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Wirtschaft

Deutsche-Bank-Chef steht nach Razzia hinter Mitarbeitern

Zwei Mitarbeiter der Deutschen Bank sollen geholfen haben, Geld aus Straftaten zu waschen. Deswegen stehen sie jetzt im Fadenkreuz von Ermittlern. Ihr Chef stellt sich trotzdem hinter sie - jedenfalls vorerst.



Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing
Deutsche-Bank-Chef Sewing: «Wenn wir bei der Deutschen Bank unsere eigenen Mitarbeiter vorverurteilen würden - insbesondere diejenigen, die Sachverhalte aufarbeiten - dann liefe hier etwas ganz gewaltig schief.» Foto. Arne Dedert   Foto: Arne Dedert

Nach den Razzien in Büros der Deutschen Bank hält Vorstandschef Christian Sewing zu seinen beiden beschuldigten Mitarbeitern.

Bei ihnen handele es sich um Kollegen, die an der Aufarbeitung der «Panama Papers»-Affäre um Steuerschlupflöcher und Geldwäsche im Frühjahr 2016 beteiligt gewesen seien, sagte Sewing der «Bild am Sonntag». «Wenn wir bei der Deutschen Bank unsere eigenen Mitarbeiter vorverurteilen würden - insbesondere diejenigen, die Sachverhalte aufarbeiten - dann liefe hier etwas ganz gewaltig schief.»

Am Donnerstag und Freitag hatten Fahnder Büros des Geldhauses unter anderem in der Zentrale in Frankfurt am Main durchsucht, weil Mitarbeiter des Instituts Kunden dabei geholfen haben sollen, mit Briefkastenfirmen in Steuerparadiesen Geld aus Straftaten zu waschen - dieser Verdacht ergab sich den Angaben der Ermittler zufolge unter anderem nach einer Auswertung der «Panama Papers». Die Beschuldigten sind laut Staatsanwaltschaft ein 50 Jahre und ein 46 Jahre alter Mitarbeiter sowie «andere bislang nicht identifizierte Verantwortliche» des Instituts.

Alle Vorstandsbüros seien durchsucht worden, auch das von Sewing, sagte der Vorstandschef der Zeitung. «Aber das ist auch in Ordnung, ich habe kein Problem damit.» Es werde allerdings gegen keinen Vorstand ermittelt. «Die Durchsuchung unserer Büros galt der Beweisaufnahme.» Mit sich selbst sei er im Reinen. Wichtig sei, dass der Sachverhalt möglichst schnell aufgeklärt werde.

Mit Blick auf die beiden konkret Beschuldigten sagte er: «Es gilt hier für mich bis zum Beweis des Gegenteils ganz klar die Unschuldsvermutung.» Nach der Veröffentlichung der «Panama Papers» sei der Sachverhalt komplett geprüft worden, es gebe auch unabhängige Gutachten dazu. «Für uns war der Fall abgeschlossen.» Ergäben die jüngsten Untersuchungen allerdings, dass Fehler gemacht worden seien, «werden wir die Ersten sein, die die Konsequenzen ziehen wollen».

Sewing gibt im Interview zu, dass der Ruf der Bank unter den Ermittlungen leide. «Deshalb wollen wir möglichst schnell aus den Schlagzeilen.»

Ob es nach Freitag weitere Untersuchungen geben sollte, dazu machte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft in Frankfurt am Wochenende gegenüber der Deutschen Presse-Agentur keine Angaben.

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dpa

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Veröffentlicht am:
02. 12. 2018
15:31 Uhr

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02. 12. 2018
15:31 Uhr



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