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Deliveroo: Lieferdienste müssen Müll-Problem angehen

Bestellt mit der App, gebracht per Fahrrad in höchstens 30 Minuten: Viele Großstädter schätzen den Service von Plattformen wie Deliveroo. Doch deren Erfolg hat auch Kehrseiten.



Deliveroo
Ein Kurier des Lieferdienstes «Deliveroo» bringt eine Lieferung.   Foto: Gregor Fischer

Bestellungen bei Essenslieferdiensten führen zu größer werdenden Bergen von Verpackungsmüll. «Das ist ein riesiges, riesiges Problem», sagte Deliveroo-Chef Will Shu der Deutschen Presse-Agentur.

Das britische Unternehmen ist der drittgrößte Anbieter in Deutschland. «Nicht nur wir - alle Essenslieferdienste, Amazon und alle Online-Händler der Welt erzeugen Abfall.» Deliveroo arbeitet nach seinen Angaben daran, weniger Plastik in Umlauf zu bringen.

Plastikbesteck soll es in Kürze wie in Großbritannien auch in Deutschland nur noch auf ausdrücklichen Wunsch geben. Außerdem sollen den Partner-Restaurants weltweit umweltfreundliche Verpackungen angeboten werden - zu «wettbewerbsfähigen Preisen», wie es hieß. Kompostierbare Essensboxen und Suppenbecher etwa bietet Deliveroo in einigen Ländern schon an. Allerdings seien diese noch nicht für alle Märkte leicht verfügbar.

Deliveroo wurde vor fünf Jahren gegründet. Die Vermittlungsplattform sammelt in Großstädten von zwölf Ländern Bestellungen für Partner-Restaurants und organisiert die Lieferung über seine Fahrradkuriere. In Deutschland sind 2000 Restaurants beteiligt. «Ich denke, wir können das in den nächsten sechs Monaten verdoppeln», sagte Shu. Dazu hat das Unternehmen seine Plattform über das Angebot «Marketplace+» für Restaurants geöffnet, die mit eigenen Lieferanten arbeiten.

Deliveroo hatte im August seinen Rückzug aus Essen, Dortmund, Dresden, Leipzig, Mainz, Stuttgart, Bonn, Düsseldorf, Hannover und Nürnberg angekündigt. Stattdessen wolle man in Berlin, München, Köln, Hamburg und Frankfurt investieren, Städte mit stärkerem Wachstum.

Zuletzt hatte es Spekulationen gegeben, der Fahrdienstvermittler Uber und das Handelshaus Amazon hätten Interesse an Deliveroo, um eigene Lieferdienste zu stärken. Shu stellte nun klar: «Wir verkaufen die Firma nicht. Wir haben gerade erst angefangen, und wir wollen, dass die Firma wächst.»

Auf dem umkämpften deutschen Markt konkurriert Deliveroo mit anderen Diensten wie Foodora, Lieferheld und Lieferando. Die Gewerkschaft Nahrung Genuss Gaststätten und die Initiative «Liefern am Limit» kritisiert seit langem die Arbeitsbedingungen der Fahrradkuriere.

Für Deliveroo sind nach Unternehmensangaben 1100 freiberufliche Lieferanten unterwegs, die pro Auftrag bezahlt werden. Am größten ist die Nachfrage am Sonntagabend. «Die Leute mögen die Flexibilität», rechtfertige Shu den Verzicht auf Festanstellungen. Viele Fahrer seien Studenten, meist arbeiteten sie zehn bis zwölf Stunden die Woche und im Schnitt kämen sie nach Berechnungen des Unternehmens auf 16 Euro in der Stunde. Kritiker gehen von weniger aus und sprechen teils von Verdiensten unter dem Mindestlohn.

Im Schnitt ordern Kunden in Deutschland für 20 Euro, sagte Shu. «Deutsche bestellen sparsamer und eher traditionell: Burger und Salat mit Hähnchen. «Häufiger als alle anderen bestellen die Deutschen dazu auch Bier - Süßigkeiten dagegen nicht.»

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dpa

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13. 10. 2018
09:33 Uhr

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