Lade Login-Box.
Sommerausklang in Südthüringen zum Digital-Abo
Topthemen: Freies Wort hilftCoronavirus in ThüringenFolgen Sie uns auf Instagram

Wirtschaft

Bald erste EU-Hilfen für Kurzarbeiter in der Corona-Krise

100 Milliarden Euro aus Brüssel sollen den EU-Staaten helfen, Kurzarbeit zu finanzieren. Nach wochenlangem Vorlauf könnte bald das erste Geld fließen.



Antrag auf Kurzarbeitergeld
Zwei Kugelschreiber liegen auf einem Antragsformular für Kurzarbeitergeld.   Foto: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa

Die ersten Hilfen aus Brüssel zur Finanzierung von Kurzarbeit in der Corona-Krise sollen in wenigen Wochen fließen.

«Die ersten Kredite könnten nach dem Sommer in den Mitgliedsstaaten ankommen», sagte EU-Kommissionsvize Valdis Dombrovskis. Eine erhebliche Zahl von EU-Staaten habe Interesse an den insgesamt 100 Milliarden Euro, die dafür bereitstehen. Dombrovskis sagte aber nicht, welche Staaten das sind.

Das Kurzarbeiterprogramm Sure gehört zum ersten Corona-Hilfspaket im Umfang von insgesamt 540 Milliarden Euro, das die EU-Staaten im April vereinbart hatten. Es sind ausschließlich Kredite. Die beiden anderen Elemente sind ein Unterstützungsfonds für den Mittelstand bei der Europäischen Investitionsbank, der 200 Milliarden Euro mobilisieren soll, sowie spezielle Pandemie-Kredite aus dem Eurorettungsschirm ESM im Umfang von bis zu 240 Milliarden Euro.

Der Stand der Umsetzung des Pakets war Thema einer Sitzung der EU-Wirtschafts- und Finanzminister, die am Freitag erstmals unter Leitung von Bundesfinanzminister Olaf Scholz tagten. Scholz sagte zu der Frage, warum Krisenstaaten bisher die Hilfe des ESM noch nicht genutzt haben, man könne das niemandem empfehlen oder vorschreiben. Für viele Staaten sei es zunächst einmal eine beruhigende Botschaft, dass es die Hilfen gebe.

Vor allem Italien zögert trotz der großen Pandemiefolgen, weil der ESM seit strikten Sparvorgaben in der Finanzkrise einen schlechten Ruf hat. Dombrovskis unterstrich aber noch einmal, dass die Pandemie-Hilfen an keine Bedingungen geknüpft seien. Weil die ESM-Kredite extrem billig sind, könnte gerade Italien Hunderte Millionen Euro an Zinsen pro Jahr sparen, betonte der Kommissionsvizepräsident.

Scholz hatte vor dem Treffen vorgeschlagen, die Corona-Krise als Chance für einen umfassenden Neustart Europas zu nutzen. Das sei eine historische Gelegenheit, sagte der SPD-Politiker. «Wir wollen dies zu einem Wendepunkt für die Europäische Union machen.»

Er drang auf eine schnelle Einigung des zweiten Corona-Hilfspakets - eines 750 Milliarden Euro starken Wiederaufbauprogramms im Rahmen des nächsten siebenjährigen EU-Haushalts. Zudem werde sich Deutschland für eine gerechtere Besteuerung sowie für eine stärkere Banken- und Kapitalmarktunion einsetzen.

© dpa-infocom, dpa:200710-99-747069/2

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
10. 07. 2020
15:17 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Bundesfinanzminister Europäische Union Finanzminister Krisenländer Milliarden Euro Olaf Scholz Politikerinnen und Politiker der SPD Staaten Valdis Dombrovskis
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Finanzminister Olaf Scholz

09.06.2020

Hürden vor dem EU-Corona-Aufbauplan

Jetzt geht es ums Kleingedruckte: Die EU-Staaten suchen einen Kompromiss für ihren Plan zur wirtschaftlichen Erholung nach der Pandemie. In wenigen Wochen soll die Einigung stehen - für die EU ist das Lichtgeschwindigkei... » mehr

Paolo Gentiloni

07.07.2020

EU-Prognose: Corona-Rezession noch tiefer als befürchtet

Auch wenn die Wirtschaft wieder langsam anläuft: Der Schaden der Pandemie war noch größer als gedacht. So hält es die EU-Kommission in ihrer Sommerprognose fest. Und sieht noch weitere Risiken. » mehr

Paschal Donohoe

09.07.2020

Paschal Donohoe wird Chef der Eurogruppe

Mit erst 45 Jahren übernimmt der irische Finanzminister Paschal Donohoe einen der mächtigsten Posten in Brüssel. Mitten in der Corona-Krise wartet viel Arbeit auf ihn. » mehr

Finanzminister Olaf Scholz

11.09.2020

Scholz gibt Steuer auf Finanzgeschäfte nicht auf

Bislang blitzte Finanzminister Scholz mit seiner Idee einer Aktiensteuer bei seinen EU-Kollegen ab. Dabei könnten die Einnahmen EU-weit gut zur Tilgung von Corona-Schulden genutzt werden, betont der SPD-Politiker. » mehr

Olaf Scholz

24.07.2020

Das Wirecard-Debakel: Scholz will in die Offensive kommen

Finanzminister Scholz gilt als möglicher SPD-Kanzlerkandidat. Doch im Fall Wirecard ist er unter Druck geraten. Nun prescht der SPD-Politiker mit einem Reformentwurf vor. Doch der überzeugt selbst in der Koalition nicht ... » mehr

Olaf Scholz

23.07.2020

Wirecard-Skandal: Scholz will Finanzaufsicht neu aufstellen

Der Skandal um den Dax-Konzern Wirecard hat sich ausgeweitet. Unter Druck geraten sind auch die Aufsichtsbehörden und die Bundesregierung. Finanzminister Scholz will nun Konsequenzen ziehen. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Unfall Blankenhain Blankenhain

Mann von Transport überrollt | 01.10.2020 Blankenhain
» 13 Bilder ansehen

SEK schießt Mann in Lengfeld an Lengfeld

SEK-Einsatz Lengfeld | 29.09.2020 Lengfeld
» 16 Bilder ansehen

Gebäudebrand Hildburghausen Hildburghausen

Gebäudebrand Hildburghausen | 29.09.2020 Hildburghausen
» 14 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
10. 07. 2020
15:17 Uhr



^