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Bahn-Tarifrunde noch nicht auf der Zielgeraden

In der Tarifrunde bei der Bahn geht es in kleinen Schritten voran. Die dicken Brocken liegen noch vor den drei Verhandlungsparteien. Das Wahlmodell für Lohn oder Urlaub könnte zum Stolperstein werden.



DB-Mitarbeiter
Zwei Servicemitarbeiter der Deutschen Bahn in Frankfurt am Main.   Foto: Andreas Arnold

In den Tarifverhandlungen für rund 160.000 Beschäftigte der Deutschen Bahn haben sich Arbeitgeber und die beiden Gewerkschaften am Freitag langsam an ein Ergebnis herangetastet.

Bis zum Nachmittag hatten die entscheidenden Gespräche über die künftige Einkommenshöhe noch nicht begonnen. Die Tarifexperten der Bahn verhandelten an getrennten Orten in Hannover abwechselnd mit der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) sowie der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL).

Wie Sprecher aller drei Parteien sagten, gingen die Delegationen Punkt für Punkt die umfangreichen Forderungskataloge der Gewerkschaften durch. Mit der EVG wurde zuletzt über Regelungen für Mitarbeiter diskutiert, die bei der Neuvergabe eines regionalen Streckennetzes von einem zum anderen Bahnbetreiber wechseln. Mit der GDL ging es vor allem um die Schichtpläne von Lokführern und Zugbegleitern. Die Lokführergewerkschaft dringt für ihre Leute auf eine besser planbare Freizeit als bisher.

Beide Gewerkschaften sind mit der Forderung nach 7,5 Prozent höheren Einkommen in die Verhandlungen gegangen, wobei die GDL dies auf eine Vertragslaufzeit von 24 Monaten bezog. Die Bahn wollte erst dann ein «Gesamtangebot» an beide Gewerkschaften vorlegen, wenn andere wichtige Fragen geklärt sind.

So hatten sich Bahn und EVG in der vorherigen Runde bereits auf Mietzuschüsse für Auszubildende, eine Vergütung von Reisezeiten zum Arbeitsplatz, die Verlängerung der Altersteilzeit und beim Komplex Digitalisierung der Arbeitswelt verständigt.

Noch nicht geeinigt hatte man sich hingegen auf die geforderte höhere Studien- und Ausbildungsvergütung und einen höheren Arbeitgeberanteil für die betriebliche Altersvorsorge.

Ein schwieriger Verhandlungspunkt in der Schlussrunde dürfte das von der EVG verlangte Wahlmodell für die nächste Lohnerhöhung sein: Die Arbeitnehmer sollen demnach statt des Geldes auch mehr Urlaub oder eine kürzere Arbeitszeit wählen können. Eine solche Regelung gibt es bereits seit Anfang 2018 für die jüngste Lohnerhöhung. Mit einer Ausweitung des Wahlrechts hätte die Bahn Probleme, weil dies den Personalmangel im Unternehmen verschärfen würde.

Die EVG hatte mit einem Abbruch der Gespräche und «weiterreichenden Aktionen» gedroht, falls in dieser Runde keine Einigung gelingen sollte. Sie vertritt in der Tarifrunde rund 160.000 Beschäftigte der Deutschen Bahn im Inland. Die kleinere GDL verhandelt für einen Teil davon - rund 36.000 Beschäftigte des Zugpersonals, darunter vor allem Lokführer, Zugbegleiter und Bordgastronomen.

Bahn-Personalvorstand Martin Seiler hatte von Anfang an als Ziel genannt, möglichst mit beiden Gewerkschaften «für gleiche Berufsgruppen auch zu vergleichbaren Ergebnissen zu kommen».

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Veröffentlicht am:
07. 12. 2018
16:47 Uhr

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