Lade Login-Box.
Sommerausklang in Südthüringen zum Digital-Abo
Topthemen: Freies Wort hilftCoronavirus in ThüringenFolgen Sie uns auf Instagram

Wirtschaft

Florierendes Handwerk spürt Fachkräftemangel

Es ist Jammern auf hohem Niveau, doch die schwächelnde Konjunktur trifft auch Teile des insgesamt sehr erfolgreichen deutschen Handwerks. Außerdem plagt die Branche weiterhin ein enormer Fachkräftemangel - hier gibt es aber auch Lichtblicke.



Dachdecker bei der Arbeit
Ein Dachdecker verlegt Dachziegeln) auf einem großen Hausdach.   Foto: Patrick Pleul/zb/dpa

Fliesenleger sind sehr gefragt, Dachdecker und Maurer ebenso: Der Bauboom beschert vielen Betrieben seit einiger Zeit eine mehr als erfreuliche Auftragslage, aber auch andere Handwerkssektoren sind gut ausgelastet.

Trotzdem bekommt auch eine der stabilsten deutschen Branchen die schwächelnde Weltwirtschaft zu spüren: Fürs kommende Jahr rechnet der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) mit einer schwächeren Handwerkskonjunktur.

Man erwarte zwar «keinen großen Einbruch» - doch die Lage sei unter anderem aufgrund des Handelskriegs zwischen den USA und China sowie des bevorstehenden Brexits «relativ volatil», sagte ZDH-Generalsekretär Holger Schwannecke in Frankfurt.

Daher seien Betriebe etwa vorsichtiger bei Investitionen. Außerdem bekämen schon jetzt industrienahe Zulieferer und Betriebe in der Autobranche erste Konjunkturabkühlungen zu spüren.

Eine weitere Sorge des Handwerks bleibt der Fachkräftemangel, der sich laut Schwannecke mittlerweile «als echte Wachstumsbremse» erweist. Viele Betriebe suchten erfolglos nach qualifizierten Frauen und Männern.

Vor diesem Hintergrund begrüße man die fürs kommende Jahr geplante Wiedereinführung der Meisterpflicht für einzelne Berufsfelder, von der man sich auch einen Anstieg der Ausbildungszahlen erhoffe.

Im Jahr 2004 war in mehr als 50 Berufen die Meisterpflicht weggefallen. Mit der Reform der Handwerksordnung wollte die Bundesregierung damals einfachere Tätigkeiten für Selbstständige öffnen. Der ZDH hatte diese Entscheidung immer wieder kritisiert - unter anderem, weil in den betroffenen Bereichen seitdem die Ausbildungszahlen zurückgegangen seien, sagte Schwannecke. Ausbilden dürfen nämlich nur Meisterbetriebe.

Um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken, bleibt es dem ZDH zufolge darüber hinaus weiterhin wichtig, Fachkräfte aus dem Ausland zu holen oder in Deutschland auszubilden. Auch von jungen Geflüchteten profitiere das deutsche Handwerk: Ohne sie wären mittlerweile «deutlich spürbare Abgänge an Ausbildungsabschlüssen» spürbar, sagte Christof Riess, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Frankfurt-Rhein-Main. Es sei wichtig, jungen Menschen wieder Lust auf eine handwerkliche Berufsausbildung zu machen.

Trotz der leicht eingetrübten Aussichten: Dem deutschen Handwerk geht es weiterhin verhältnismäßig gut. Die Auslastung der Betriebe liegt bei 84 Prozent - laut ZDH ein Rekordhoch. Für 2020 rechnet der Verband mit einer Umsatzsteigerung von rund drei Prozent - das ist zwar ein Prozentpunkt weniger als in der Prognose fürs laufende Jahr, im Vergleich zu anderen Branchen jedoch immer noch ein hoher Wert.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
18. 11. 2019
16:52 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Berufe Dachdecker Fachkräfte Fachkräftemangel Handelskriege Handwerk Handwerkskammern Handwerksordnung Industrie Umsatzsteigerung Zentralverband des Deutschen Handwerks
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Rückkehr zur Meisterpflicht

12.12.2019

Comeback der Meisterpflicht - steigen nun die Preise?

Der Meisterbrief als Qualitätssiegel - so sieht es der Zentralverband des Handwerks. Der Bundestag vollzieht bei der Meisterpflicht eine Kehrtwende. Was könnten die Folgen für Kunden sein? » mehr

Ein Azubi in einem Elektroinstallationsbetrieb in Hannover

01.08.2020

Schwieriger Start ins Ausbildungsjahr

«Was man dieses Jahr bloß anfangen soll? Eine Ausbildung» - mit Slogans wie diesen wirbt das Handwerk um Azubis. Die haben es aber in diesem Jahr nicht leicht. » mehr

Ausbildungsplätze im Handwerk

04.05.2020

DIHK fordert vom Bund Bonus für zusätzliche Azubi-Plätze

Die deutsche Wirtschaft bangt in der Corona-Krise um die Zukunft der Ausbildung. Das könnte den Mangel an Fachkräften in bestimmten Berufen verschärfen. Welche Vorschläge die Wirtschaft nun hat. » mehr

Meisterbrief

09.09.2019

Handwerk: Meisterpflicht ab 2020 verspricht bessere Qualität

Seit langem kämpft der Handwerksverband dafür, dass es in viele Berufen wieder einen Meisterzwang gibt - weil es Marktverzerrungen gebe. Union und SPD hatten das im Koalitionsvertrag zugesagt und liefern nun. » mehr

Fachkräftemangel

29.04.2019

Fachkräftemangel ist «Mega-Thema» für Handwerk

Viele Handwerksbetriebe suchen händeringend Mitarbeiter. Gerade in Firmen ohne Meisterbrief wird wenig ausgebildet. Das Handwerk hofft daher auf eine möglichst rasche Rückkehr zum Meisterbrief. » mehr

Hans Peter Wollseifer

19.09.2020

Handwerk hat noch 29.000 Ausbildungsplätze zu vergeben

Trotz Corona-Krise hat der Handwerk noch Ausbildungskapazitäten vorzuweisen. Handwerkspräsident Hans Peter Wollseifer appelliert an die Jugendlichen, die Chancen in dieser Branche zu nutzen. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Unfall ICE Schafe Schalkau Tunnel Müß

ICE rammt Schafherde | 23.09.2020 Schalkau Tunnel Müß
» 14 Bilder ansehen

2020-09-22

Feuerwehr-Übung Ilmenau | 22.09.2020
» 17 Bilder ansehen

Großbrand Themar Themar

Großbrand Themar | 22.09.2020 Themar
» 57 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
18. 11. 2019
16:52 Uhr



^