Lade Login-Box.
Topthemen: Landtagswahl 2019Freies Wort hilftFolgen Sie uns auf InstagramSport-Tabellen

Wirtschaft

Hilfe für Stahlbranche - Saar-Regierungschef schreibt Merkel

Im Saarland kriselt es in gleich zwei Schlüsselbranchen - der Stahl- und der Autoindustrie. Das ist für den Ministerpräsidenten Hans Anlass, sich in einem Brief an Kanzlerin Merkel zu wenden.



Stahlarbeiter-Kundgebung im Saarland
Mitarbeiter von Saarstahl stehen während einer Kundgebung auf dem Gelände von Saarstahl in Völklingen (Saarland).   Foto: Oliver Dietze/dpa

Saar-Ministerpräsident Tobias Hans sorgt sich um die in dem Land wichtige Stahlindustrie und hat in einem Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel (beide CDU) um Hilfe gebeten.

Schon seit einiger Zeit herrsche in den saarländischen Unternehmen Kurzarbeit, schreibt Hans in dem Brief, der der Deutschen Presse-Agentur vorlag und über den zuvor schon die «Frankfurter Allgemeine Zeitung» berichtet hatte.

Nun hätten sich die Verhältnisse nochmals deutlich verschärft, schreibt Hans weiter. Die Dillinger Hütte und Saarstahl hätten einen Abbau von annähernd 20 Prozent der Beschäftigten in den kommenden drei Jahren angekündigt. Die Stahlbranche ist im Saarland der zweitwichtigste Industriezweig. Allein die Dillinger Hütte und Saarstahl beschäftigen weltweit rund 14.000 Menschen.

Zuletzt hatten IG Metall und Betriebsräte an der Saar angekündigt, mit den saarländischen Bundespolitikern Peter Altmaier (CDU) und Heiko Maas (SPD) zusammenkommen zu wollen. Am Mittwoch hatten der Gewerkschaft zufolge bei einer Kundgebung vor dem Landtag in Saarbrücken etwa 1200 Menschen gegen die Gefährdung zahlreicher Arbeitsplätze im Land demonstriert. Auch die zweite große Branche an der Saar, die Autoindustrie, kriselt derzeit.

Hans schreibt in dem Brief an Merkel von großen Umbrüchen für die gesamte deutsche Stahlindustrie. Er listet als Herausforderungen etwa globale Überkapazitäten, Dumping- und Subventionspraktiken in anderen Ländern, die Folgen von US-Strafzöllen und die sinkende Stahlnachfrage der Autoindustrie auf. «Meine große Sorge ist, dass ohne erneute gemeinsame Kraftanstrengungen von Land, Bund und der EU die anstehenden Herausforderungen nicht bewältigt werden können», formulierte Hans in dem Schreiben. Auch der Weg hin zu einer teureren umweltfreundlicheren Stahlproduktion werde nicht ohne Unterstützung des Bundes und der EU machbar sein.

Zu einer möglichen Höhe der Hilfen für die Stahlbranche sagte Hans der «FAZ»: «Wenn wir 40 Milliarden Euro haben, um aus Klimaschutzgründen aus der Kohleverstromung auszusteigen, müssen wir auch einen Milliardenbetrag, der nicht zweistellig ist, aufbringen können, um unsere Stahlindustrie in eine klimaneutrale Zukunft zu führen.» Das nationale Klimapaket sei zwar richtig, erschwere aber die Lage der Stahlindustrie, weil Energie damit noch teurer werde.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
04. 10. 2019
14:13 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Bundeskanzler der BRD Bundeskanzlerin Angela Merkel CDU DHS - Dillinger Hütte Saarstahl AG Deutsche Presseagentur Dillinger Hütte Eisen- und Stahlbranche Europäische Union Gewerkschaften Heiko Maas IG Metall Kanzler Landtage der deutschen Bundesländer Peter Altmaier SPD Stahl Tobias Hans
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Stahlarbeiter von Thyssenkrupp demonstrieren in Duisburg

03.12.2019

Thyssenkrupp-Stahlkocher fordern sichere Jobs

Bei Thyssenkrupp wächst die Unruhe. Die Stahlarbeiter fühlen sich als «Schmuddelkinder» des Konzerns behandelt. Jahrelang sei nicht in moderne Anlagen investiert worden. Das räche sich jetzt. » mehr

Saarstahl-Schmiede

27.09.2019

1500 Jobs in Saar-Stahlindustrie sollen wegfallen

Hunderte Jobs in der saarländischen Stahlbranche fallen künftig weg, auch wenn es keine Kündigungen geben soll. Die beiden wichtigsten Unternehmen müssen sparen. Langfristig wollen sie CO2-frei werden. » mehr

IG Metall

06.10.2019

IG Metall fordert mehr Tarifbindung

483 Delegierte, fast 800 Anträge, sechs Plenartage: Die IG Metall fährt zum Gewerkschaftstag in Nürnberg groß auf. Es sollen Antworten gefunden werden auf große Fragen - nach der Zukunft der Arbeit und nach klimafreundli... » mehr

E-Auto-Ladestation

03.11.2019

E-Autos: «Gipfel» sucht Wege für Ladenetz ohne Lücken

Die Autobranche ist eine Kernindustrie in Deutschland. Sie steckt in einem schwierigen Wandel, Gewerkschaften fürchten Jobverluste. Beim «Autogipfel» am Montag geht es um zentrale Fragen. » mehr

E-Auto

05.11.2019

Regierung und Hersteller erhöhen Zuschüsse für E-Auto-Käufer

Immer mehr Autos in Deutschland fahren mit Strom, aber noch immer dominieren Diesel und Benziner. Nun werden die Kaufprämien erhöht. Doch damit allein ist es nicht getan. » mehr

Deutscher Arbeitgebertag 2019

12.11.2019

Gegenwind für Wirtschaft - was nun? Koalition uneins

Eine Rede auf dem Arbeitgebertag ist für Spitzenpolitiker ein Muss - noch dazu in wirtschaftlich unruhigeren Zeiten. Eine Schlüsselrolle hat derzeit der Mann, der für die Bundeskasse zuständig ist. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Meiningen Mallorca Party

Meiningen Mallorca Party | 08.12.2019 Meiningen
» 138 Bilder ansehen

Weihnachtsmarkt in Eisfeld Eisfeld

Weihnachtsmarkt Eisfeld | 08.12.2019 Eisfeld
» 53 Bilder ansehen

Weihnachtsgala Ilmenau

Weihnachtsgala In Takt | 08.12.2019 Ilmenau
» 9 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
04. 10. 2019
14:13 Uhr



^