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Wirtschaft

Bahn-Tickets für Fernzüge kaum teurer, sanierte Bahnhöfe

Die Bundesregierung will Bahnfahren mit niedrigeren Steuern attraktiver machen - das soll auch dem Klimaschutz dienen. Neue Zahlen zeigen: Ferntickets haben sich in den vergangenen Jahren kaum verteuert. Anders sieht es bei den Pendlern im Nahverkehr aus.



Fernzüge
Die im Schnitt kaum gestiegenen Preise für Ferntickets der Bahn sollen ab Januar billiger werden.   Foto: Christoph Soeder/dpa

Deutlich teurere Bahntickets für Pendler im Nahverkehr, aber kaum gestiegene Preise für längere Distanzen. Beim Blick auf die Kosten von Zugfahrten fällt das Bild für Millionen Bahnfahrer in Deutschland geteilt aus.

So mussten die Bundesbürger im Fernverkehr in den vergangenen vier Jahren nur Preissteigerungen von 1,3 Prozent verkraften, berichtete das Statistische Bundesamt. Im Nahverkehr der Deutschen Bahn kletterten die Preise indes um 14 Prozent und damit kräftiger als die allgemeine Inflation.

Die Wiesbadener Statistiker haben die Preisentwicklung für mehrere Verkehrsmittel zwischen November 2015 und November 2019 verglichen. Demnach sind insbesondere Reisen mit Fernbussen deutlich teurer geworden - um satte 15,4 Prozent.

Ebenso wie im Bahn-Nahverkehr stiegen die Preise dort deutlich stärker als die Verbraucherpreise in dem Zeitraum (5,6 Prozent). Kräftig verteuerten sich auch Tickets für den Öffentlichen Personennahverkehr (Bus und Bahn in Verkehrsverbünden) mit plus 8,1 Prozent. Inlandsflüge haben sich nach Beobachtungen der Testkäufer dagegen um 2,9 Prozent verbilligt.

Zwar sind Fernverkehrstickets gerade am Wochenende stark nachgefragt und oft entsprechend kostspielig. Doch viele Bahnfahrer nutzen eine Bahncard für Rabatte oder nutzen abseits von Stoßzeiten Sparpreise. Den regulären Preis zahlt nur eine Minderheit der Bahnfahrer. Die Aufschläge im Nahverkehr dürften allerdings viele Pendler schmerzen.

Während der Weihnachtstage sind in diesem Jahr deutlich mehr Fahrgäste mit der Deutschen Bahn gefahren als im vergangenen Jahr. Vom 20. bis einschließlich zum 26. Dezember registrierte der Konzern nach dpa-Informationen rund 2,8 Millionen Reisende. Das waren rund 15 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Rund 86 Prozent der Züge waren demnach in diesen Tagen pünktlich. Am 24. sowie am 26. Dezember lag die Pünktlichkeitsquote bei mehr als 90 Prozent. Als verspätet gilt ein Zug, wenn er mindestens sechs Minuten hinter dem Plan am Ziel ankommt.

Die im Schnitt kaum gestiegenen Preise für Ferntickets der Bahn sollen ab Januar billiger werden. Im Klimapaket der Bundesregierung ist festgeschrieben, die Mehrwertsteuer im Fernverkehr ab Neujahr von 19 auf 7 Prozent zu senken - ebenso wie im Nahverkehr, wo schon 7 Prozent Mehrwertsteuer gilt. Die Bahn will den Vorteil an die Kunden weitergeben: Die Ticketpreise im Fernverkehr fallen ab Januar um rund 10 Prozent. «Wir sind sicher, dass sich die Preis-Wahrnehmung der Bahn damit entscheidend wandelt», erklärte ein Bahn-Sprecher am Freitag. Fernverkehrstickets gebe es ab Januar schon ab 17,90 Euro.

Der bundeseigene Konzern erwartet mit der Absenkung der Mehrwertsteuer im Fernverkehr ein jährliches Plus von fünf Millionen Fahrgästen. Damit würde die Zahl der Reisenden im Fernverkehr weiter stark wachsen: 2018 nutzten fast 133 Millionen Fahrgäste die Bahn für längere Strecken in Deutschland, das waren fast 14 Prozent mehr als 2015 (fast 117 Millionen). Zum Vergleich: Ins Flugzeug an deutschen Hauptverkehrsflughäfen stiegen 2018 etwa 24 Millionen Menschen.

Die Deutsche Bahn will in den kommenden Jahren mehr als zwölf Milliarden Euro in den Ausbau und die Modernisierung der Fahrzeugflotte investieren. Damit sollen die Kapazitäten steigen. Die Bahn hat nach wie vor große Probleme mit der Pünktlichkeit der Züge und mit Engpässen im Netz. In diesem Jahr hat die Bahn außerdem 1,3 Milliarden Euro investiert, um 650 Bahnhöfe zu sanieren.

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dpa

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Veröffentlicht am:
27. 12. 2019
13:56 Uhr

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27. 12. 2019
13:56 Uhr



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