist die Rekordjagd gestoppt. Erste Firmen zögern mit der Ausweitung ihrer Belegschaften. Von einer Jobkrise ist Deutschland nach Experteneinschä... » mehr

Auf dem Bau

29.05.2019

Schwache Konjunktur schlägt auf Arbeitsmarkt durch

Meist sorgt der Frühjahrsaufschwung im Mai für einen kräftigen Rückgang der Arbeitslosenzahl, diesmal aber nicht. Die abflauende Konjunktur wirft Schatten auf den deutschen Arbeitsmarkt. Auch andere Faktoren spielen eine... » mehr

Agentur für Arbeit

30.10.2019

Zahl der Arbeitslosen sinkt im Oktober - aber nur leicht

Die Wirtschaftsflaute hinterlässt Spuren auf dem Arbeitsmarkt - bisher jedoch geringe. Die Zahl der Arbeitslosen wird auch bis Jahresende voraussichtlich weiterhin sinken. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Neues Löschfahrzeug in Crock

Neues Löschfahrzeug Crock |
» 5 Bilder ansehen

Unfall Schnee Laster Bedheim Bedheim

Laster-Unfall Bedheim | 11.12.2019 Bedheim
» 31 Bilder ansehen

Hubschrauber-Säge Baumbeschneidung Sonneberg Sonneberg

Baumfällarbeiten Sonneberg | 09.12.2019 Sonneberg
» 37 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
30. 07. 2019
14:52 Uhr



^