Lade Login-Box.
Topthemen: Landtagswahl 2019Freies Wort hilftFolgen Sie uns auf InstagramSport-Tabellen

Wirtschaft

Etappensieg im Kampf gegen Plastikmüll

Der Export von Plastikmüll ist eines der drängenden Probleme beim Umweltschutz. Künftig dürfen nur noch Abfälle verschifft werden, die sich in Ländern wie Malaysia und Indonesien auch verwerten lassen.



Plastikmüll in Fürstenwalde
Plastikmüll im brandenburgischen Fürstenwalde.   Foto: Patrick Pleul

Neue Vorschriften für den weltweiten Handel mit Plastik-Abfall sollen helfen, das Müllproblem in den Griff zu bekommen.

«Die schärferen Exportregeln des Baseler Übereinkommens sind ein großer Fortschritt und eine wirksame Handhabe gegen den zunehmenden Meeresmüll», sagte Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD). Jetzt sei ein Exportstopp für verschmutzte und fragwürdige Plastikabfälle aus der EU nach Asien und Afrika möglich, sagte Schulze zu der Vereinbarung. Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU) dringt nun darauf, dass die EU solch ein Exportverbot während der deutschen EU-Ratspräsidentschaft in der zweiten Jahreshälfte 2020 umsetzt.

Auch Umweltverbände wie Greenpeace begrüßten die Vereinbarung von 187 Ländern. «Die Flut von Kunststoffabfällen, die heute von den Industrieländern Europas und den USA in die Entwicklungsländer Afrikas und Asiens fließen, kann nun eingedämmt werden», sagte ein Greenpeace-Experte. Der Schritt werde es reichen Ländern schwerer machen, ihre gigantischen Müllberge in Entwicklungsländer abzuschieben, meinte Grünen-Chef Robert Habeck. Zugleich forderte er generell die weitere Reduzierung des Verbrauchs von Plastik.

Die Staaten hatten sich am Freitagabend in Genf darauf geeinigt, dass künftig nur noch sortierter, gereinigter und wiederverwertbarer Plastikmüll gehandelt werden darf. Für den Export anderer Plastikabfälle wird künftig weltweit eine Zustimmung der Behörden der Export- und der Importstaaten erforderlich sein.

Die USA, weltweit größer Exporteur von Plastikmüll, waren nach Angaben der Nicht-Regierungsorganisation Ciel (Center for International Environmental Law) gegen den Schritt. Da sie nicht Teil des Basler Übereinkommens sind, werde dies ihre Exportmöglichkeiten nur in bestimmte Entwicklungsländer behindern, hieß es.

Schulze erklärte, Landesbehörden und der deutsche Zoll könnten in Zukunft verhindern, dass solche Abfälle auf ungesicherten Deponien und am Ende im Meer landeten. Europa und Deutschland seien in der Verantwortung, ihren Plastikmüll selbst zu sortieren und möglichst auch selbst zu recyceln. Die neuen Regeln zeigten, dass die Staatengemeinschaft in Sachen Umweltschutz handlungsfähig sei, so Schulze.

Müller sagte laut Mitteilung vom Sonntag: «Die Entwicklungsländer dürfen nicht weiter Müllhalde für unseren Wohlstandsmüll sein.» Zugleich bekräftigte er seine Forderung nach einem sofortigen Verbot von Plastiktüten.

Greenpeace unterstrich, dass die konsequente Umsetzung entscheidend für den Erfolg der Vereinbarung sei. «Der Erfolg des Beschlusses hängt nun von funktionierenden Kontrollen ab, sowohl im Plastikmüll exportierenden Europa, als auch in den Müll importierenden Ländern Südostasiens oder neuerdings auch der Türkei oder Indien», sagte Greenpeace-Experte Manfred Santen.

Anfang 2018 hat China die Importe von Kunststoffabfällen zum Recycling stark eingeschränkt. Nun landen diese Abfälle in anderen Ländern vor allem in Südostasien, etwa Malaysia, Indonesien, Vietnam, Thailand und Indien. Weit mehr als 100 Millionen Tonnen Abfall verseuchen nach UN-Angaben bereits die Weltmeere. Ein erheblicher Teil des Kunststoffs, der in die Ozeane gelangt, stammt aus unkontrollierter Abfallentsorgung auf dem Festland.

Allein Exportverbote lösen laut Greenpeace das Müllproblem nicht. Nur wenn die die Produktion und der Verbrauch von Plastik drastisch reduziert werde, lasse sich die Vermüllung der Meere und vieler Länder Südostasiens und Afrikas eindämmen, hieß es.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
12. 05. 2019
14:37 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Abfall Abfallbeseitigung Abfallprobleme Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung CSU EU-Ratspräsidenten Europäische Union Exporteure Gerd Müller Greenpeace Industrieländer Müllberge Plastikmüll Recycling Robert Habeck SPD Svenja Schulze
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Müll aus Australien

06.06.2019

Asien will nicht zur «Müllkippe der Welt» werden

Plastikabfall aus den großen Industrienationen - auch aus Deutschland - landet oft in anderen Ländern. Derzeit vor allem in Südostasien. Das wollen sich dort nicht mehr alle gefallen lassen. Malaysia und andere schicken ... » mehr

Plastiktüten

06.11.2019

Das Aus für die Plastiktüte rückt näher

Nicht mehr lange, dann soll es für Kunden an der Supermarkt-Kasse keine Plastiktüten mehr geben - auch nicht gegen Geld. 1,6 Milliarden Tüten im Jahr will Umweltministerin Schulze damit einsparen. Im Kampf gegen Plastikm... » mehr

Mineralwasserproduktion

18.09.2019

Mehrweg-Flaschen im Getränkeregal weiter auf dem Rückzug

Bergeweise Verpackungs- und Plastikmüll sehen viele Bürger als wichtiges Umweltproblem. Getränke tragen dazu viel bei - trotzdem hat der Einweg-Anteil weiter zugenommen. Selbst eine echte Mehrweg-Hochburg ist vom Trend b... » mehr

Plastikmüll in Indien

29.04.2019

Deutschland will Exportverbot für unsortierten Plastikmüll

Auf Müllkippen in Entwicklungsländern finden Umweltschützer auch Plastikabfall aus Deutschland. Eigentlich darf der nur fürs Recycling exportiert werden. Die Bundesregierung will nun international strengere Regeln - die ... » mehr

«MV Bavaria»

31.05.2019

Philippinen schicken Müll nach Kanada zurück

Was macht Abfall aus Kanada auf den Philippinen? Die Leute dort wehren sich dagegen, dass ihr Land zur internationalen Müllhalde wird. Jetzt schickt die Regierung den Dreck zurück. Ottawa hat inzwischen reagiert. » mehr

Post-Werbesendung  «Einkauf Aktuell»

21.07.2019

Eingeschweißte Post-Werbesendung: Unerwünschter Plastikmüll?

Werbung landet häufig im Briefkasten - und einmal in der Woche auch die «Einkauf aktuell» der Deutschen Post. Die Postwurfsendung fällt auf, denn sie ist in Plastikfolie eingehüllt. Das muss nicht sein, meint eine Bürger... » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Bombenfund Meiningen

Bombe in Meiningen |
» 5 Bilder ansehen

Narrenzug Bad Salzungen Bad Salzungen

Narren regieren Bad Salzungen | 11.11.2019 Bad Salzungen
» 31 Bilder ansehen

Rathaussturm Suhl Suhl

Narren stürmen Rathaus Suhl | 11.11.2019 Suhl
» 58 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
12. 05. 2019
14:37 Uhr



^