Lade Login-Box.
Topthemen: Südthüringen kocht 2020Freies Wort hilftFolgen Sie uns auf InstagramSport-Tabellen

Wirtschaft

EZB-Präsidentin Lagarde: Europa braucht gemeinsame Antworten

Digitalisierung, Handelsstreitigkeiten und Konjunkturflaute. Die Antwort auf die Herausforderungen für Europa ist aus Sicht der neuen EZB-Präsidentin klar.



Christiane Lagarde
EZB-Chefin Lagarde mahnte eine stärkere Unterstützung durch die Politik an, um das Wachstum im gemeinsamen Währungsraum anzukurbeln.   Foto: Riccardo Pareggiani/XinHua/dpa

Die neue EZB-Präsidentin Christine Lagarde und führende deutsche Bankmanager haben angesichts globaler Handelskonflikte und der schwächeren Konjunktur eine stärkere Rolle Europas angemahnt.

Da es sich um gemeinsame Herausforderungen handele, «müssen wir ihnen mit einer gemeinsamen Antwort begegnen», sagte Lagarde bei ihrer ersten programmatischen Rede seit dem Amtsantritt am 1. November.

Zugleich bekräftigte die Chefin der Europäischen Zentralbank (EZB) bei einer Veranstaltung in Frankfurt, dass sie eine sehr lockere Geldpolitik auf absehbare Zeit für nötig hält. Die Nebeneffekte dieser Politik würden aber ständig im Blick behalten.

Wie schon ihr Vorgänger Mario Draghi mahnte auch die frühere Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF) eine stärkere Unterstützung durch die Politik an, um das Wachstum im gemeinsamen Währungsraum anzukurbeln. «Es ist klar, dass die Geldpolitik ihr Ziel schneller und mit weniger Nebenwirkungen erreichen kann, wenn die anderen Politikbereiche gleichzeitig das Wachstum unterstützen.»

Ein zentrales Element sei die staatliche Ausgabenpolitik. «Investitionen sind ein besonders wichtiger Teil der Antwort auf die Herausforderungen von heute, da sie sowohl die Nachfrage von heute als auch das Angebot von morgen sind», sagte Lagarde.

Obwohl alle entwickelten Volkswirtschaften ein Wachstumsproblem hätten, seien die Staaten der Eurozone langsamer damit vorangekommen, ins digitale Zeitalter zu investieren als etwa die USA. Wichtig sei eine Vollendung des gemeinsamen Digitalmarktes, der Kapitalmarktunion und der Dienstleistungsunion. «Das kann den Anstoß geben, den Europa braucht, um neue und innovative Firmen zu gründen und neue Technologien in der Union schneller zu verbreiten», sagte die EZB-Präsidentin.

Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing und sein Kollege Martin Zielke von der Commerzbank setzen auf einen gemeinsamen Bankenmarkt in Europa. Dadurch könnten grenzüberschreitende Fusionen und Übernahmen zwischen Kreditinstituten einfacher und rentabler werden. Eine nationale Fusion zwischen den beiden Geldhäusern war im April gescheitert.

Zielke stellte sich hinter den Vorstoß von Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) zur Vollendung der europäischen Bankenunion. Damit Europa seine Stärke entwickeln könne, «müssen wir unsere Hausaufgaben machen. Das bedeutet zunächst einmal, die Bankenunion zu vollenden», sagte Zielke. «Eingequetscht zwischen den USA und China kann Europa nur erfolgreich sein, wenn es stärker zusammenwächst.»

Scholz hatte Anfang November überraschend Bereitschaft für eine europäische Sicherung für Bankguthaben signalisiert. Bedingung sei aber, dass gleichzeitig Risiken im Bankensektor abgebaut würden.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
22. 11. 2019
14:04 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Banken Bankenmanager Bankenunion Christian Sewing Christine Lagarde Commerzbank Deutsche-Bank-Chefs Europäische Zentralbank Eurozone Internationaler Währungsfonds Kreditinstitute Mario Draghi Olaf Scholz SPD Währungsfonds Währungspolitik Währungsräume Zentralbanken
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Mario Draghi

12.09.2019

EZB zieht alle Register: Höherer Strafzins und Anleihenkäufe

Die Europäische Zentralbank sieht sich wegen der Konjunkturschwäche zum Handeln gezwungen. Sogar die umstrittenen Anleihenkäufe nimmt die Notenbank wieder auf. Höhere Zinsen für Sparer rücken in weite Ferne. » mehr

Europäische Zentralbank

25.07.2019

Die EZB ebnet den Weg für Lockerung der Geldpolitik

Die Konjunkturabkühlung und schwache Inflation zwingen Europas Währungshüter zum Handeln. Eine weitere Lockerung der Geldpolitik steht im Raum. Zinserhöhungen im Euroraum sind damit für absehbare Zeit vom Tisch. » mehr

Christine Lagarde

04.09.2019

Lagardes EZB-Schwerpunkte: Niedrigzinsen, Klima, Digitales

Ab November soll die bisherige IWF-Chefin Lagarde die Europäische Zentralbank führen. Bei ihrer Anhörung im EU-Parlament zeigt sie sich offen für eine Fortführung der lockeren Geldpolitik. Unterschiede zu ihrem Amtsvorgä... » mehr

Wechsel an der EZB-Spitze

01.11.2019

Erste Frau an der EZB-Spitze: Lagarde tritt Amt an

Klima-Aktivisten und Globalisierungskritiker protestieren zum Amtsantritt von Christine Lagarde gegen die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank. Eine Kehrtwende unter der neuen EZB-Präsidentin zeichnet sich vorerst je... » mehr

Deutsche Bank

04.09.2019

Deutsche-Bank-Chef sieht Notenbanken in der Sackgasse

Nullzinsen, Strafzinsen, Anleihenkäufe - Europas Währungshüter haben alle Register gezogen. Für Banken kein leichtes Umfeld. Dass die EZB womöglich noch einmal nachlegt, stößt in der Branche auf Kritik. » mehr

Commerzbank in Frankfurt

20.11.2019

Kein Tabu mehr: Minuszinsen ab dem ersten Euro

Das viele billige Geld der Europäischen Zentralbank hat nicht nur positive Auswirkungen - das bekommen immer mehr Bankkunden zu spüren. Europas Währungshüter zeigen sich sensibilisiert. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Max Raabe in der Erfurter Messehalle Erfurt

Max Raabe in Erfurt | 19.01.2020 Erfurt
» 18 Bilder ansehen

brand saalborn Saalborn

Wohnhausbrand Saalborn | 17.01.2020 Saalborn
» 29 Bilder ansehen

Platz 1:Auferstanden

Blende 2020 "Verkehrte Welt" |
» 10 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
22. 11. 2019
14:04 Uhr



^