Lade Login-Box.
Sommerausklang in Südthüringen zum Digital-Abo
Topthemen: Freies Wort hilftCoronavirus in ThüringenFolgen Sie uns auf Instagram

Wirtschaft

Digitalisierung der Stromnetze: Intelligente Zähler kommen

Der Stromzähler soll intelligent werden. Nach langen Prüfungen ist jetzt ein wichtiger Schritt in die moderne Energiewelt getan. Doch die Smart Meter müssen erst ihre Praxistauglichkeit beweisen.



Intelligenter Stromzähler
Intelligente Stromzähler werden für bestimmte Haushalte zur Pflicht.   Foto: Maja Hitij/dpa

Die Waschmaschine springt an, wenn die Energie günstig ist. Die Solaranlage speist Strom vom eigenen Dach bei guten Preisen ins Netz. Smart Meter sollen das in Zukunft möglich machen. Die Einführung dieser Stromzähler mit Internetanschluss ist einen wichtigen Schritt vorangekommen.

Ein drittes der sogenannten Smart-Meter-Gateways hat die Prüfungen durch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) bestanden. Der Hersteller erhielt das Prüfzertifikat, wie das BSI mitteilte.

Die Zertifizierung von drei dieser Kommunikationsmodule ist eine Voraussetzung für den Pflichteinbau der intelligenten Zähler, die für die Digitalisierung der Stromnetze wichtig sind. Das BSI sprach von einem «Meilenstein für die Energiewende». Die neuen Geräte sollen unter anderem die Nutzung variabler Stromtarife mit niedrigen Preisen in der Nacht und höheren Kosten bei Verbrauchsspitzen erleichtern.

Ein Pflichteinbau von Smart Metern ist nur für Betriebe und Haushalte mit einem Stromverbrauch von mehr als 6000 Kilowattstunden im Jahr vorgesehen. Aber auch bei Haushalten mit geringerem Verbrauch, kann der Messstellenbetreiber ein Smart Meter einbauen. Zum Vergleich: Für einen Vier-Personen-Haushalt wird ein durchschnittlicher Jahresverbrauch von 3500 Kilowattstunden angenommen. Bei den Betriebskosten gibt es gesetzliche Preisobergrenzen. So sind bei einem Verbrauch von 3500 Kilowattstunden maximal 40 Euro im Jahr erlaubt. Bevor der Pflichteinbau endgültig starten kann, muss das BSI noch eine sogenannte Markterklärung veröffentlichen. Das soll Anfang kommenden Jahres erfolgen.

Verbraucherschützer forderten, der Einbau der Smart Meter dürfe nicht zu Lasten der Kunden gehen. «Jetzt müssen die Netz- und Messstellenbetreiber variable Tarife anbieten und eingesparte Kosten vollständig weitergeben», forderte Thomas Engelke von der Verbraucherzentrale Bundesverband. Die Verbraucher dürften «nicht zusätzlich belastet werden». Die Geräte der ersten Generation seien auch nicht in der Lage, Ladestationen für Elektrofahrzeuge je nach Netzauslastung selbstständig zu steuern oder vernetzbare Haushaltsgeräte eines Smart Homes an- und abzuschalten.

Die Smart Meter sollen helfen, Stromnachfrage und Stromerzeugung besser in Einklang zu bringen. Dazu verbinden sie Stromerzeuger, Netzbetreiber und Verbraucher miteinander. Die Energiebranche wartet seit längerem auf den Startschuss für die Smart Meter, der eigentlich schon 2017 fallen sollte. «Ab sofort können Stadtwerke von der Planungs- in die Umsetzungsphase gehen», sagte der stellvertretende Hauptgeschäftsführer des Verbandes kommunaler Unternehmen (VKU), Michael Wübbels. Die neuen Geräte müssten jetzt beweisen, dass sie die angekündigten Mehrwerte bieten und praxistauglich seien.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
19. 12. 2019
15:11 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik Bundesministerium für Wirtschaft Bundesnetzagentur Elektrizitätsversorger und Stromerzeuger Energiewende Gerät Haushaltsgeräte Stromerzeugung Stromnetze Stromtarife Stromverbrauch Wirtschaftsbranche Energieerzeugung und -Versorgung
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Smart Meter

06.09.2020

Smart Meter für alle? Stromversorger uneinig

Die Energieversorger sind sich nicht einig, ob sie alle Haushalte in Deutschland mit einem intelligenten Stromzähler ausstatten wollen. » mehr

RWE Quartalszahlen

14.05.2020

Stromproduzent RWE ohne Corona-Schäden 

Steigende Gewinne und gute Aussichten: Dem Energiekonzern RWE ist trotz Corona ein guter Start in das Jahr 2020 gelungen. Nur ein Investor aus Norwegen hat die Zufriedenheit in Essen etwas getrübt. » mehr

Stromzähler

31.01.2020

Grünes Licht für smarte Stromzähler: Pflichteinbau startet

Der intelligente Stromzähler wird Pflicht. Die neuen Smart Meter sollen helfen, Stromnachfrage und Stromerzeugung besser in Einklang zu bringen - kosten aber auch Geld. In Privathaushalten werden aber nur sehr große Fami... » mehr

Offshore-Windpark

29.07.2020

Ökostrom-Anteil im ersten Halbjahr erstmals bei 50 Prozent

Die Corona-Krise hat die Stromnachfrage in Deutschland deutlich gedrückt. Da es außerdem windig und sonnig war und Gas vergleichsweise wenig kostetet, sieht die Klimaschutz-Bilanz ganz gut aus. » mehr

Windräder

30.11.2019

Rekord beim Windstrom - aber kaum neue Anlagen

In Deutschland werden kaum noch neue Windräder aufgestellt. Am fehlenden Wind liegt das nicht - zumindest nicht in diesem Jahr. » mehr

Windenergie

01.04.2020

Erneuerbare Energien liefern 52 Prozent des Verbrauchs

Viel Wind im Februar und anschließend Sonne satt. Für den Ökostrom kann es kaum bessere Bedingungen geben. Das schlägt sich auch in der Statistik nieder. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Oldtimerteilemarkt Suhl Suhl

Oldtimer-Teilemarkt Suhl | 27.09.2020 Suhl
» 44 Bilder ansehen

Wohnungsbrand HBN Hildburghausen

Brand Hildburghausen | 27.09.2020 Hildburghausen
» 21 Bilder ansehen

Schwarzbiernacht mit Remode Suhl

Schwarzbiernacht Remode | 26.09.2020 Suhl
» 79 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
19. 12. 2019
15:11 Uhr



^