Lade Login-Box.
Topthemen: Landtagswahl 2019Freies Wort hilftFolgen Sie uns auf InstagramSport-Tabellen

Wirtschaft

Düstere Zeiten bei Lichthersteller Osram

Noch vor zwei Jahren hoffte Osram auf eine leuchtende Zukunft. Doch nun wirtschaftet der Beleuchtungshersteller bei trübem Dämmerlicht. Und dabei dürfte auch ein Handelskonflikt eine Rolle spielen.



Osram-Schriftzug
Osram hatte ursprünglich gehofft, dass sich die Nachfrage beleben würde, doch diese Hoffnung hat der Beleuchtungshersteller mittlerweile aufgegeben.   Foto: Matthias Balk

Der Beleuchtungshersteller Osram stellt sich auf düstere Zeiten ein: In einer Gewinnwarnung hat das Münchner Traditionsunternehmen seine Prognose für 2019 drastisch gesenkt.

Der Umsatz könnte um 11 bis 14 Prozent schrumpfen, wie Osram mitteilte. Bisher war ein Umsatzplus von bis zu 3 Prozent erwartet worden. Auch die Profitabilität vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen wurde korrigiert: Bei der bereinigten EBITDA-Marge würden 8 bis 10 Prozent erwartet - statt 12 bis 14 Prozent.

Der Warnung folgte ein Kursrutsch an der Börse: Innerhalb einer halben Stunde verloren die Papiere über zehn Prozent ihres Werts und rutschten auf den tiefsten Stand seit Oktober vergangenen Jahres.

«Der Hintergrund ist unter anderem die anhaltende Marktschwäche in der Automobilindustrie, der Allgemeinbeleuchtung und bei mobilen Endgeräten», hieß es in der Mitteilung. «Dies hat zu hohen Lagerbeständen insbesondere in China geführt.» Zudem werde die Geschäftsentwicklung durch die «allgemeine konjunkturelle Abkühlung» beeinträchtigt: «Geopolitische Unsicherheiten belasten die Nachfrage auch weiterhin», teilte Osram weiter mit.

Zu diesen «Unsicherheiten» gehört auch der US-chinesische Handelskonflikt. Unter anderem sind erstmals seit einem Vierteljahrhundert die Autoverkaufszahlen in China gesunken. Da die Autobranche zu den wichtigsten Abnehmern von Osram-Produkten zählt, trifft dies das Unternehmen hart.

Unternehmenschef Olaf Berlien hatte ursprünglich gehofft, dass sich die Nachfrage beleben würde, doch diese Hoffnung hat Osram mittlerweile aufgegeben: «Eine solche Entwicklung ist zum jetzigen Zeitpunkt weder eingetreten noch für den Rest des Geschäftsjahres absehbar», heißt es in der Ad-hoc-Meldung für die Börsen.

Berlien und Vorstandskollegen hatten bereits ein Sparprogramm verkündet, bis 2021 sollen die Kosten um 200 Millionen Euro pro Jahr sinken. Im Werk Regensburg müssen hunderte Mitarbeiter gehen.

Ungünstig wirkt sich nun womöglich auch aus, dass Osram in den vergangenen Jahren die Produktionskapazitäten erhöht hat und dabei hohe Summen investierte - wie sich nun zeigt, unmittelbar bevor die Nachfrage zu sinken begann. Der Konzernchef räumte bereits vor Wochen ein, dass die Erwartungen zu optimistisch waren. Unter anderem wurde ein großes neues Werk in Malaysia eröffnet. Außerdem wurde die Produktionskapazität im chinesischen Werk in Wuxi verdoppelt.

Osram steht keineswegs allein mit seinen Problemen, neben den Autoherstellern selbst sind auch andere Elektronikzulieferer getroffen. Nur einen Tag vorher hatte der Chiphersteller Infineon - wie Osram eine ehemalige Siemens-Tochter - seine Prognose gesenkt.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
28. 03. 2019
19:06 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Autofirmen Baisse Chiphersteller Gewinnwarnung Handelskonflikte Infineon Technologies AG Konjunkturabkühlung Optimismus Osram GmbH Produktionskapazitäten Prognosen und Vorhersagen Werk
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Dax

23.07.2019

US-Haushaltseinigung und Hoffnung auf Billiggeld treiben Dax

Eine Haushaltseinigung in den USA sowie die Aussicht auf noch mehr billiges Geld von den Notenbanken haben den deutschen Aktienmarkt am Dienstag angetrieben. » mehr

Continental

22.07.2019

Continental senkt wegen schwacher Autobranche Geschäftsziele

Konjunkturschwäche und Handelsstreit machen deutschen Unternehmen immer mehr zu schaffen. Viele müssen inzwischen ihre Geschäftsziele senken. Jetzt hat es auch den Autozulieferer Continental erwischt. » mehr

Dax

05.11.2018

Dax nach starker Vorwoche leicht im Minus

Angesichts der Hängepartie im internationalen Handelsstreit haben sich die Dax-Anleger zu Wochenbeginn zurückgehalten. » mehr

Börse Frankfurt

25.09.2018

Dax leicht im Plus trotz Kurssturz bei BMW

Erneute Kursturbulenzen im Autosektor haben den Dax am Dienstag insgesamt kalt gelassen. Während eine Gewinnwarnung von BMW die ganze Autobranche mächtig unter Druck brachte, zeigte sich der deutsche Leitindex relativ un... » mehr

Teamviewer vor Börsengang

22.09.2019

Teamviewer vor größtem Tech-Börsengang seit dem Dotcom-Boom

Software von Teamviewer wird derzeit auf rund 340 Millionen Geräten weltweit eingesetzt. Nun streben die Göppinger an die Börse. Davon dürfte vor allem ein Unternehmen profitieren. » mehr

Containerfrachter

01.10.2019

WTO senkt Prognose für den Weltwarenhandel 2019 drastisch

Angesichts wachsender Spannungen im Welthandel und der Konjunkturabkühlung in vielen Ländern hat die Welthandelsorganisation (WTO) ihre Wachstumsprognose für den Weltwarenhandel für 2019 mehr als halbiert. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Baumesse Suhl

Baumesse Suhl | 19.10.2019 Suhl
» 18 Bilder ansehen

Gegenveranstaltungen Ilmenau Ilmenau

Protest Ilmenau | 20.10.2019 Ilmenau
» 9 Bilder ansehen

Einsatzübung Hildburghausen Hildburghausen

Einsatzübung Helios Hildburghausen | 18.10.2019 Hildburghausen
» 14 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
28. 03. 2019
19:06 Uhr



^