Lade Login-Box.
Topthemen: Südthüringen kocht 2020Freies Wort hilftFolgen Sie uns auf InstagramSport-Tabellen

Wirtschaft

EZB-Präsident dämpft Wachstumssorgen

Der Aufschwung in Deutschland gerät ins Stocken. Nicht nur internationale Handelskonflikte belasten die Konjunktur der größten Wirtschaft Europas. Muss sich der Euroraum auf dunkle Wolken einstellen?



EZB-Präsident
Einmal mehr mahnte Mario Draghi einheitliche Regeln für Banken und Kapitalmärkte an.   Foto: Arne Dedert

EZB-Präsident Mario Draghi hat trotz der Schuldenkrise Italiens, der Brexit-Turbulenzen und zuletzt schwacher Daten die Furcht vor einem Wachstumseinbruch gedämpft. «Es gibt sicher keinen Grund, warum das Wachstum im Euroraum abrupt enden sollte», sagte er.

Der in Deutschland wegen seiner Nullzins-Politik stark umstrittene EZB-Präsident sieht für die Politik aber keinen Grund sich auszuruhen - im Gegenteil. Einmal mehr mahnte er einheitliche Regeln für Banken und Kapitalmärkte an.

«Die Vollendung der Bankenunion in all ihren Dimensionen, einschließlich der Risikominderung, und der Beginn der Kapitalmarktunion durch die Umsetzung aller laufenden Initiativen bis 2019 sind jetzt so dringend wie die ersten Schritte im Krisenmanagement des Euro-Währungsgebiets vor sieben Jahren», sagte er. In einer Kapitalmarktunion liege die beste Antwort auf die Bedrohungen, denen sich die Währungsunion ausgesetzt sehe. «Darauf gibt es nur eine Antwort: Mehr Europa».

Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing sieht dies wie der im kommenden Jahr aus dem Amt scheidende Draghi. «Einer der Hauptgründe, warum Europa hinterherhängt, ist Fragmentierung», sagte Sewing. «Amerikanische Banken haben einen riesigen Heimatmarkt, während europäische Banken es mit 27 oder 28 nationalen Märkten mit inkonsistenter Regulierung und verschiedenen Strukturen zu tun haben.» Deshalb müsse die Bankenunion beschleunigt und das Konzept einer Kapitalmarktunion wiederbelebt werden.

Einheitlichere Kapitalmarktregeln stehen bereits seit längerem auf der politischen Agenda der Europäischen Kommission. Mit der Kapitalmarktunion will die Kommission unter anderem neue Finanzierungsquellen für Unternehmen erschließen, die Kosten der Kapitalaufnahme senken und das Angebot für Sparer in der gesamten EU erweitern.

Zudem sollen grenzüberschreitende Investitionen erleichtert werden und mehr ausländische Investitionen angezogen werden. Alles in allem soll das Finanzsystem der EU stabiler sowie widerstands- und wettbewerbsfähiger werden. Doch die in einem Aktionsplan der Kommission zusammengefassten Ziele sind derzeit noch in weiter Ferne. Nach wie vor sind die Vorgaben für den Kapitalmarktverkehr stark fragmentiert und überwiegend national ausgerichtet.

Zur Konjunktur erklärte Draghi, eine graduelle Verlangsamung des Wachstums sei normal, wenn der Konjunkturzyklus reife und sich das Wachstum seinem langfristigen Potenzial annähere. Allerdings sei die Wachstumsphase im Euroraum noch relativ kurz und gering in ihrem Ausmaß.

Seit 1975 hätten wirtschaftliche Aufschwünge im Gebiet des Euroraums durchschnittlich knapp acht Jahre angehalten und eine Steigerung der Wirtschaftsleistung um 21 Prozent bewirkt, sagte Draghi. Der gegenwärtige Aufschwung dauere dagegen erst fünfeinhalb Jahre an mit einem Zugewinn an Wirtschaftskraft um 10 Prozent.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
16. 11. 2018
13:57 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Aufschwung Banken Bankenunion Christian Sewing EZB-Präsidenten Europäische Kommission Eurozone Handelskonflikte Mario Draghi Schuldenkrisen
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Christiane Lagarde

22.11.2019

EZB-Präsidentin Lagarde: Europa braucht gemeinsame Antworten

Digitalisierung, Handelsstreitigkeiten und Konjunkturflaute. Die Antwort auf die Herausforderungen für Europa ist aus Sicht der neuen EZB-Präsidentin klar. » mehr

Mario Draghi

vor 43 Minuten

Bundesverdienstkreuz für Draghi - Kritik auch aus der CDU

Nach CSU-Generalsekretär Markus Blume kritisiert auch der CDU-Innenexperte Axel Fischer die geplante Verleihung des Bundesverdienstkreuzes an den ehemaligen EZB-Präsidenten Mario Draghi. » mehr

Deutsche Bank

04.09.2019

Deutsche-Bank-Chef sieht Notenbanken in der Sackgasse

Nullzinsen, Strafzinsen, Anleihenkäufe - Europas Währungshüter haben alle Register gezogen. Für Banken kein leichtes Umfeld. Dass die EZB womöglich noch einmal nachlegt, stößt in der Branche auf Kritik. » mehr

Mario Draghi

11.09.2019

EZB vor weiterer Verschärfung ihres geldpolitischen Kurses

Die Europäische Zentralbank legt nochmal nach. So viel scheint sicher. Die Frage ist: Wie umfangreich fällt das Paket aus, dass EZB-Präsident Draghi an diesem Donnerstag präsentiert? » mehr

Europäische Zentralbank

25.07.2019

Die EZB ebnet den Weg für Lockerung der Geldpolitik

Die Konjunkturabkühlung und schwache Inflation zwingen Europas Währungshüter zum Handeln. Eine weitere Lockerung der Geldpolitik steht im Raum. Zinserhöhungen im Euroraum sind damit für absehbare Zeit vom Tisch. » mehr

Einkaufsbummel

20.12.2019

GfK: Verbraucher bleiben in Konsumlaune

Die Verbraucher in Deutschland sind in Kauflaune und dürften damit eine Stütze der Konjunktur bleiben. Doch die Angst vor Negativzinsen für Sparer drückt auf die Stimmung. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Verdächtiges Päckchen in Meiningen Meiningen

Verdächtiges Päckchen Meiningen | 27.01.2020 Meiningen
» 2 Bilder ansehen

Prinzenkürung Geisa

Prinzenkürung Geisa |
» 35 Bilder ansehen

Stahlzeit im CCS

Stahlzeit in Suhl |
» 15 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
16. 11. 2018
13:57 Uhr



^