Lade Login-Box.
Sommerausklang in Südthüringen zum Digital-Abo
Topthemen: Freies Wort hilftCoronavirus in ThüringenFolgen Sie uns auf Instagram

Wirtschaft

Großfusion auf dem Wurstmarkt: Kartellamt gibt grünes Licht

Der Wettbewerb unter Fleischverarbeitern ist hart. Seit Jahren dreht sich deshalb das Fusionskarussell. Durch den Zusammenschluss zweier Mittelständler entsteht nun ein neuer Branchenriese.



Bundeskartellamt
Die Fleischverarbeiter Kemper und Reinert dürfen fusionieren. Das hat das Bundeskartellamt entschieden.   Foto: Henning Kaiser/dpa

Der Wurstmarkt in Deutschland ordnet sich neu: Das Bundeskartellamt hat den mittelständischen Fleischverarbeitern Kemper und Reinert grünes Licht für die Fusion zum zweitgrößten Fleisch- und Wurstwarenhersteller der Bundesrepublik gegeben.

«Auch nach der Fusion gibt es für Abnehmer und Lieferanten noch hinreichende Alternativen», begründete der Präsident des Bundeskartellamtes, Andreas Mundt, den Schritt.

Das neue Unternehmen mit dem Namen «The Family Butcher» wird einen Umsatz von mehr als 700 Millionen Euro haben. Größer ist in Deutschland nur noch die Tönnies-Gruppe. Auch gemeinsam kommen Kemper und Reinert nach Angaben der Wettbewerbsbehörde aber lediglich auf Marktanteile zwischen zehn und 20 Prozent.

Angesichts der hohen Nachfragemacht der Lebensmittelketten wie Edeka, Rewe oder Kaufland, die zum Teil sogar über eigene Fleischwerke verfügten, sei das nicht besorgniserregend, betonte Mundt. Hinzu komme, dass es trotz des seit Jahren andauernden Konzentrationsprozesses in der Branche auch weiterhin eine ganze Reihe größerer mittelständischer Fleisch- und Wurstwarenhersteller gebe, die für Wettbewerb sorgten.

Der Zusammenschluss von Reinert und Kemper ist nur der jüngste Schritt in einem seit Jahren zu beobachtenden Konzentrationsprozess auf dem durch harten Wettbewerb und schrumpfende Gewinnmargen geprägten deutschen Wurstmarkt. Erst Ende Juni hatte die schweizerische Bell-Gruppe ihr deutsches Wurstgeschäft - bekannt unter dem Namen Zimbo - an Tönnies verkauft. Auch der Schweizer Lebensmittelriese Nestlé signalisierte im vergangenen Frühjahr die Absicht, sich von seiner Wurstsparte Herta zu trennen.

Kemper mit Sitz im niedersächsischen Nortrup und Reinert mit der Firmenzentrale im nordrhein-westfälischen Versmold wollen nach dem Zusammenschluss «ein breites Sortiment von Preiseinstiegsprodukten bis hin zu Pemimum-Herstellermarken» anbieten. Die Erfahrungen der Unternehmen ergänzten sich gut, heißt es. Denn das 1931 gegründete Familienunternehmen Reinert ist als Markenhersteller positioniert und nicht zuletzt durch seine Bärchenwurst bekannt. Der bereits 1888 gegründete Partner Kemper verfügt dagegen über große Erfahrungen als Hersteller von Handelsmarken für große Lebensmittelketten. Marktführer Tönnies könnte durch den Zusammenschluss im harten Wettbewerb mit Wurstprodukten also mehr Konkurrenz bekommen.

Das neue Unternehmen verfügt über neun Produktionsstätten und 2600 Mitarbeiter. Die Inhaber-Familien Kühnl und Reinert werden nach früheren Angaben je die Hälfte der Anteile des neuen Unternehmens halten.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
20. 11. 2019
11:58 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Bundeskartellamt Edeka-Gruppe Kartellämter Kaufland Konkurrenz Marktanteile Nestlé Produktionsunternehmen und Zulieferer Rewe Gruppe Tönnies-Gruppe
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Real-Märkte

17.09.2020

Zerschlagung von Real: Globus steigt in Verkaufspoker ein

Die Real-Warenhäuser sind bald Geschichte, die Zerschlagung ihres Filialnetzes läuft längst. Bisher meldeten sich die Branchengrößen Edeka und Kaufland als Käufer, nun kommt ein Wettbewerber aus dem Saarland hinzu. » mehr

SB-Warenhauskette Real

10.07.2020

Kartellamt prüft Verkauf von Real-Filialen genauer

Bevor der Verkauf von Real-Supermärkte an Kaufland über die Bühne gehen kann, gibt es noch einiges zu klären, sagt das Bundeskartellamt. Nun werden die Übernahmepläne unter die Lupe genommen. » mehr

Nutri-Score

08.07.2020

Farb-Hilfe beim Lebensmitteleinkauf lässt auf sich warten

Es ist grün, gelb, orange und rot - und soll «Dickmacher» leichter entlarven. Für ein neues Lebensmittel-Siegel bereitet die Politik gerade den Boden. Doch wie schnell erobert es die Regale? » mehr

Bundeskartellamtspräsident Andreas Mundt

02.09.2020

Bundeskartellamt rechnet mit Welle von Firmenfusionen

Einen Pandemie-Bonus soll es für Zusammenschlüsse von Unternehmen nicht geben, kündigt Behördenchef Mundt an. Genau im Blick haben die Wettbewerbshüter außerdem die Internetgiganten. Denn deren Marktmacht sei durch die P... » mehr

Fiat Chrysler Automobiles

17.06.2020

Brüssel will Fiat-PSA-Deal verschärft prüfen

Die Ankündigung versetzte den Automarkt in Wallung: Fiat Chrysler und die Opel-Mutter PSA wollen sich zum viertgrößten Autobauer zusammenschließen. Doch eine wichtige Sparte sorgt für schwere Bedenken. » mehr

Supermarkt Real

Aktualisiert am 19.02.2020

Real ist verkauft - doch 34.000 Beschäftigte bangen weiter

Nach monatelangem Tauziehen sind die Verträge für den Verkauf von Real endlich unterschrieben. Die Supermarktkette soll nun zerschlagen werden. Doch bis Kunden und Mitarbeiter Klarheit über das Schicksal einzelner Filial... » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Oldtimerteilemarkt Suhl Suhl

Oldtimer-Teilemarkt Suhl | 27.09.2020 Suhl
» 44 Bilder ansehen

Wohnungsbrand HBN Hildburghausen

Brand Hildburghausen | 27.09.2020 Hildburghausen
» 21 Bilder ansehen

Schwarzbiernacht mit Remode Suhl

Schwarzbiernacht Remode | 26.09.2020 Suhl
» 79 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
20. 11. 2019
11:58 Uhr



^