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Wirtschaft

«Ich bin längst überfällig»: Norwegian-Chef Kjos tritt ab

Seine Zeit an der Spitze der norwegischen Billigfluglinie sei nach 17 Jahren um, sagt Kjos nicht ohne eine gewisse Erleichterung. Jenseits der 70 solle man keine Airline mehr führen.



Chef von Billigfluglinie Norwegian tritt ab
Bjorn Kjos, CEO von Norwegian Air Shuttle ASA, tritt nach 17 Jahren von seinem Posten an der Spitze der Billigfluggesellschaft zurück.   Foto: Heiko Junge/NTB scanpix/dpa

Konzernchef Bjørn Kjos tritt nach 17 Jahren von seinem Posten an der Spitze der Billigfluggesellschaft Norwegian zurück.

Finanzdirektor Geir Karlsen werde seine Rolle ab sofort interimsmäßig übernehmen, bis ein Nachfolger von Kjos gefunden worden sei, teilte die Airline am Donnerstag mit. Der 72 Jahre alte Kjos soll aber weiter eine führende Rolle im Unternehmen als Berater innehaben.

Sein Abschied komme keinen Tag zu früh, sagte Kjos, als er letztmalig als Konzernboss Quartalszahlen von Norwegian präsentierte. Jenseits der 70 sollte man seiner Ansicht nach keine Fluggesellschaft mehr führen. «Ich bin längst überfällig.»

Mit Karlsen übernehme ein «sehr guter Typ» seinen Posten, fügte Kjos hinzu. Er freue sich darauf, sich künftig nicht mehr auf den Tagesbetrieb, sondern auf die Zukunft von Norwegian konzentrieren zu können. Dazu zählte der 72-Jährige den Aufbau von Netzwerken mit anderen Fluggesellschaften in den USA und in Asien. Der Fokus der Airline liege nicht mehr auf dem Wachstum, sondern auf der Profitabilität.

Der frühere Kampfpilot Kjos zählt zu den Gründern von Norwegian Air Shuttle. In seiner Zeit als Norwegian-Chef entwickelte sich die Fluglinie von einem norwegischen Kleinbetrieb mit 130 Mitarbeitern und vier Flugzeugen zu einer internationalen Billigfluggesellschaft mit mehr als 11 000 Angestellten und 162 Passagiermaschinen. Mittlerweile ist Norwegian nicht nur zu einem großen Rivalen der skandinavischen Fluglinie SAS geworden. Mit niedrigen Preisen ist Norwegian zu einer der größten Billig-Airlines Europas aufgestiegen und auch eine Konkurrenz für etablierte Gesellschaften wie Lufthansa.

Zuletzt hatten die Norweger allerdings Probleme mit dem Boeing-Krisenflieger 737 Max 8. Wie andere Fluggesellschaften belässt Norwegian seine 18 Max-Maschinen nach zwei tödlichen Unglücken seit März 2019 am Boden. Die Fluglinie rechnet damit, dass die Flieger im Oktober wieder in Betrieb genommen werden.

Im laufenden Geschäft musste Norwegian derweil deutliche Rückgänge hinnehmen. Die von Kjos vorgestellten Zahlen für das zweite Quartal zeigten einen gesunkenen Gewinn der Monate April bis Juni von 82,8 Millionen norwegischen Kronen (8,6 Millionen Euro). Im Vorjahreszeitraum hatte er 300,3 Millionen Kronen betragen. Die durch die Probleme mit den Max-8-Fliegern entstehenden Kosten 2019 bezifferte Norwegian auf 700 Millionen Kronen (72,6 Millionen Euro).

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dpa

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Veröffentlicht am:
11. 07. 2019
13:19 Uhr

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dpa

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11. 07. 2019
13:19 Uhr



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