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Wirtschaft

Boeing-Chef: Corona-Krise wird Luftfahrt jahrelang belasten

Der US-Luftfahrtriese Boeing rechnet angesichts der Corona-Pandemie mit einer langen Leidenszeit. Die Krise werde die Branche um Jahre zurückwerfen, sagt Vorstandschef Dave Calhoun. Zumindest eine gute Nachricht hat Boeing dann doch noch für die Aktionäre.



«Dreamliner»-Produktion
Boeing hatte die Fertigung seines Langstreckenjets vorübergehend ausgesetzt.   Foto: Mic Smith/AP/dpa

Der US-Flugzeugbauer Boeing geht davon aus, dass die Luftfahrtindustrie sich nur sehr langsam von der Corona-Krise erholen wird.

«Wir erwarten, dass es zwei bis drei Jahre dauern wird, bis das Reiseaufkommen wieder das Niveau von 2019 erreicht», warnte Boeing-Chef Dave Calhoun die Aktionäre bei der jährlichen Hauptversammlung des Konzerns. Wegen der Pandemie konnte die Veranstaltung nur im Internet stattfinden.

Bis die Luftfahrtbranche wieder zu ihrem langfristigen Wachstumstrend zurückfinde, dürfe es einige weitere Jahre erfordern, sagte Calhoun. Die Krise sei «anders als alles, was wir jemals erlebt haben» und es sei «schwer einzuschätzen, wann sich die Situation stabilisieren wird». Zu Maßnahmen wie weiteren Sparprogrammen und Stellenabbau, mit denen Boeing auf die Krise reagieren könnte, äußerte sich der Boeing-Chef zwei Tage vor dem Quartalsbericht nicht konkret.

Der Airbus-Erzrivale ist wegen des nach zwei Flugzeugabstürzen mit Startverboten belegten Modells 737 Max ohnehin schon stark angeschlagen, die Folgen der Coronavirus-Pandemie bringen das Unternehmen weiter in Not. Boeing schöpfte Mitte März angesichts der Krise bereits eine 13,8 Milliarden Dollar (12,8 Mrd Euro) schwere Kreditlinie vollständig aus. Der Konzern strich zudem Calhoun und Verwaltungsratschef Larry Kellner bis zum Jahresende das Gehalt, auch Dividendenzahlung und Aktienrückkäufe wurden ausgesetzt.

Zum Zeitplan der Wiederzulassung des Krisenjets 737 Max hielt sich der Boeing-Chef bei der Hauptversammlung bedeckt. US-Medien hatten zuletzt berichtet, dass sich die zur Jahresmitte angestrebte Zertifizierung aufgrund der Corona-Krise weiter verzögern dürfte. Zu der am Samstag abgeblasenen Übernahme der Verkehrsflugzeugsparte des Rivalen Embraer sagte Calhoun, dass ein Punkt erreicht worden sei, ab dem «Verhandlungen nicht länger hilfreich» gewesen seien. Embraer will Schadenersatz und hat ein Schiedsverfahren eingeleitet.

Zumindest eine gute Nachricht hatte Boeing dann doch noch für die Aktionäre: Die aufgrund der Corona-Krise gestoppte Produktion des Langstreckenjets 787 «Dreamliner» soll rasch wieder anlaufen. Der Betrieb in den Werken im US-Bundesstaat South Carolina werde bereits am kommenden Wochenende wieder gestartet, teilte der Konzern in North Charleston mit. Boeing hatte die Fertigung am 8. April wegen der Pandemie vorübergehend ausgesetzt. Inzwischen seien verschiedene Sicherheitsmaßnahmen durchgeführt worden, so das Unternehmen.

Bei Anlegern kam die Ankündigung gut an, die Aktie drehte nachbörslich ins Plus. In der vergangenen Woche hatte Boeing bereits damit begonnen, die Produktion in seinen Fabriken in der Region Puget Sound nahe Seattle im Bundesstaat Washington schrittweise wieder hochzufahren. Wegen eines seit Januar geltenden Fertigungsstopps bei dem mit Flugverboten belegten Unglücksjet 737 Max wird Boeings Produktion insgesamt zunächst jedoch stark eingeschränkt bleiben.

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dpa

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Veröffentlicht am:
28. 04. 2020
02:42 Uhr

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28. 04. 2020
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