Lade Login-Box.
Fotowettbewerb 2020 zum Digital-Abo
Topthemen: Freies Wort hilftCoronavirus in ThüringenFolgen Sie uns auf Instagram

Wirtschaft

Continental: Gespräche über Kündigungen sehr wahrscheinlich

Die Einschläge kommen immer näher: Schwache Nachfrage und verminderte Produktion aufgrund der Pandemie-Folgen machen auch Conti das Leben schwer. Der Sparkurs könnte jetzt noch einmal verschärft werden.



Continental
Die Corona-Krise macht Continental schwer zu schaffen.   Foto: Julian Stratenschulte/dpa

Der Autozulieferer Continental kommt infolge der massiven Auswirkungen der Corona-Krise voraussichtlich nicht um betriebsbedingte Kündigungen herum.

Bei dem Dax-Konzern läuft bereits ein Stellenabbau wegen des allgemeinen Umbruchs in der Auto- und Maschinenbauindustrie, der möglichst sozialverträglich geschehen soll.

Auch weiterhin gelte das Ziel, eventuell nötige Entlassungen zu minimieren, erklärte Vorstandschef Elmar Degenhart in einer internen Videobotschaft.

Aber die Lage werde zunehmend kritisch: «Wir können aktuell keine Jobgarantien geben. Die Wahrscheinlichkeit, dass wir über Kündigungen sprechen müssen, ist sehr, sehr hoch», sagte der Manager nach Informationen der «Wirtschaftswoche» (Mittwoch).

Es geht demnach um eine mögliche Verschärfung des Sparkurses um mehrere hundert Millionen Euro. «Das wird sehr schmerzhaft. Aber wir haben keine andere Wahl», betonte Degenhart.

Das Unternehmen aus Hannover - nach Bosch weltweit zweitgrößter Lieferant der Autobranche - hatte auf einen starken Impuls durch das Konjunkturprogramm der Bundesregierung gehofft. Auch weil moderne Verbrennungsmotoren aus der Förderung ausgeschlossen wurden, zeigte sich der Conti-Chef enttäuscht: «Wir können von politischer Seite keine Hilfe erwarten.» Das gelte zumindest für die akute, kurzfristige Krisenbekämpfung.

Continental war wegen des stotternden Automarktes schon vor dem Corona-Ausbruch unter Druck geraten und hatte ein großangelegtes Umbauprogramm angekündigt.

Bis zu 20.000 Stellen sollen bis 2029 davon betroffen sein, 500 Millionen Euro an Bruttokosten sollten nach bisherigen Plänen eingespart werden. Es würden «weitere Maßnahmen» geprüft, hieß es.

Im Zuge der Pandemie zeigt sich der Konzern auch bei den Investitionen zurückhaltend. Für das laufende Geschäftsjahr soll mindestens ein Fünftel weniger ausgegeben werden. Im ersten Quartal sank der Gewinn unterm Strich um fast die Hälfte auf 292,3 Millionen Euro, für das zweite Quartal werden rote Zahlen erwartet.

Die ganze Autoindustrie ringt wegen der Pandemie mit eingebrochenen Verkäufen und Überkapazitäten, auch Zulieferer und Reifenhersteller bekommen das zu spüren. Weltweit mussten bei Continental etwa 60 Prozent der knapp 240.000 Beschäftigten ihre Arbeitszeit verringern. Im wichtigen Markt China zieht das Geschäft aber wieder leicht an.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
10. 06. 2020
11:23 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Auto Autobranche Automarkt Dax-Konzerne Managerinnen und Manager Maschinenbau Pandemien Personalabbau Reifenhersteller Verbrennungsmotoren
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Daimler

17.07.2020

Daimler kämpft mit Personaleinsparung gegen Krise

Ein Stellenabbau bei Daimler ist lange bekannt, nur die Größenordnung steht nach wie vor nicht fest. Es geht nun um bis zu 20 000 Beschäftigte. Beim Autoverkauf sah es zuletzt gar nicht so schlecht aus. » mehr

Continental

07.05.2020

Viruskrise drückt Conti-Gewinn um die Hälfte

Das Coronavirus belastet die Autoindustrie stark - und trifft damit auch Zulieferer wie Continental. Am Ende des ersten Quartals ist der Gewinn schon beinahe halbiert. Und es kommt wohl noch heftiger. » mehr

Rückgang bei Neuzulassungen verlangsamt

05.08.2020

Absturz auf dem deutschen Automarkt vorerst gestoppt

Geschlossene Autohäuser und weniger Geld im Portemonnaie: Die Corona-Pandemie hat die Autobranche in eine Absatzkrise gestürzt. Auch aufgrund von Konjunkturmaßnahmen haben sich im Juli die Zahlen etwas erholt. Doch Entwa... » mehr

Bilanz BMW

18.03.2020

Virus legt die Autoindustrie lahm

Zwei Monate nach dem Einbruch von Autoproduktion und Nachfrage in China droht der Industrie jetzt in Europa und Nordamerika das gleiche Szenario. Wie bereits andere Konzerne müssen auch BMW, Porsche, General Motors, Ford... » mehr

Continental

05.03.2020

Konzernumbau und Konjunkturschwäche: Zahlen bei Continental

Für Conti wird 2020 ein entscheidendes Jahr. Der Umbruch zu Software und E-Mobilität kostet viel Geld - und wahrscheinlich auch etliche Arbeitsplätze. Geben die Zahlen aus 2019 ausreichend Rückenwind? » mehr

Autobranche

03.07.2020

Corona-Krise setzt Autobranche weiterhin unter Druck

Die Corona-Krise hat die Autoindustrie in arge Bedrängnis gebracht: Geschlossene Autohäuser und gestörte Lieferketten sorgten im ersten Halbjahr für einen historischen Einbruch bei den Neuzulassungen. VDA-Chefin Müller n... » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Unwetter Meiningen 11.08.20 Meiningen

Starkregen in Meiningen | 11.08.2020 Meiningen
» 4 Bilder ansehen

Lkw mit Gülle an Bord kippt um Meiningen

Mit Gülle beladener Lkw kippt um | 11.08.2020 Meiningen
» 24 Bilder ansehen

Montgolfiade Heldburg

Montgolfiade | Heldburg
» 24 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
10. 06. 2020
11:23 Uhr



^
OK

Diese Webseite verwendet u.a. Cookies zur Analyse und Verbesserung der Webseite, zum Ausspielen personalisierter Anzeigen und zum Teilen von Artikeln in sozialen Netzwerken. Unter » Datenschutz erhalten Sie weitere Informationen und Möglichkeiten, diese Cookies auszuschalten.