Lade Login-Box.
Fotowettbewerb 2020 zum Digital-Abo
Topthemen: Freies Wort hilftCoronavirus in ThüringenFolgen Sie uns auf Instagram

Wirtschaft

Giffey will mindestens eine Frau in Vorständen großer Firmen

Eine Frau soll es mindestens sein - das sehen Pläne der Familienministerin für eine neue Quote vor. Gelten soll sie für Vorstände großer börsennotierter Unternehmen.



Franziska Giffey
Familienministerin Franziska Giffey (SPD).   Foto: Gregor Fischer/dpa

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) will für Vorstände großer Unternehmen eine Quote von mindestens einer Frau einführen.

Die Regelung solle für Börsenunternehmen mit mehr als

2000 Mitarbeitern und mindestens vier Vorstandsmitgliedern gelten, sagte Giffey dem SWR. «Wir halten das für absolut zeitgemäß», sagte Giffey.

Ein entsprechender Gesetzentwurf liege im Kanzleramt. «Wir wollen es in diesem Jahr hinbekommen», sagte Giffey. Eine Verständigung mit dem Koalitionspartner Union steht allerdings noch aus. Der wirtschaftspolitische Sprecher der Unionsfraktion, Joachim Pfeiffer (CDU), hatte bereits im vergangenen Jahr eine «Frauenquote per Gesetz» in einem Interview abgelehnt.

Giffey erinnerte an die seit Anfang 2016 geltende Quote für Aufsichtsräte. Die etwa 100 größten börsennotierten und voll mitbestimmungspflichtigen Unternehmen in Deutschland müssen mindestens 30 Prozent der Posten in ihren Kontrollgremien mit Frauen besetzen. Das Gesetz schreibt für zahlreiche weitere Firmen vor, sich selbst Zielgrößen für den Frauenanteil im Vorstand und in anderen Führungsgremien zu geben. Eine gesetzliche Quote für Vorstände gibt es bislang aber nicht.

70 Prozent der Unternehmen mit Vorständen hätten die Zielgröße null, kritisierte Giffey. «Das geht so nicht.» Unterstützung gebe es von den Gewerkschaften, die sagten, reine Männerclubs seien nicht zeitgemäß. In den Vorständen gebe es nur zu sieben Prozent Frauen. «Nur mit freiwilligen Bekenntnissen kommen wir nicht weiter.»

Der Deutsche Gewerkschaftsbund begrüßte Giffeys Vorstoß. «Wir brauchen eine verbindliche Quote - und Sanktionen, wo Regeln nicht eingehalten werden», sagte DGB-Vizechefin Elke Hannack.

Das arbeitgebernahe Institut IW kritisierte die Pläne als «Symbolpolitik mit Nebenwirkungen». Frauen seien weder per se

bessere noch schlechtere Manager als Männer, so der IW-Arbeitsmarktexperte Oliver Stettes. Werde eine Frau aufgrund ihrer Fähigkeiten vom Aufsichtsrat favorisiert, wirke sich eine Quote nicht aus. «Was passiert aber in den Unternehmen, in denen dies nicht der Fall ist, in denen männliche Kandidaten mehr überzeugen und als geeigneter beurteilt werden?», so Stettes.

Die Grünen kritisierten Giffeys Pläne als unzureichend. Für eine Quote sei es zwar höchste Zeit, betonten Ulle Schauws, Sprecherin für Frauenpolitik, und Claudia Müller, Mittelstandsbeauftragte der Grünen-Fraktion. «Bedauerlich ist jedoch, dass die Regelung der

Frauenministerin mit diesem Vorstoß nur eine mickrige Zahl von

höchstens 100 Unternehmen in Deutschland einbezieht.»

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
17. 02. 2020
17:26 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Arbeitgebernähe Bundesfamilienminister Bundeskanzleramt CDU CDU/CSU-Bundestagsfraktion Claudia Müller Franziska Giffey Frauen Frauenpolitik Gewerkschaften Grünen-Fraktion Joachim Pfeiffer Managerinnen und Manager Mitarbeiter und Personal SPD Südwestrundfunk Unternehmen
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Bundesarbeitsminister Heil

23.10.2020

Schärfere Regeln für Fleischindustrie vorerst gestoppt

Corona-Ausbrüche in Schlachthöfen schreckten die Politik auf. Rasch wurden schärfere Regeln auf den Weg gebracht. Ausgerechnet jetzt, da das Virus immer mehr um sich greift, wurde das Gesetz erst einmal aufgehalten. » mehr

Hubertus Heil

25.08.2020

Kurzarbeitergeld: Höchstbezugsdauer soll verlängert werden

Gastronomie, Tourismus oder Messen - vor allem überall dort, wo die Corona-Krise besonders tiefe Spuren hinterlassen hat, soll Kurzarbeit auch weiter helfen können. Doch um welchen Preis? » mehr

Fleischindustrie

vor 41 Minuten

Regeln für die Fleischbranche: SPD wirft Union Blockade vor

Im Frühjahr ist die Empörung über Zustände in Teilen der Fleischindustrie groß gewesen. Die Regierungskoalition hat sich auf strengere Vorgaben geeinigt, doch nun hakt es in den Parlamentsberatungen. » mehr

Digitalministerin Bär

05.10.2020

Union will Babypause für Top-Manager ermöglichen

Bislang gelten Top-Manager nicht als Arbeitnehmer - und können damit keine Auszeit bei der Geburt eines Kindes oder für die Pflege der Eltern nehmen. Das soll sich ändern, meinen Mitglieder der Unions-Fraktion. » mehr

Frauen in Führungspositionen

04.10.2020

Frauenanteil in Chefetagen steigt nur langsam

Große Unternehmen müssen seit Anfang 2016 eine bestimmte Zahl von Positionen in der Leitungsebene mit Frauen besetzen. Das Frauenministerium sieht weiteren Handlungsbedarf. Doch eine Novelle liegt seit Längerem auf Eis. » mehr

Homeoffice

06.10.2020

Koalition streitet über Anspruch auf Homeoffice

Vielen Beschäftigten war es lange verwehrt - durch Corona wurde es plötzlich Alltag: Mobiles Arbeiten. Doch gegen einen Anspruch darauf gibt es enormen Widerstand - bis hoch zur zentralen Schaltstelle der Regierung. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Keramikmarkt Römhild

Keramikmarkt Römhild |
» 45 Bilder ansehen

201025_Unfall_Viernau_1.jpg

Unfall Viernau |
» 8 Bilder ansehen

Güllelaster Rudolstadt

Umgekippter Güllelaster Rudolstadt |
» 2 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
17. 02. 2020
17:26 Uhr



^