Lade Login-Box.
Topthemen: Gebietsreform: Das ändert sich in SüdthüringenMobilität und EnergieFußball-Tabellen

Wirtschaft

Handelsstreit zwischen USA und China belastet Europas Firmen

Europäische Unternehmen kritisieren die von Donald Trump verhängten Strafzölle. In einem Punkt geben Sie dem US-Präsidenten aber recht: Chinas Wirtschaft muss sich weiter öffnen.



Containerschiff
Mehr als jedes dritte EU-Unternehmen, das in China tätig ist, wird durch den Handelsstreit negativ beeinflusst.   Foto: CHINATOPIX

Die Strafzölle, mit denen sich die USA und China überziehen, nehmen ein immer gewaltigeres Ausmaß an. Die Folgen des Handelskonflikts bekommen auch europäische Firmen zu spüren.

Mehr als jedes dritte EU-Unternehmen, das in China tätig ist, wird negativ beeinflusst. Das geht aus einer veröffentlichten Mitgliederbefragung der EU-Handelskammer in Peking hervor.

Das Ergebnis der Umfrage «widerspricht Erwartungen, dass europäische Unternehmen von den Zöllen profitieren würden», heißt es in dem Papier. Die Hoffnung, dass Chinesen statt bei US-Firmen einfach mehr bei europäischen Konkurrenten bestellen, scheint sich bislang nicht zu bewahrheiten.

Weniger als fünf Prozent der befragten EU-Firmen sahen demnach positive Auswirkungen auf ihr Geschäft. Vielmehr sorge der andauernde Konflikt für eine insgesamt schlechtere Stimmung in der Wirtschaft. Geschäftsentscheidungen würden erschwert, was negative Auswirkung auf das Wachstum habe, teilte die Kammer mit.

Die Umfrage wurde im Januar und Februar durchgeführt, also noch vor der jüngsten Zuspitzung des Handelsstreits der beiden größten Volkswirtschaften. Vor zwei Wochen hatten sich beide Seiten mit einer neuen Runde von Strafzöllen überzogen.

Nachdem die USA Zölle auf Waren im Wert von 200 Milliarden Dollar (179 Milliarden Euro) von 10 auf 25 Prozent erhöhten, hob Peking seinerseits seine Sonderabgaben auf US-Produkte im Wert von 60 Milliarden US-Dollar an.

Aus Sicht der EU-Kammer seien die von den USA verhängten Strafzölle zwar eindeutig der falsche Weg. Die zugrundeliegende Kritik des Weißen Hauses werde aber in vielerlei Hinsicht geteilt. So führte die Kammer aus, dass EU-Firmen in der Volksrepublik trotz großer Reformversprechen noch immer benachteiligt würden. «Wir brauchen ein vorhersehbares, faires Geschäftsumfeld», sagte Vize-Kammerpräsidentin Charlotte Roule.

56 Prozent der befragten Unternehmen schätzten ein, dass chinesische Firmen in Europa einen besseren Marktzugang genießen als umgekehrt EU-Firmen in China. 45 Prozent beklagten, dass sie in China im Vergleich zu lokalen chinesischen Firmen ungerecht behandelt werden.

20 Prozent der EU-Unternehmen gaben zudem an, dass sie sich genötigt fühlten, chinesischen Partnern Technologie zu überlassen, um in China Geschäfte machen zu können. Vor zwei Jahren hatten sich darüber lediglich 10 Prozent der EU-Firmen beschwert. «Es ist nicht hinnehmbar, dass diese Praxis in einem so ausgereiften und innovativen Markt wie China fortgesetzt wird», sagte Roule.

Ein besserer Schutz gegen zwangsweisen Technologietransfers für in China tätige Unternehmen ist auch eine zentrale Forderung der US-Regierung im Handelsstreit. Zudem wird mehr Marktzugang in China gefordert, sowie eine Verringerung des US-Handelsdefizits. Auch stoßen sich die USA an staatlicher Förderung chinesischer Firmen, die den Markt verzerre.

