Topthemen: Gebietsreform: Das ändert sich in SüdthüringenMobilität und EnergieFußball-Tabellen

Wirtschaft

Bund ermöglicht deutliche Erhöhung des Briefportos

Wer Briefe verschickt, wird bald tiefer in die Tasche greifen müssen. Doch wer verschickt im Internetzeitalter überhaupt noch Briefe? Die Briefmenge sinkt Jahr für Jahr. Nun darf sich die Deutsche Post immerhin über die Aussicht auf höheres Porto freuen.



Deutsche Post
Die Pläne für eine kräftige Porto-Erhöhung für Briefe der Deutschen Post stoßen weiter auf scharfe Kritik.   Foto: Monika Skolimowska

Die Bundesregierung hat die Weichen für eine deutliche Erhöhung des Briefportos gestellt. Das Kabinett billigte am Mittwoch eine Änderung der Postentgeltverordnung. Auf Basis der Regelung kann die Post aller Voraussicht nach das Briefporto wesentlich stärker anheben als bisher vorgesehen.

Im Kern ermöglicht die Verordnung einen größeren Preisspielraum für alle regulierten Postprodukte, also auch für Postkarte oder Auslandsbrief. Nach der Rechtsänderung entscheidet die Bundesnetzagentur über einen neuen Preisrahmen. Danach legt die Post das Porto für den Standardbrief und andere Briefarten fest. Vermutlich ab Sommer könnte das neue Porto gelten.

Branchenkreisen zufolge könnte das Porto für einen Standardbrief von aktuell 70 Cent auf 85 bis 90 Cent steigen. Der vorerst letzte Preissprung Anfang 2016 lag nur bei acht Cent.

Wegen der Digitalisierung sinkt die Briefmenge seit Jahren. Um profitabel wirtschaften zu können, pocht die Post angesichts relativ konstanter Kosten auf eine Portoerhöhung. Im europäischen Vergleich ist Porto in Deutschland eher billig.

Die Bundesnetzagentur hatte der Post im Januar eine Portoerhöhung in Aussicht gestellt, die dem Konzern aber nicht genug war. Nun wird dies durch die Änderung der Verordnung ermöglicht. Bei der Portoerhöhung wird die Entwicklung anderer europäischer Postunternehmen als Referenz hinzugezogen - Staatsunternehmen wie die rumänische Post werden jetzt aus dem Referenzrahmen gestrichen, da sie nicht so profitorientiert sind wie private Konkurrenten. Durch die Änderung des Referenzrahmens bekommt die Post nun mehr Spielraum für höhere Preise.

Die Post wertete die Entscheidung positiv - das sei «eine sachgerechte Anpassung an die wirklichen Bedingungen in dem Markt», sagte ein Sprecher der Deutschen Post. Von konkurrierenden Paketdienstleister kam hingegen Kritik. Die Bundesregierung habe damit «wider besseres Wissen Partikularinteressen der Deutschen Post einer vernünftigen Marktentwicklung» vorgezogen - dadurch verschärfe sich die «wettbewerbliche Schieflage», monierte der Branchenverband Biek, der Paketdienste wie Hermes, DPD und GLS vertritt.

Diese Firmen ärgern sich darüber, dass die Deutsche Post DHL mit höheren Brief-Einnahmen auch mehr Geld hat für ihr Paketnetz - der Bonner Konzern führt Brief und Paket gemeinsam in einer Sparte, teilweise tragen dieselben Zusteller beide Sendungsarten aus.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
13. 03. 2019
18:01 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Bundesnetzagentur DHL Deutsche Post AG Internetzeitalter Konzerne Marktentwicklung Postunternehmen Preiserhöhungen Staatsunternehmen Verordnungen
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Paketzustellung

07.03.2019

Deutsche Post muss Gewinnbruch verkraften

Die gelben Transporter der Post sind omnipräsent auf Deutschlands Straßen. Zuletzt lief es für das Unternehmen aber nicht nur rund. Ein Grund: Im Onlinezeitalter sinkt die Briefmenge. Nun gibt sich der Konzern optimistis... » mehr

Post - Briefe

20.02.2019

Post-Konkurrenten laufen Sturm gegen geplante Porto-Erhöhung

Briefmarken werden teurer - das ist schon seit langem klar. Aber wie teuer? Die Portoerhöhung dürfe ruhig kräftig ausfallen - so ein Signal kam unlängst aus Berlin. Das wiederum führt nun zu heftigem Kopfschütteln in der... » mehr

Paket

28.12.2018

Paketversender drehen an Preisschraube

In Deutschland werden immer mehr Pakete verschickt. Bei der Post und anderen Paketdiensten wird das Porto im neuen Jahr teurer. Die Politik will dafür sorgen, dass auch Paketboten etwas vom Boom haben. » mehr

Post

10.03.2019

FDP und Ländervertreter kritisieren geplante Porto-Erhöhung

Wer einen Brief verschickt, muss künftig mehr Porto zahlen. Bitte viel, sagt die Deutsche Post - und wurde ausgebremst von einer Regulierungsbehörde. Doch ein Berliner Ministerium will dem Ex-Staatsmonopolisten helfen. D... » mehr

Deutsche Post

26.02.2019

Post-Kritiker nehmen Briefversand unter die Lupe

Wie schnell ist die Post? Schnell genug, ist die Meinung des Bonner Konzerns. Doch ein Verband, in dem sich Post-Kritiker formiert haben, ist anderer Auffassung. » mehr

Post

21.12.2018

Zahl der Beschwerden über die Post schnellt nach oben

Wer ein Paket oder einen Brief aufgibt, hat eine klare Absicht: Die Sendung soll sicher und schnell beim Adressaten ankommen. Manchmal geschieht das nicht. Der Ärger darüber ist zuletzt stark gewachsen. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Männerballetttreffen Frankenheim Frankenheim

Männerballetttreffen Frankenheim | Frankenheim
» 21 Bilder ansehen

Brand Wohnblock in Suhl Suhl

Wohnblock-Brand Suhl | 20.03.2019 Suhl
» 20 Bilder ansehen

Unfall Veilsdorf Veilsdorf

Unfall B89 Veilsdorf | 18.03.2019 Veilsdorf
» 16 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
13. 03. 2019
18:01 Uhr



^
Ändern Einverstanden

Diese Webseite nutzt Cookies für Funktions-, Statistik- und Werbezwecke. In unserer » Datenschutzerklärung können Sie die Cookie-Einstellungen ändern. Wenn Sie der Verwendung von Cookies zustimmen, klicken Sie bitte "Einverstanden".