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Wirtschaft

Daimler schlägt sich besser als gedacht

Im zweiten Quartal hatte Corona noch für tiefrote Zahlen bei Daimler gesorgt, nun überrascht der Autobauer mit Resultaten weit über den Erwartungen. Finanzchef Wilhelm sieht den Konzern auf dem richtigen Weg. Eine gewisse Unsicherheit aber bleibt.



Daimler
«Die Resultate des dritten Quartals reflektieren eine sehr starke Leistung und beweisen, dass wir bei der Absenkung der Gewinnschwelle auf dem richtigen Weg sind», sagt Finanzvorstand Harald Wilhelm.   Foto: Marijan Murat/dpa

Nach dem Corona-Absturz im Sommer hat sich der Autobauer Daimler mit deutlich besseren Zahlen als erwartet zurückgemeldet. Zwar bleibt die Unsicherheit, was die Pandemie in den kommenden Monaten noch anrichten könnte.

Die Resultate des dritten Quartals zeigten aber, dass der eingeschlagene Weg der richtige sei, teilte der Konzern mit. Den Schwung werde man auch in die verbleibenden Wochen des Jahres mitnehmen können - immer vorausgesetzt, dass es zu keinen weiteren Corona-Lockdowns kommt.

Deren Auswirkungen hatten Daimler im zweiten Quartal tief in die roten Zahlen gerissen. Für das dritte Quartal hatten zwar auch alle Branchenexperten nun wieder mit einem Gewinn gerechnet. Mit knapp 3,1 Milliarden Euro vor Zinsen und Steuern fällt der nun aber nicht nur höher aus als im Vorjahr (2,7 Milliarden Euro), sondern auch gut eine Milliarde höher als von Branchenexperten erwartet. Was auch der Grund dafür war, dass der Autobauer vorläufige Zahlen bereits am späten Donnerstagabend veröffentlichte. Eigentlich steht die Bilanz für das dritte Quartal erst am Freitag kommender Woche an.

Bis dahin will Finanzchef Harald Wilhelm nun auch die Prognose für das gesamte Jahr 2020 noch einmal überarbeiten. Bisher geht Daimler davon aus, bei Absatz, Umsatz und Vorsteuerergebnis unter den Vorjahreswerten zu landen - weitere wirtschaftliche Erholung und das Ausbleiben einer weiteren größeren Infektionswelle in den wichtigsten Märkten schon eingepreist.

Dass das dritte Quartal deutlich besser lief als erwartet, führte Wilhelm auf mehrere Faktoren zurück: So habe sich der Markt schneller erholt als gedacht. Vor allem im September hätten sich die Geschäfte stark entwickelt. Dazu wirkten sich die strikte Disziplin bei den Kosten und die übrigen Maßnahmen zur Steigerung der Effizienz aus.

«Die Resultate des dritten Quartals reflektieren eine sehr starke Leistung und beweisen, dass wir bei der Absenkung der Gewinnschwelle auf dem richtigen Weg sind», sagte Wilhelm. Gleichzeitig habe man die Chancen genutzt, die sich aus der Erholung der Märkte ergeben hätten. «Wir erwarten, dass diese positive Dynamik auch im vierten Quartal anhält, wobei dabei jedoch die übliche Saisonalität des Jahresendgeschäfts zu beachten ist», sagte Wilhelm. Soll heißen: Dass es mit allen Zahlen einfach weiter steil bergauf geht, darf man nun auch nicht erwarten.

Die Börse reagierte aber positiv: Daimler legte bis zum Nachmittag um 5 Prozent zu und war damit Zugpferd im DAX. Seit dem Tief im März hat sich der Aktienwert mehr als verdoppelt.

Vorstandschef Ola Källenius hatte zuletzt schon mehrfach betont, dass es nach dem Tiefpunkt der Corona-Krise mit Nachfrageabsturz und wochenlangen Produktionsstopps inzwischen wieder aufwärts geht. Vor allem in China habe der Markt wieder deutlich angezogen. Im dritten Quartal konnte Daimler weltweit mehr Autos verkaufen als im Vorjahresquartal. Aufs gesamte Jahr gerechnet, bleibt aber immer noch ein spürbarer Rückstand.

Källenius hatte dem Konzern schon vor Corona ein striktes Sparprogramm verordnet, es aber nach dem Ausbruch der Pandemie noch verschärft, um in der Krise das Geld zusammenzuhalten. Langfristig soll vor allem die Gewinnschwelle deutlich gesenkt werden - auch mit Einschnitten beim Personal. Betriebsbedingte Kündigungen sind zwar vom Tisch, dafür werden auf anderen Wegen Arbeitsplätze gestrichen. Wie viele der weltweit zuletzt knapp 294.000 Beschäftigten gehen sollen, ist aber immer noch unklar.

Als kurzfristige Reaktion auf die Corona-Pandemie wird in bestimmten Bereichen vorübergehend weniger gearbeitet. Zudem muss die komplette Belegschaft in Deutschland diesmal auf die sonst jährlich gezahlte Prämie verzichten. Das sogenannte tarifliche Zusatzgeld wird automatisch in freie Tage umgewandelt. Und sein Smart-Werk im französischen Hambach will Daimler verkaufen.

Källenius schraubt zudem auch weiter an der Strategie, will die Komplexität reduzieren, den Fokus komplett auf Elektroautos und zudem stärker auf Luxus und die jeweils oberen Enden der Segmente lenken. Da ist pro Auto deutlich mehr Geld zu verdienen.

© dpa-infocom, dpa:201015-99-962580/5

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Veröffentlicht am:
16. 10. 2020
21:50 Uhr

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16. 10. 2020
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