Sowohl in den USA als auch in Europa herrscht Misstrauen gegen chinesische Investitionen, wie eine am Montag veröffentlichte Umfrage des Münchner Ifo-Instituts unter 1012 Fachleuten in 81 Ländern ergab. In der EU bewerteten zwei Drittel der befragten Fachleute chinesische Investitionen leicht oder sogar deutlich negativer als die aus anderen Ländern, in den USA waren es 78 Prozent. Gründe sind vor allem die Sorge vor dem Abfluss von Technologie und befürchtete Einflussnahme der chinesischen Regierung.

Doch aus Sicht der EU muss statt eines eskalieren Handelskonflikt ein anderes Mittel her, um die Probleme zu lösen. «Wir glauben an den strategischen Dialog», sagte Kammer-Vize Roule. Statt auf Zölle zu setzten, solle die EU mit China weiter über ein Investitionsabkommen verhandeln, in dem auch die unfairen Wettbewerbsbedingungen adressiert werden.

Veröffentlicht am:
20. 05. 2019
17:46 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Chinesische Regierungen Chinesische Unternehmen Donald Trump Europäische Union Handelskonflikte Präsidenten der USA Staatliche Unterstützung und Förderung Strafzölle US-Regierung Unternehmen Unternehmen - Europa Unternehmen in den USA Zoll (Außenwirtschaft)
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Handelsstreit China - USA

31.05.2019

China stellt Liste mit «unzuverlässigen» Firmen auf

Die USA haben den chinesischen Huawei-Konzern auf eine schwarze Liste gesetzt. Nun droht China damit, ausländische Firmen auf ähnliche Art ins Visier zu nehmen. Auch eine neue Runde von Strafzöllen soll in Kraft treten. » mehr

Seltenen Erden

31.05.2019

China will neue Zölle gegen USA in Kraft setzen

Im Handelsstreit der beiden größten Volkswirtschaften schwinden die Hoffnungen auf eine rasche Lösung. Die neueste Entscheidung Washingtons: Auf ein Produkt aus China werden Strafzölle von bis zu 1731,75 fällig - und auc... » mehr

Produktion bei Airbus

09.04.2019

US-Präsident Trump droht EU wegen Airbus mit Strafzöllen

Der Handelskonflikt zwischen Washington und Brüssel ist schlagartig zurück auf der Agenda. US-Präsident Trump kündigt Vergeltung für Airbus-Subventionen an, die EU reagiert mit scharfer Kritik. Muss die exportlastige deu... » mehr

US-Strafzölle gegen Mexiko

01.06.2019

Trumps Strafzölle gegen Mexiko unter Beschuss

US-Präsident Trump will den Grenzstreit mit Mexiko nun mit Strafzöllen lösen. Das bringt den Nachbarn auf die Palme - aber auch die eigene Wirtschaft. Zugleich nehmen die Spannungen mit China weiter zu. » mehr

Panasonic und Huawei

23.05.2019

Auch japanische Firmen reagieren auf US-Sanktionen

Weil die USA Sanktionen verhängt haben, fahren Firmen in aller Welt ihre Geschäfte mit dem chinesischen Konzern zurück. Huawei spricht von einem «gefährlichen Präzedenzfall». » mehr

Hafen in Qingdao

08.05.2019

China droht mit Vergeltung - Gespräche gehen weiter

Noch ist der Gesprächsfaden nicht abgerissen - doch die Rhetorik im chinesisch-amerikanischen Handelskrieg wird schärfer. China hofft noch auf eine Lösung - droht aber auch schon mit Vergeltung. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Backhausfest_Hirschdorf Hirschdorf

Backhausfest Hirschdorf | 23.06.2019 Hirschdorf
» 52 Bilder ansehen

Jubiläum Christoph 60 Suhl

Jubiläumsfest Christoph 60 | 23.06.2019 Suhl
» 23 Bilder ansehen

1200-Jahrfeier-Auftakt Kaltenlengsfeld Kaltenlengsfeld

1200-Jahrfeier-Auftakt Kaltenlengsfeld | 22.06.2019 Kaltenlengsfeld
» 36 Bilder ansehen

Autor

dpa

Kontakt zur Redaktion

Veröffentlicht am:
20. 05. 2019
17:46 Uhr



^
Ändern Einverstanden

Diese Webseite nutzt Cookies für Funktions-, Statistik- und Werbezwecke. In unserer » Datenschutzerklärung können Sie die Cookie-Einstellungen ändern. Wenn Sie der Verwendung von Cookies zustimmen, klicken Sie bitte "Einverstanden".