Lade Login-Box.
Fotowettbewerb 2020 zum Digital-Abo
Topthemen: Freies Wort hilftCoronavirus in ThüringenFolgen Sie uns auf Instagram

Wirtschaft

Fitch stuft Bonitätsnote von Italien nicht herab

Beobachter hatten befürchtet, dass die Ratingagentur Fitch die Bewertung von Italien absenkt. Trotz aller Probleme des Landes hat Fitch die Bonitätsnote erstmal belassen. Doch die Gefahr bleibt.



Euro
Fitch lässt Italien die Bonitätsnote "BBB".   Foto: Patrick Pleul

Trotz einer umstrittenen Haushaltspolitik und schwächerer Konjunktur hat die Ratingagentur Fitch die Bonitätsnote von Italien beibehalten. Die Kreditwürdigkeit werde weiter mit «BBB» bewertet, teilte Fitch am späten Freitag in London mit.

Die aktuelle Note liegt zwei Stufen über dem sogenannten Ramschniveau. Die Agentur droht Italien jedoch weiterhin mit einer Herabstufung. Der Ausblick für die Kreditwürdigkeit bleibt «negativ».

Die Bonitätswächter begründen die Note und den negativen Ausblick mit einer Reihe von Schwächen der italienischen Wirtschaft. Sie verweisen auf den hohen Schuldenstand, das Ausbleiben von strukturellen Anpassungen im Haushalt und die politische Risiken. Zudem bleibe das Wirtschaftswachstum sehr schwach und es gebe weiterhin Risiken im Bankensektor. Positiv seien die diversifizierte Wirtschaft und niedrige Schulden in der Privatwirtschaft.

Tatsächlich dürfte die Entscheidung von Fitch aber nur eine kurzfristige Verschnaufpause für Italien sein. Die Finanzmärkte schauen sehr kritisch auf Italien. Die Ausgabenpolitik der Regierung hat das Vertrauen belastet. Die Einigung mit der EU-Kommission im Haushaltsstreit im Dezember hat nur für eine kurzzeitige Erleichterung gesorgt. Die Regierung hat der EU ein Haushaltsdefizit von 2,04 Prozent im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt versprochen, anstatt der ursprünglich vorgesehenen 2,4 Prozent.

Die jüngst deutliche Wachstumsabschwächung dürfte das Erreichen dieses Ziels aber unmöglich machen. So war Italien im vierten Quartal in eine Rezession gerutscht. Die Prognose für das Wirtschaftswachstum senkte Fitch von bisher 1,2 Prozent auf 0,3 Prozent. Die italienische Regierung war in ihrem Haushaltsentwurf von 1,0 Prozent ausgegangen. Fitch erwartet in diesem Jahr ein Defizit von 2,7 Prozent. Italien hat mit einem Gesamtschuldenstand von 130 Prozent im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt den höchsten Wert in der Eurozone nach Griechenland.

Die Noten der Ratingagenturen sind für Investoren von Staatsanleihen sehr wichtig. Große private Anleger wie Versicherungen, Pensionsfonds oder Anleihefonds sind entweder gesetzlich oder nach selbst gesetzten Kriterien verpflichtet, Papiere zu kaufen, die als investitionswürdig («Investment Grade») eingestuft werden. Hinzu kommt, dass die Europäische Zentralbank keine Ramschanleihen akzeptiert, damit die Staatsanleihen bei Refinanzierungsgeschäften hinterlegt werden können. Damit es soweit kommt müssten neben den drei großen Ratingagenturen auch die kanadische DBRS Italien auf Ramsch setzen.

Bei S&P ist der aktuelle Stand der gleiche wie bei Fitch. Moody's sieht Italien dagegen bereits jetzt nur eine Stufe über Ramsch (Baa3) bei stabilem Ausblick. DBRS bewertet Italien am besten mit BBB (high). Das ist drei Stufen über der Schwelle.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
23. 02. 2019
10:47 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Bonitätsnoten Bruttoinlandsprodukt Europäische Kommission Europäische Zentralbank Italienische Regierungen Kreditwürdigkeit Moody's Rating-Agenturen Staatsanleihen
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Giuseppe Conte

26.10.2018

Brüssel gereizt im Haushaltsstreit mit Italien

Nach der Schuh-Attacke eines italienischen Abgeordneten reagiert EU-Wirtschaftskommissar Pierre Moscovici empört. Er bezeichnete den Mann als «Faschisten». Unterdessen droht Italien neuer Druck von Ratingagenturen. » mehr

Standard & Poor's

27.10.2018

Italiens Regierung nach Ratingagentur-Urteil unbeirrt

Weitere schlechte Nachrichten für Italien - und Europa. Eine weitere Ratingagentur fällt ein Urteil über das Land. Doch die Regierung in Rom sieht darin keinen Grund, im Haushaltsstreit mit der EU einzulenken. » mehr

EZB - Christine Lagarde

16.07.2020

EZB hält Leitzins im Euroraum auf null Prozent

Europas Währungshüter kämpfen mit Milliarden gegen die schwere Wirtschaftskrise infolge der Corona-Pandemie. Jetzt will die EZB die Wirkung erst einmal abwarten. » mehr

Luigi Di Maio und Matteo Salvini

20.10.2018

Italien: Keine Änderung der Schuldenpläne

Wird Italien nach Griechenland der nächste große Krisenfall in der Eurozone? Nach der Vorlage der umstrittenen Pläne zur Neuverschuldung erhöht die Politik Roms die Nervosität auf dem ganzen Kontinent. Auch ein Warnschus... » mehr

Pesos

31.08.2019

Argentinien stemmt sich gegen Abwärtsspirale der Wirtschaft

Argentinien steckt in einer schweren Wirtschaftskrise. Mal wieder. Knapp zwei Monate vor der Präsidentenwahl senken die Ratingagenturen den Daumen. Mit Finanzmarktkontrollen und Stützungskäufen will die Regierung den Nie... » mehr

Metro Markt

24.07.2019

Kampf um Handelskonzern: Metro lehnt Übernahmeangebot ab

Knapp sechs Milliarden Euro sind nicht genug. Das Übernahmeangebot des tschechischen Milliardärs Daniel Kretinsky passt der Metro-Führung nicht. Doch geht es nicht nur um den Preis. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Dachstuhl geht in Flammen auf

Dachstuhlbrand in Sonneberg |
» 29 Bilder ansehen

Unwetter Meiningen 11.08.20 Meiningen

Starkregen in Meiningen | 11.08.2020 Meiningen
» 4 Bilder ansehen

Lkw mit Gülle an Bord kippt um Meiningen

Mit Gülle beladener Lkw kippt um | 11.08.2020 Meiningen
» 24 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
23. 02. 2019
10:47 Uhr



^
OK

Diese Webseite verwendet u.a. Cookies zur Analyse und Verbesserung der Webseite, zum Ausspielen personalisierter Anzeigen und zum Teilen von Artikeln in sozialen Netzwerken. Unter » Datenschutz erhalten Sie weitere Informationen und Möglichkeiten, diese Cookies auszuschalten.