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Wirtschaft

DIW-Chef: «Wir müssen weg vom Alarmismus»

Sind die fetten Jahre vorbei? Warnungen sind nicht zu überhören. Auch für den Wirtschaftsforscher ist das Ende der Fahnenstange in Sicht - aber es ist noch nicht erreicht, trotz aller Risiken.



Marcel Fratzscher
Marcel Fratzscher, der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW).   Foto: Daniel Naupold/Archiv

Die vermehrt geäußerte Sorge um den Aufschwung in Deutschland ist aus Sicht des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) überzogen.

«Wir müssen weg vom Alarmismus», sagte Institutspräsident Marcel Fratzscher der Deutschen Presse-Agentur. «Die deutsche Wirtschaft läuft gut. Die Beschäftigung wird weiter steigen.» Beim Export drohten Unsicherheiten, aber auch im nächsten Jahr werde vor allem der Binnenmarkt die deutsche Wirtschaft stützen.

Allerdings erreiche die Konjunktur in Deutschland langsam das Ende der Fahnenstange, erläuterte Fratzscher. «Wir liegen nun noch bei einem Wachstum von 1,5 Prozent. Es gibt aber noch Potenzial.» So könnten noch mehr Frauen erwerbstätig werden oder Ältere in Teilzeit arbeiten. Zudem wanderten noch viele Europäer zu, das Arbeitskräftepotenzial wachse noch immer.

«Die große Frage ist der Export», ergänzte Fratzscher. «Meine größten Sorgen sind eine Rezession in den USA und ein massiver Abschwung in China. Das sind die zwei größten Risiken, nicht der Handelskonflikt, der Brexit oder Italien.» In den Vereinigten Staaten sei eine Rezession nach zehn Jahren Aufschwung überfällig. Es gebe deutliche Anzeichen für einen Abschwung.

Dies drohe auch in China, erläuterte der Ökonom. «Viele Regionen sind verschuldet, die Finanzstabilität ist gefährdet, es gibt die Gefahr einer Immobilienblase.» Eine größere Korrektur sei zu erwarten. «Ein Abschwung in China würde Deutschland hart treffen, noch dazu, wenn er zeitgleich zu einem Abschwung in den USA wäre.»

Fratzscher sprach sich dagegen aus, nun Steuern zu senken. «Steuersenkungen für Unternehmen in einer Boom-Phase sind ökonomisch gesehen das völlig falsche Instrument, auch eine komplette Abschaffung des Soli», sagte der Wirtschaftswissenschaftler. «Das hätte null Effekt, es wäre eine Umverteilung des Staates auf vermögende Haushalte.» Wichtig seien hingegen Investitionen: in digitale Infrastruktur, in Telekommunikation und in Bildung.

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dpa

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Veröffentlicht am:
26. 01. 2019
09:21 Uhr

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dpa

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26. 01. 2019
09:21 Uhr



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