Lade Login-Box.
Fotowettbewerb 2020 zum Digital-Abo
Topthemen: Podcast: Offen gesagt#GemeinsamHandelnCoronavirus in ThüringenCorona-Hilfsbörse

Wirtschaft

Daimler und Volvo entwickeln Brennstoffzellen für Lkw

Vor allem im Lastwagenbereich gilt die Brennstoffzelle für viele als aussichtsreiche Alternative. Um Geld und Zeit bei der Entwicklung zu sparen, wollen nun zwei Schwergewichte der Branche zusammenarbeiten.



Mercedes-Benz Lastwagenwerk
Ein Lkw auf einem Rollenprüfstand im Mercedes-Benz Werk Wörth. Daimler will künftig gemeinsam mit Volvo Brennstoffzellen für Lkw entwickeln.   Foto: MediaPortal Daimler AG/dpa

Die Lastwagenbauer Daimler und Volvo tun sich bei der Entwicklung von Brennstoffzellen-Antrieben zusammen. Gemeinsam wollen sie bis zum Ende dieses Jahrzehnts schwere Nutzfahrzeuge für den Fernverkehr zur Serienreife bringen, wie sie am Dienstag mitteilten.

Dazu werde ein Gemeinschaftsunternehmen gegründet, das beiden Partnern jeweils zur Hälfte gehören wird. Daimler-Truck-Chef Martin Daum sprach in einer Mitteilung von einem «Meilenstein, um brennstoffzellenbetriebene Lkw und Busse nun auf unsere Straßen zu bringen».

«Mit der Gründung dieses Joint Ventures zeigen wir deutlich, dass wir an die mit Wasserstoff angetriebene Brennstoffzelle für Nutzfahrzeuge glauben», betonte der Chef der Volvo Group, Martin Lundstedt. Damit sie funktioniert, müssten allerdings noch weitere Unternehmen und Institutionen die Entwicklung unterstützen, nicht zuletzt, um die notwendige Infrastruktur aufzubauen, um Brennstoffzellen-Fahrzeuge auch betanken zu können.

Daimler will den Angaben zufolge alle seine bisherigen Aktivitäten rund um die Brennstoffzelle bündeln und dann in das neue Unternehmen einbringen, die Volvo Group wiederum soll dann für etwa 600 Millionen Euro die Hälfte daran kaufen. Beide Partner würden im Anschluss mindestens jeweils neunstellige Beträge - also in der Größenordnung von mehr als 100 Millionen Euro - in die Technologie investieren, sagte Daum in einer Telefonkonferenz.

Bei Daimler bekommt die Lkw-Sparte mit dem Deal die Führungsrolle für die gesamte Brennstoffzellentechnologie im Konzern. Ziel der Partner ist es, in der zweiten Hälfte des Jahrzehnts Serien-Lkw und -Busse mit dieser Technik auf die Straße zu bringen. Hintergrund ist, dass die EU wie auch bei Pkw die Reduktion der CO2-Emissionen über die kommenden Jahre deutlich verschärft hat. Schwere Lkw müssen die klimaschädlichen Abgase bis 2025 um 15 Prozent gegenüber 2019/20 und bis 2030 um 30 Prozent reduzieren.

Ganz in trockenen Tüchern ist der Deal aber noch nicht. Die vorläufige Vereinbarung, die beide Partner unterzeichnet haben, ist nicht bindend. Die endgültige Vereinbarung wird für das dritte Quartal erwartet und steht unter dem Vorbehalt der Genehmigung durch die Wettbewerbsbehörden. Daum und Lundstedt würden auch weitere Hersteller im Bündnis willkommen heißen, um Kosten und Investitionen zu teilen.

Großaktionär sowohl bei Daimler als auch bei Volvo ist der Gründer des chinesischen Autokonzerns Geely, der Milliardär Li Shufu, der schon mehrere Kooperationen vorangetrieben hat. Daimlers Kleinwagen Smart etwa wird künftig in Zusammenarbeit mit Geely in China produziert. Geely sei aber nicht die treibende Kraft hinter der Kooperation und habe mit der Entscheidung nichts zu tun gehabt, sagte Daum.

