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Wirtschaft

Keine Streik-Verlängerung bei Germanwings

Ausgerechnet zum Jahreswechsel mussten Tausende Passagiere um ihre Flüge bangen und Umbuchungen hinnehmen. Doch insgesamt blieben die Auswirkungen des Flugbegleiter-Streiks bei Germanwings überschaubar, Chaos an den Flughäfen gab es nicht.



Streik bei Germanwings
"Annulliert" steht auf einer Anzeige im Flughafen für zwei Flüge der Fluggesellschaft Germanwings.   Foto: Marcel Kusch/dpa

Wer für die kommenden Tage einen Flug bei Germanwings gebucht hat, muss zunächst nicht mit einer Streichung seiner Verbindung rechnen: Die Flugbegleitergewerkschaft Ufo verzichtet auf eine Verlängerung des Streiks bei der Lufthansa-Gesellschaft.

«Wir werden den Streik wie geplant am Mittwoch beenden», sagte ein Ufo-Sprecher der Deutschen Presse-Agentur. Der Ausstand der Kabinengewerkschaft hatte am Montag begonnen und sollte drei Tage dauern. Allerdings hatte Ufo zwischenzeitlich eine Verlängerung des Ausstands angedroht.

Wie bereits an den beiden Vortagen mussten auch am Neujahrstag Tausende Passagiere bundesweit Einschränkungen hinnehmen. Am Mittwoch sollten mehr als 70 Flüge ausfallen, wie aus einer aktuellen Übersicht auf der Internetseite von Eurowings hervorgeht. Insgesamt wurden im Zuge des dreitägigen Streiks über 190 Verbindungen gestrichen.

«Wir müssen erstmal nichts mehr beweisen», sagte der Ufo-Sprecher mit Verweis auf die ausgefallenen Flüge. Am kommenden Sonntag werde es ein gewerkschaftsinternes Treffen geben, um das weitere Vorgehen zu beraten. Bis zuletzt habe es keine Gespräche mehr mit der Arbeitgeberseite gegeben.

Eurowings zieht ein gelassenes Fazit zu den Streiktagen. Man begrüße das Ende des Ausstands, sagte eine Sprecherin. Man habe die drei Tage wie geplant überstanden. «Alle Passagiere wurden frühzeitig informiert und die Flüge konnten rechtzeitig umgebucht werden.» Niemand habe nichtsahnend am Flughafen stranden müssen.

Betroffen waren nicht ausschließlich Germanwings-Flüge, sondern vereinzelt auch andere Verbindungen von Eurowings. Die meisten Streichungen betrafen Inlandsflüge, aber auch einige internationale Verbindungen wurden abgesagt, etwa nach Wien und Zürich.

Die Auswirkungen des Streiks hielten sich aber an allen drei Tagen in Grenzen. Noch am stärksten betroffen war am Mittwoch wie auch schon an den Vortagen der Flughafen Köln/Bonn. Aber selbst hier konnte von Chaos keine Rede sein. Es habe während der gesamten Streiktage keine nennenswerten Auswirkungen auf den Flughafen gegeben, sagte eine Sprecherin des Airports. Neben Köln-Bonn waren von dem Streik unter anderem auch die Flughäfen Berlin-Tegel, Hamburg und München betroffen.

Auch zu Turbulenzen bei der Bahn als Ausweichmöglichkeit kam es nicht. Von einem Ansturm aufgrund des Streiks bei Germanwings sei an den Streiktagen nichts spürbar gewesen, sagte eine Bahn-Sprecherin am Mittwoch.

Germanwings ist mit rund 30 Flugzeugen und etwa 1400 Mitarbeitern für Eurowings unterwegs, soll aber mit dem Eurowings-Flugbetrieb verschmolzen werden. Das Management gebe den Mitarbeitern keine klare Perspektive für die Zukunft ihres Flugbetriebs, hatte Ufo-Vize Daniel Flohr kritisiert.

Offizieller Streikgrund sind Regelungen zur Teilzeit für Kabinenbeschäftigte, die laut Ufo unerfüllt sind. Germanwings hatte den Beschäftigten die Teilzeitregelungen der Lufthansa angeboten. Ufo lehnte aber ab, weil sie eigene Tarifregelungen zur Teilzeit will. Eurowings betrachtet den Streik als unangemessen und setzte sich zum Ziel, in den drei Tagen von geplanten 1200 Flügen mehr als 1000 durchzuführen.

Lufthansa und Ufo liegen seit längerem im Clinch. Dabei geht es nicht nur um Tariffragen, sondern auch um die Anerkennung der Ufo als Gewerkschaft. In dem Konflikt hat es einen Warnstreik bei vier Lufthansa-Töchtern sowie einen zweitägigen Streik bei der Kerngesellschaft Lufthansa gegeben. Hier waren im November rund 1500 Flüge mit rund 200 000 betroffenen Passagieren ausgefallen.

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dpa

dpa

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Veröffentlicht am:
01. 01. 2020
19:47 Uhr

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