Lade Login-Box.
Topthemen: Gebietsreform: Das ändert sich in SüdthüringenMobilität und EnergieFußball-Tabellen

Wirtschaft

Chemie-Industrie verliert an Fahrt

Die konjunktursensible Chemiebranche leidet darunter, dass sich wichtige Industriekunden wie die Autokonzerne zurückhalten. Auch der Handelsstreit unter Trump verunsichert. Ein schlechtes Omen für die Wirtschaft?



Chemische Industrie
Der Verband der Chemischen Industrie VCI teilt Zahlen zur Chemiekonjunktur im dritten Quartal mit.   Foto: Swen Pförtner

Eine schwächelnde Industriekonjunktur in Deutschland und weniger Schwung der Weltwirtschaft belasten die Chemiebranche. Die deutsche Schlüsselindustrie bekam im dritten Quartal die Probleme wichtiger Kunden wie der Autohersteller zu spüren, die in der Abgaskrise stecken.

Wie der Branchenverband VCI erklärte, drückt zudem der internationale Handelsstreit auf die Stimmung. Allerdings verhalfen der Branche steigende Preise für Chemieprodukte noch zu Umsatzzuwächsen in nahezu allen Sparten.

«In der deutschen und europäischen Wirtschaft werden immer stärkere Bremsspuren sichtbar», sagte VCI-Präsident Hans Van Bylen. Bedeutsame Kunden wie die Auto- und Kunststoffindustrie hätten die Produktion gedrosselt, die Nachfrage nach Chemieprodukten werde schwächer. Der Zollstreit zwischen den USA und China sowie der nahende Brexit sorgten überdies für eine wachsende Verunsicherung.

Im dritten Quartal sei die drittgrößte Industriebranche hierzulande mit fast 460.000 Mitarbeitern kaum gewachsen, teilte der VCI mit. Rechne man die boomende Pharmabranche heraus, sei die Produktion gemessen am Vorjahresquartal sogar gesunken.

Vor allem weil die Preise für Chemieprodukte mit dem Anstieg der Ölpreise kräftig kletterten, liefen die Geschäfte insgesamt solide. Rohöl ist der wichtigste Grundstoff der Chemie. Der Umsatz wuchs so um 3,4 Prozent gemessen am Vorjahresquartal, die Produktion stieg unter hoher Auslastung um 2,4 Prozent. Im ersten Halbjahr waren die Wachstumsraten allerdings noch höher gewesen. Die Chemieunternehmen seien mit ihrer Geschäftslage überwiegend noch zufrieden, erklärte der Branchenverband, doch die Erwartungen trübten sich ein.

Während das Auslandsgeschäft - etwa mit den USA - weiter stark lief, wuchs der Umsatz in Deutschland deutlich schwächer. Auch in der EU und in China verlor der Aufschwung an Dynamik, was die zyklische Chemie traf. Als Lieferant für die Auto-, Bau- und Konsumgüterbranche ist sie konjunkturabhängig und ein Signalgeber für die Wirtschaft.

An seiner Prognose für das Gesamtjahr hält der VCI indes fest: Er rechnet mit einem Umsatzwachstum von 4,5 Prozent auf den Rekordwert von 204 Milliarden Euro. Die Produktion soll um 3,5 Prozent zulegen, bei den Erzeugerpreisen wird ein Plus von 1,5 Prozent erwartet.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
07. 11. 2018
11:30 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Autofirmen Branchenverbände Chemikalien als Wirtschaftsgüter und chemische Produkte Chemische Industrie Handelskonflikte Industriekunden Konsumgüterbranche Pharmabranche
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Tarifgespräche in der Chemie- und Pharmabranche

05.09.2018

Chemie-Tarifverhandlungen für 580.000 Beschäftigte vertagt

Die Chemiebranche spürt nach einem Jahresauftakt mit Umsatzrekorden Gegenwind. Konjunkturrisiken verunsichern wichtige Industriekunden. Trübere Aussichten könnten nun die Tarifverhandlungen erschweren. Die erste bundeswe... » mehr

Elbe-Lübeck-Kanal

03.04.2019

Chemiebranche fordert Ausbau der Binnenwasserstraßen

Die deutsche Chemiebranche fordert auch angesichts von Niedrigwasser in Flüssen einen zügigen Ausbau der Binnenwasserstraßen. » mehr

Daimler Hauptversammlung

22.05.2019

Daimler stellt Weichen für die Zukunft

Ein kleines bisschen Wehmut und dann viele trockene Details. Beim Autobauer Daimler endet mit dem Abschied von Dieter Zetsche eine Ära. Und Nachfolger Ola Källenius steht gleich vor einem Megaprojekt. » mehr

Handelsgespräche zwischen China und USA

07.05.2019

USA und China verhandeln trotz Eskalation weiter

Ungeachtet der Androhung neuer US-Zölle will China erst einmal weiter mit den USA reden. Greift Peking aber zu Vergeltungsmaßnahmen, wären auch deutsche Autobauer wie BMW und Mercedes schwer betroffen. » mehr

Volkswagen

09.04.2019

Weiter schwere Flaute am chinesischen Automarkt

Lange war China für deutsche Autobauer Garant für gute Absatzzahlen. Doch seit Monaten zögern die Chinesen beim Autokauf. Das liegt auch am Zollstreit zwischen Peking und Washington - aber nicht nur. » mehr

Osram-Schriftzug

28.03.2019

Düstere Zeiten bei Lichthersteller Osram

Noch vor zwei Jahren hoffte Osram auf eine leuchtende Zukunft. Doch nun wirtschaftet der Beleuchtungshersteller bei trübem Dämmerlicht. Und dabei dürfte auch ein Handelskonflikt eine Rolle spielen. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Schmalkaldener PrachtParade Schmalkalden

Prachtparade Schmalkaden Samstag | 25.05.2019 Schmalkalden
» 31 Bilder ansehen

25. Feuerwehr-Jugendleistungsmarsch in Eisfeld Eisfeld

25. Jugendleistungsmarsch | 25.05.2019 Eisfeld
» 11 Bilder ansehen

Schmalkalden feiert „Am Walperloh“ - Mit dem Schweizer Star-DJ Antoine Schmalkalden

Prachtparade Schmalkalden Freitag | 24.05.2019 Schmalkalden
» 20 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
07. 11. 2018
11:30 Uhr



^
Ändern Einverstanden

Diese Webseite nutzt Cookies für Funktions-, Statistik- und Werbezwecke. In unserer » Datenschutzerklärung können Sie die Cookie-Einstellungen ändern. Wenn Sie der Verwendung von Cookies zustimmen, klicken Sie bitte "Einverstanden".