Beide Seiten betonten, dass die Bündelung ihrer Kräfte die Entwicklungskosten senken und die Markteinführung von schweren Langstrecken-Lkw mit Brennstoffzellen beschleunigen werde. Daimlers Lastwagensparte kämpft mit dem Gegenwind der weltweit stark nachlassenden Konjunktur und setzt für die kommenden Jahre vor allem auf mehr Effizienz. Spartenchef Daum will die Kosten erheblich senken, um trotz sinkender Verkaufszahlen weiter genug Geld für wichtige, zugleich aber teure Zukunftsprojekte wie die Brennstoffzelle zur Verfügung zu haben.

Das Gemeinschaftsunternehmen mit Volvo soll sich auch noch mit anderen Anwendungsmöglichkeiten befassen. Grundsätzlich blieben die Daimler Truck AG und die Volvo Group aber Konkurrenten, hieß es.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
21. 04. 2020
13:30 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Abgase Auto Autofirmen Daimler AG Entwicklungskosten Geely Joint Ventures Lastkraftwagen Li Shufu Markteinführungen Nutzfahrzeuge Omnibusse Produktionsunternehmen und Zulieferer Volvo
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Autokonzern Geely

22.01.2020

Wie Geely seine Pläne in Deutschland vorantreibt

Der chinesische Autobauer Geely ist hierzulande vor allem als größter Daimler-Aktionär bekannt. Seit dem vergangenen Jahr ist der Konzern von Milliardär Li Shufu aber auch selbst in Deutschland vertreten - still und leis... » mehr

Traton-Chef Andreas Renschler

08.07.2020

Nächstes VW-Personalkarussell: Renschler raus, Gründler rein

In schöner Regelmäßigkeit werden im Volkswagen-Konzern Führungskräfte verschoben. So manch einer kann im sich wandelnden Machtgefüge leer ausgehen - diesmal trifft es unter anderem den Chef des mächtigen Lkw- und Busgesc... » mehr

Pkw-Neuzulassungen

04.06.2020

Nachfrage halbiert - Autokäufer halten sich zurück

Autohäuser dürfen seit Ende April wieder öffnen. Doch so wenig wie jetzt war schon lange nicht mehr los. Kurzarbeit und Arbeitslosigkeit zerren am Budget der Käufer. Nun sollen Autos billiger werden. » mehr

Daimler Hambach

03.07.2020

Daimler will Werk im französischen Hambach verkaufen

Den Kleinwagen Smart baut Daimler künftig gemeinsam mit seinem Großaktionär Geely in China, das Werk in Hambach sollte dafür eigentlich ein anderes Modell bekommen. Nun wird es gar nicht mehr gebraucht. » mehr

Renault

29.05.2020

Kriselnder Autobauer Renault will 15.000 Jobs streichen

Schon vor der Corona-Krise kämpfte Renault mit Problemen. Nun zieht der Hersteller die Notbremse. Im Heimatland ist die Sanierung ein besonders heißes Eisen - denn Präsident Macron hat Forderungen. » mehr

Andreas Renschler

29.10.2019

Traton besiegelt Einkaufsgemeinschaft mit Hino aus Japan

Volkswagens Lastwagentochter Traton und der japanische Anbieter Hino haben ihre geplante Einkaufsgemeinschaft unter Dach und Fach gebracht. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Unfälle Starkregen A73 Autobahn 73

Unfälle A73 Starkregen | 15.07.2020 Autobahn 73
» 23 Bilder ansehen

Unfall Motorrad Waffenrod Waffenrod

Motorradunfall Waffenrod | 13.07.2020 Waffenrod
» 6 Bilder ansehen

Bad Salzungen

Gesuchte Männer | 13.07.2020 Bad Salzungen
» 5 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
21. 04. 2020
13:30 Uhr



^
OK

Diese Webseite verwendet u.a. Cookies zur Analyse und Verbesserung der Webseite, zum Ausspielen personalisierter Anzeigen und zum Teilen von Artikeln in sozialen Netzwerken. Unter » Datenschutz erhalten Sie weitere Informationen und Möglichkeiten, diese Cookies auszuschalten.