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Wirtschaft

Deutsche Hersteller wollen mehr Diesel-Autos verkaufen

Die Deutschen kaufen weniger neue Autos als die Hersteller erwartet hatten. In Zukunft sollen Elektroantriebe mehr Käufer locken. Vorerst aber ruht die Hoffnung ausgerechet auf dem Diesel.



Automobilindustrie
Autos stehen vor dem Eisenacher Opel-Werk auf einem Parkplatz.   Foto: Martin Schutt

Die deutschen Autobauer setzen trotz aller Debatten auf den Diesel. Für den Klimaschutz müsse der zuletzt stark gesunkene Diesel-Anteil an den Neuzulassungen wieder steigen, sagte Bernhard Mattes, der Präsident des Verbands der Automobilindustrie (VDA), in Berlin.

«Wir dürfen den Blick auf CO2 vor lauter Diskussionen über Stickstoffdioxid nicht verstellen», sagte Mattes. «Die Zukunft des Autos ist vor allem elektrisch.» Aber Verbrenner würden noch lange gebraucht.

Diesel-Antriebe stehen wegen des Ausstoßes von gesundheitsschädlichem Stickstoffdioxid seit Jahren in der Kritik, sie verbreiten aber weniger klimaschädliches Kohlendioxid (CO2) als Benziner. Damit müsse die Branche wieder stärker werben, sagte Mattes.

In Westeuropa waren in den ersten neun Monaten 37 Prozent aller neu zugelassenen Autos Diesel. Zwei Drittel der Diesel, die im November in Deutschland neu zugelassen wurden, fallen laut VDA in die modernste Schadstoff-Norm Euro-6d-TEMP, die nach ersten Messungen weniger Stickstoffdioxid ausstoßen als frühere Modelle.

In Deutschland werden in diesem Jahr nach VDA-Prognose weniger Autos verkauft als 2017. Voraussichtlich rund 3,4 Millionen Neuzulassungen bis Jahresende entsprächen einem Minus von etwa einem Prozent. Mattes verwies darauf, dass das Vorjahr sehr stark gewesen sei. «Die Entwicklung des deutschen Pkw-Marktes 2018 ist erfreulich», hob er hervor. «Er hat sich allen Widrigkeiten zum Trotz als sehr robust erwiesen.» Eigentlich hatte der Verband mit 3,5 Millionen Neuzulassungen gerechnet.

Probleme machte in diesem Jahr ein neuer Abgasprüfstandard, der seit September gilt. Die Hersteller besaßen noch nicht für alle Modelle die Genehmigung und mussten ihre Produktion drosseln. Dieser Effekt sei auf wenige Monate begrenzt, sagte Mattes. Für das nächste Jahr rechnet der Verband dennoch mit etwas weniger als 3,4 Millionen Neuzulassungen und einem weiteren Minus von einem Prozent. Das sei aber mehr als der Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre.

Inzwischen spüren die Autobauer den Handelskonflikt zwischen China und den USA. Der Export deutscher Hersteller aus den USA nach China sei in den ersten zehn Monaten dieses Jahres um ein Drittel zurückgegangen, teilte der VDA mit. Der Auto-Weltmarkt stagniere. Wie im Vorjahr werde er 2018 rund 85 Millionen Fahrzeuge umfassen, im nächsten Jahr dann um etwa ein Prozent auf 85,9 Millionen zulegen.

Mattes verteidigte die Reise von Spitzen der Autobauer Volkswagen, Daimler und BMW nach Washington zu Gesprächen mit US-Präsident Donald Trump. «Sie haben über ihre Pläne für den US-Markt gesprochen, nicht über Handelsfragen», sagte der VDA-Chef. «Das ist etwas, was nicht unüblich ist.» Auch in Deutschland rede die Industrie mit der Regierung über ihre Standortpläne. Ein gutes Zeichen sei, dass alle deutschen Herstellervertreter, die in Washington am Tisch saßen, von einer guten Atmosphäre gesprochen hätten.

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dpa

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05. 12. 2018
12:50 Uhr

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