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Wirtschaft

Frauenanteil in Top-Positionen steigt weiter

Vor genau fünf Jahren hatte die Bundesregierung eine Frauenquote für große Unternehmen auf den Weg gebracht. Konkret zielt diese auf das Männer-Frauen-Verhältnis in den Aufsichtsräten ab. Die Fünf-Jahres-Bilanz zeigt: Es tut sich was. Aber noch nicht genug finden Gewerkschaften und Regierung.



Frauenanteil in Top-Etagen
Während die Aufsichtsräte zunehmend weiblicher werden, sind die Top-Management-Etagen der Firmen weiter fest in Männerhand.   Foto: Patrick Pleul/zb/dpa

Der Frauenanteil in den Führungsgremien großer deutscher Unternehmen ist weiter gestiegen.

Nach einer aktuellen Auswertung der Organisation «Frauen in die Aufsichtsräte» (Fidar), war Ende Oktober im Schnitt fast jeder dritte Aufsichtsratsposten in den 186 größten börsennotierten deutschen Unternehmen mit einer Frau besetzt.

Im Vergleich zur letzten Auswertung durch Fidar aus dem Juni ist der Anteil von 30,9 auf 31,8 Prozent gestiegen. Im vergangenen Jahr lag er noch bei 28,1 Prozent. Die Regierung will den Druck auf die Wirtschaft bei dem Thema aber weiter erhöhen, denn im Gegensatz zu den Aufsichtsräten erhöht sich der Frauenanteil in den Vorstandsetagen nur langsam.

Anlass der Veröffentlichung ist der fünfte Jahrestag des Kabinettsbeschlusses zur Frauenquote. Die Bundesregierung hatte das Vorhaben am 11. Dezember 2014 auf den Weg gebracht. Firmen ab einer bestimmten Größe - in der Regel ab 2000 Beschäftigten - müssen seit Anfang 2016 frei werdende Aufsichtsratsposten mit Frauen neubesetzen, bis mindestens ein Frauenanteil von 30 Prozent erreicht ist.

Für rund 4000 weitere Firmen sieht das Gesetz vor, sich selbst Zielgrößen für den Frauenanteil in Vorstand und anderen Führungsgremien zu geben.

«Die Quote für die Aufsichtsräte wirkt», sagte Familienministerin Franziska Giffey (SPD) anlässlich der Veröffentlichung der Zahlen. «Ohne gesetzlichen Druck hätten wir den starken Anstieg des Frauenanteils in Aufsichtsräten nie erreicht.» Aktuell gilt die Quote für 105 Unternehmen.

Bei ihnen erreicht der Anteil der weiblichen Aufsichtsräte mit durchschnittlich 34,9 Prozent einen neuen Höchststand - ein Plus von 13,6 Prozentpunkten im Vergleich zum Zeitpunkt, als das Quotengesetz auf den Weg gebracht wurde. Aber auch die 81 nicht der Quote unterliegenden DAX-Unternehmen haben sich gesteigert, auf 22,4 Prozent (+8,7).

Während die Aufsichtsräte zunehmend weiblicher werden, sind die Top-Management-Etagen der Firmen weiter fest in Männerhand. Rund 90 Prozent der Vorstandsposten sind männlich besetzt. Der weibliche Anteil hat sich in den vergangenen fünf Jahren von fünf auf zehn Prozent erhöht.

Familienministerin Giffey sieht darin aber «kaum Fortschritte». «Mit unverbindlichen Empfehlungen allein kommen wir hier offensichtlich nicht weiter», sagte Giffey. Man sei entschlossen, den Druck auf die Unternehmen zu erhöhen.

Die Familienministerin hatte ursprünglich noch für dieses Jahr eine Verschärfung der Quotenregelung angekündigt. Einem Sprecher ihres Ministeriums zufolge ist die Vorlage eines Gesetzentwurfs nun für das kommende Jahr geplant.

Vorgesehen sind darin Strafen für Unternehmen, die keine Zielgröße für die Besetzung von Führungspositionen mit Frauen nennen oder als Ziel null Frauen angeben und das nicht begründen. Der Druck auf Unternehmen, die sich Vielfalt im Vorstand verweigerten, müsse erhöht werden, forderte Fidar-Präsidentin Monika Schulz-Strelow. Andernfalls sei eine Quote für Vorstände die logische Konsequenz.

Die stellvertretende DGB-Vorsitzende Elke Hannack sagte, wenn 90 Prozent der Vorstandsposten von Männern besetzt seien, dann laufe eindeutig etwas schief. Gemischte Teams an der Spitze seien deutlich erfolgreicher.

Die Mittelstandsbeauftragte der Grünen, Claudia Müller, kritisierte die Bundesregierung: «Wenn wir den Anteil an Frauen in Führungspositionen verbessern wollen, brauchen wir eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familien, denn noch immer sind viele Frauen mit dem größten Teil der Familienarbeit betraut.» Das bedeute mehr Investitionen in Kinderbetreuung, flexible Arbeitszeitmodelle und gute Infrastruktur.

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dpa

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Veröffentlicht am:
11. 12. 2019
15:05 Uhr

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11. 12. 2019
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