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Wirtschaft

Kein Ende des deutschen Beschäftigungsbooms in Sicht

Seit Jahren eilt der deutsche Arbeitsmarkt von einem Beschäftigungsrekord zum nächsten. Nach Prognosen aus Wirtschaft und Politik bleibt das auch erstmal so. Auf längere Sicht drohen aber auch Risiken.



Koch in der Küche
Ein Koch kocht in einer Küche. Die Industrie- und Handelskammern rechnen im kommenden Jahr mit einer halben Million neuer Stellen in Deutschland.   Foto: Jan-Philipp Strobel

Der deutsche Arbeitsmarkt dürfte auch in den kommenden Jahren von Beschäftigung auf Rekordniveau profitieren. Das geht aus Prognosen der Wirtschaft und aus der Bundesregierung hervor.

Weil zunehmend Fachkräfte fehlen, erweist sich der stellenweise leergefegte Arbeitsmarkt allerdings auch für viele Unternehmen als Problem: Nach einer Untersuchung der staatlichen Förderbank KfW befürchten 65 Prozent der mittelständischen Betriebe, dass freie Stellen nur mit Abstrichen, verzögert oder überhaupt nicht besetzt werden können.

Die Industrie- und Handelskammern rechnen im kommenden Jahr mit einer halben Million neuer Stellen in Deutschland. Mit 120 000 neuen Jobs soll vor allem der Dienstleistungssektor wachsen, wie die «Saarbrücker Zeitung» (Samstag) berichtet. Für die Prognose befragte der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) etwa 27 000 Unternehmen.

Aktuell (Stand September) sind nach Angaben des Statistischen Bundesamtes gut 45 Millionen Menschen in Deutschland erwerbstätig, 557 000 mehr als vor Jahresfrist und so viele wie noch nie seit der Wiedervereinigung. Die Rekordbeschäftigung ist seit Jahren eine wichtige Stütze des deutschen Daueraufschwungs.

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) rechnet zwar damit, dass in den kommenden sieben Jahren wegen technischen Fortschritts 1,3 Millionen Arbeitsplätze entfallen. «Es entstehen aber auch 2,1 Millionen neue Jobs», sagte Heil den Zeitungen der Funke- Mediengruppe. «Uns geht die Arbeit nicht aus, aber es wird andere Arbeit sein.» Für den Zeitraum bis zum Jahr 2035 sähen die Prognosen allerdings nicht ganz so gut aus, sagte der Minister. Bis dahin würden 3,3 Millionen neue Jobs entstehen und vier Millionen verschwinden. Daher seien Qualifizierung, Weiterbildung und Umschulung wichtig. «Jetzt geht es darum, dass die Arbeitnehmer von heute auch die Arbeit von morgen machen können.»

Bildung rückt auch die KfW in den Fokus: Mittelfristig befürchtet die Förderbank einen verschärften Fachkräftemangel, wenn ab etwa 2025 die Baby-Boomer in Rente gehen. Deutschland brauche in den kommenden Jahren zweifellos viel mehr qualifizierte Zuwanderer als zuvor, argumentierte KfW-Chefvolkswirt Jörg Zeuner. Sinnvoll seien zudem Investitionen in den Ausbau von Kitas, Ganztagsschulen und Weiterbildung.

Im kommenden Jahr sollen dem DIHK zufolge je 90 000 Jobs in Handel, Verkehr, Gastgewerbe und Industrie entstehen. Auch im Baugewerbe erwartet der Verband noch einen Zuwachs, der mit 50 000 erwarteten Stellen allerdings geringer ausfällt. Im laufenden Jahr rechnet der DIHK mit einem noch größeren Plus - von insgesamt 580 000 Stellen.

Als Grund für die anhaltend hohe Nachfrage nannte Verbandspräsident Eric Schweitzer unter anderem den Fachkräftemangel. «Händeringend suchen die Unternehmen nach Personal.» Mittlerweile sähen mehr als drei Fünftel der Unternehmen darin ein Geschäftsrisiko.

Auch die Bundesagentur für Arbeit verzeichnete zuletzt eine hohe Nachfrage. Die Zahl der offenen Stellen sei so hoch wie nie zuvor, teilte die Agentur Ende Oktober mit. Die Arbeitslosenquote war im Oktober unter die 5-Prozent-Marke gesunken - zum ersten Mal im wiedervereinigten Deutschland.

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dpa

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Veröffentlicht am:
04. 11. 2018
12:33 Uhr

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04. 11. 2018
12:33 Uhr



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