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Wirtschaft

Inflation auf dem Rückzug - Heizöl und Sprit billiger

Autofahrer müssen weniger fürs Tanken zahlen, Heizöl ist deutlich billiger geworden. Die gesunkene Nachfrage nach Rohöl in der Corona-Krise drückt die Preise. Das hat Folgen für die Entwicklung der Teuerungsrate insgesamt.



Diesel- und Benzinpreis
Die Preise für Benzin und Diesel sind gefallen.   Foto: Daniel Reinhardt/dpa

Deutlich gesunkene Heizöl- und Spritkosten haben den Anstieg der Verbraucherpreise inmitten der Coronakrise gedämpft.

Im März lag die Jahresinflationsrate in Deutschland bei 1,4 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Wiesbaden mitteilte. Die Behörde bestätigte damit erste Daten. Im Januar und Februar waren die Verbraucherpreise gegenüber dem Vorjahresmonat jeweils noch um 1,7 Prozent gestiegen.

Energie wurde binnen Jahresfrist um 0,9 Prozent billiger. Mit dem weitgehenden Stillstand der Wirtschaft in vielen Ländern in der Corona-Krise verringert sich auch die Nachfrage nach Rohöl. Die Folge: die Preise sinken. Auch die jüngste Einigung führender Rohölländer auf eine Kürzung der Fördermenge führte bislang nicht zu einer signifikanten Erholung. Zuletzt sind die Preise für Benzin und Diesel an Tankstellen in Deutschland sogar auf langjährige Tiefststände gesunken.

Im März war Heizöl 19,6 Prozent billiger als im Vorjahresmonat. Für Sprit mussten Autofahrer 3,3 Prozent weniger zahlen. Ohne Berücksichtigung der Preise für Heizöl und Kraftstoffe hätte die Inflationsrate den Angaben zufolge bei 1,6 Prozent gelegen.

Teurer wurden hingegen Strom (plus 4,5 Prozent) und Erdgas (plus 2,3 Prozent). Nahrungsmittel kosteten 3,7 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Tiefer ins Portemonnaie greifen mussten die Menschen in Deutschland vor allem für Fleisch und Fleischwaren sowie für Obst (jeweils plus 8,8 Prozent).

Gegenüber Februar stiegen die Verbraucherpreise insgesamt den Angaben zufolge um 0,1 Prozent.

Die Inflationsrate ist ein wichtiger Gradmesser für die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB). Die Notenbank strebt für den gesamten Euroraum mit seinen 19 Ländern mittelfristig eine Jahresteuerungsrate von knapp unter 2,0 Prozent an - weit genug entfernt von der Nullmarke. Denn dauerhaft niedrige oder auf breiter Front sinkende Preise könnten Unternehmen und Verbraucher verleiten, Investitionen aufzuschieben. Das kann die Wirtschaft bremsen.

Die angestrebte Rate hat die EZB trotz Nullzinspolitik und Geldschwemme schon lange nicht mehr erreicht. In der Corona-Krise schwächte sich die Rate wegen der gesunkenen Energiepreise sogar ab. Nach Daten des Statistikamtes Eurostat lagen die Verbraucherpreise im März im gemeinsamen Währungsraum nur 0,7 Prozent höher als vor einem Jahr. Im Februar waren es noch 1,2 Prozent.

Trotz der Geldflut der EZB und milliardenschwerer Rettungspakete der Regierung rechnen mehrere Ökonomen vorerst nicht mit einem Anstieg der Verbraucherpreise. Der jüngste Einbruch des Ölpreises dürfte die Teuerungsrate wohl so stark drücken, dass alle anderen Effekte in den Hintergrund treten, argumentierte beispielsweise Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer jüngst.

Trotz der Corona-Krise sieht das Statistische Bundesamt die Gesamtberechnung der Verbraucherpreise nicht gefährdet. Jeden Monat notieren Preiserheber der Statistischen Landesämter und des Wiesbadener Bundesamtes in Geschäften, was die verschiedensten Produkte kosten. Im März waren die meisten Geschäfte den Angaben zufolge zum Zeitpunkt der Erhebung noch geöffnet. Daneben haben die Statistiker auch Online-Angebote im Blick.

Der größte Teil des Warenkorbs sei trotz der Einschränkungen auch weiterhin abgedeckt, sagte Ute Egner, Referentin für Verbraucherpreise bei der Wiesbadener Behörde, der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX. Auch unter normalen Bedingungen seien bestimmte Produkte in bestimmten Monaten nicht verfügbar. Dies werde unter anderem durch Fortschreibungsverfahren ausgeglichen. Aktuell setze man zudem verstärkt auf die Erhebung von Preisdaten im Internet.

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dpa

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Veröffentlicht am:
16. 04. 2020
13:15 Uhr

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16. 04. 2020
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