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Wirtschaft

Boeing-Chef stellt sich Aktionären: «Fortschritte» bei 737

Nach den Abstürzen zweier 737-Max-Maschinen binnen weniger Monate steht der US-Flugzeugbauer Boeing massiv unter Druck. Nun tritt Konzernchef Muilenburg erstmals seit den Unglücken vor die Aktionäre.



Dennis Muilenburg
Boeing-Vorstandschef Dennis Muilenburg spricht auf der Hauptversammlung in Chicago.   Foto: Jim Young/Pool AP » zu den Bildern

Boeing-Chef Dennis Muilenburg hat sich erstmals seit der Krise im Zuge zweier Flugzeugabstürze öffentlich den Aktionären gestellt.

Bei den Bemühungen um eine Wiederzulassung der mit Flugverboten belegten Unglücksmaschinen der Baureihe 737 Max gebe es «stetige Fortschritte», sagte Muilenburg bei der Hauptversammlung des US-Luftfahrtkonzerns in Chicago. Das Treffen war von Protesten begleitet, bei denen Plakate mit Fotos von Absturzopfern und Forderungen nach Strafen für Boeings Management hochgehalten wurden.

Muilenburg, der nach den Abstürzen zweier baugleicher 737-Max-Maschinen in Indonesien und Äthiopien auch persönlich stark in die Kritik geraten ist, versicherte erneut, dass «Sicherheit die oberste Priorität» für sein Unternehmen sei. Berichte, wonach Boeing Sicherheitsfragen vernachlässigt habe, um die neuen Flugzeuge möglichst schnell auf den Markt bringen zu können, wies er als «schlichtweg nicht wahr» zurück. Einen Rücktritt erwäge er nicht.

Muilenburg erhielt aber auch Rückendeckung, so wählten die Aktionäre alle vom Unternehmen nominierten Kandidaten in den Verwaltungsrat - darunter auch US-Präsident Donald Trumps ehemalige Botschafterin bei den Vereinten Nationen, Nikki Haley. Boeing hatte Haley im Februar überraschend für den Posten aufgestellt. Die 47-Jährige hatte ihr Amt bei den UN Ende Dezember nach zwei Jahren abgegeben. Sie galt zwischenzeitlich als große Hoffnungsträgerin der Republikaner war bereits als künftige Präsidentschaftskandidatin im Gespräch.

Bei den Flugzeugabstürzen waren insgesamt 346 Menschen gestorben. Ein Herstellerfehler bei einer Steuerungssoftware, die eigens für Boeings Neuauflage der 737-Reihe entwickelt wurde, gilt laut ersten Ermittlungsberichten als möglicherweise entscheidende Unfallursache. Boeing arbeitet an einem dringend erwarteten Update der sogenannten MCAS-Software, um bei den Luftfahrtbehörden eine Wiederzulassung der 737-Max-Unglücksflieger zu erreichen. Laut Muilenburg kommt der Konzern voran - insgesamt seien mit dem Software-Fix bereits 146 Testflüge mit etwa 246 Flugstunden durchgeführt worden.

Fast 90 Prozent der 737-Max-Kunden weltweit hätten das Update mittlerweile am Flugsimulator in Aktion gesehen, so Muilenburg. Letztlich ist die Entscheidung, wann die Krisenjets wieder abheben dürfen, aber Sache der US-Luftfahrtbehörde FAA und internationaler Regulierer. Die FAA hält sich zum Thema weitgehend bedeckt. Zuletzt hieß es, die Wiederzulassung könne sich noch Monate hinziehen. Für Boeing und die Airlines ist der Flugstopp eine starke Belastung, wie die Finanzberichte für das erste Quartal jüngst bereits zeigten.

Und die schlechten Nachrichten reißen für den Flugzeugbauer nicht ab. Einem Bericht des «Wall Street Journal» (Sonntag) nach soll Boeing Kunden vergangenes Jahr nicht darüber informiert haben, dass ein Warnsystem für Fehler beim MCAS-Programm deaktiviert worden sei. Angeblich war von Inspektoren unterhalb der FAA-Leitungsebene deshalb bereits im Dezember ein Flugverbot erwogen worden. Boeing teilte dazu lediglich mit, dass das entsprechende Warnsystem, das bisher eine kostenpflichtige Zusatzoption war, künftig Standard bei allen 737-Max-Maschinen sein werde. Die FAA äußerte sich zunächst nicht.

Doch auch von der Luftfahrtbehörde gab es eine weitere schlechte Nachricht für Boeing. Nachdem die «New York Times» vergangene Woche über angebliche Produktionsmängel beim Langstreckenjet 787 «Dreamliner» berichtet hatte, gab die FAA am Montag eine neue Direktive für diese Maschinen heraus, die ab 3. Juni gilt und zusätzliche Sicherheitschecks vorsieht. Dem Zeitungsbericht zufolge hat der Konzern in den vergangenen zehn Jahren wiederholt Hinweise auf Sicherheitsrisiken erhalten, diese jedoch teilweise ignoriert.

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dpa

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Veröffentlicht am:
30. 04. 2019
10:55 Uhr

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30. 04. 2019
10:55 Uhr



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