Lade Login-Box.
Topthemen: Landtagswahl 2019Freies Wort hilftFolgen Sie uns auf InstagramSport-Tabellen

Wirtschaft

Bahn: Industrie muss mehr Digitaltechnik liefern

Mehr Zuverlässigkeit und mehr Platz auf der Schiene, ohne zusätzliche Gleise - das verspricht sich die Bahn von der Digitalisierung. Doch bis dahin muss noch einiges passieren.



ICE
Passagierrekord: 2018 fuhren trotz Zugausfällen und Verspätungen rund 148 Millionen Reisende mit Fernverkehrszügen.   Foto: Jan Woitas

Mit Milliarden-Investitionen in Digitaltechnik will die Deutsche Bahn Zugverspätungen bekämpfen und mehr Platz auf der Schiene schaffen.

Allerdings fehlt zum Teil das passende Angebot. «Mein Eindruck ist, dass die Forschungskapazitäten in der deutschen Wirtschaft dafür durchaus erhöht werden können», sagte Infrastrukturvorstand Ronald Pofalla der Deutschen Presse-Agentur.

Statt Systemangeboten für die Fahrzeuge biete die Industrie nur «individuelle Manufakturleistungen». Die Bahn gründe deshalb eine Digitalgesellschaft, um gemeinsam mit der Industrie Lösungen zu entwickeln. «Das kann eine der europäischen Leuchtturm-Industrieprojekte der nächsten 20 Jahre werden», sagte Pofalla. «Wir glauben, dass wir in zwei, zweieinhalb Jahren diese Produkte entwickeln können.»

Im digitalen Schienennetz gibt es keine klassischen Signale mehr. Leit- und Sicherungstechnik basieren auf Funk und Sensoren. Hinzu kommen digitale Stellwerke. «Damit können wir bis zu einem Drittel zusätzliche Kapazität gewinnen», sagte Pofalla mit Blick auf die 2020er Jahre. Zusätzliche Gleise seien dafür nicht nötig. Personen- und Güterzüge könnten in dichterer Folge fahren als bisher.

«Der Fahrgast spürt es daran, dass sich die Zuverlässigkeit des Systems deutlich erhöht», sagt Pofalla. «Das beste Beispiel ist die weitestgehend digitalisierte Strecke Berlin-München.» Mehr als 80 Prozent der Fernzüge seien dort pünktlich, die Störungen gehen deutlich gingen zurück. Um in den nächsten 20 Jahren das komplette Netz und die Züge auf die Leittechnik ETCS (European Train Control System) umzustellen, wären nach einem Gutachten 28 Milliarden Euro nötig.

Die Bahn hat zunächst fünf Streckenabschnitte als Digitalprojekte vorgenommen - neben Berlin-München die Hochgeschwindigkeitsstrecke Frankfurt-Köln und der Raum Stuttgart, wo der Konzern vieles neu baut. Hinzu kommen die Güterkorridore von Rotterdam nach Genua und von Skandinavien Richtung Italien. 570 Millionen Euro plant die Bundesregierung bis 2023 dafür ein, bis 2025 wäre darüber hinaus eine knappe Milliarde notwendig, sagte Pofalla.

Störungen im Netz will die Bahn auch verhindern, indem sie unter dem Schlagwort «PlanRadar» ihre Daten besser verknüpft. «Wir wollen Probleme schon Tage früher vorhersagen und so die Einschränkungen deutlich reduzieren, weil wir auf diese präventiv reagieren können.» Daten aus dem Bahnbetrieb würden mit Wetterdaten verknüpft. «So konnten wir uns in diesem Jahr zum ersten Mal auf vorhergesagte Stürme noch besser vorbereiten und dadurch den Bahnbetrieb schneller wieder hochfahren.»

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
07. 04. 2019
10:03 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Bahngleise Deutsche Bahn AG Deutsche Presseagentur Digitalisierung Digitaltechnik Ronald Pofalla Störungen und Störfälle Zugverspätungen
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Reisende

25.07.2019

Bahngewinn sackt trotz steigender Fahrgastzahlen ab

Pünktlichkeit und ein marodes Schienennetz: Die Bahn hat weiter mit den üblichen Problemen zu kämpfen. Mit massiven Investitionen versucht sie, diese in den Griff zu bekommen. Doch das wird viele Jahre dauern - und schaf... » mehr

Defekte Klimaanlage im ICE

02.07.2019

Viele Verspätungen - Hitze-Juni bremst Bahn aus

Bäume stürzen um, Regenmassen unterspülen Gleise, es brennt an der Strecke: Züge ans Ziel zu bringen, war in den vergangenen Wochen nicht immer einfach. Die Bahn hat aber auch eine gute Nachricht. » mehr

Defekte Klimaanlage im ICE

29.07.2019

Pünktlich trotz Hitze: Wie die Bahn Störungen vorbeugen will

Die Bahn will pünktlicher werden. Dass Zugausfälle und Verspätungen auch von Hitze verursacht werden können, zeigte sich erst kürzlich wieder. Die Bahn sucht Wege, um das Schienennetz zu schützen. » mehr

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer

20.10.2019

Verkehrsminister setzt Bahnchef Ultimatum für Verbesserungen

Verspätungen, überfüllte Züge und ein marodes Schienennetz - die Bahn kämpft mit Problemen. Verkehrsminister Scheuer macht mit einem neuen Brief jetzt Druck auf den Bahnchef. Mit Druck von oben kennt der Minister sich au... » mehr

Deutsche Bahn

04.04.2019

Bahn-Vorstand erwartet mehr Bundesgeld für Schienennetz

Für Zugverspätungen gibt es viele Gründe, einer davon sind Baustellen. Gebaut werden aber muss, denn das Netz hat es nötig. Damit das die Züge weniger bremst, hat die Bahn Ideen. Die sind aber nicht billig. » mehr

Arriva in Großbritannien

28.03.2019

Trotz Fahrgastrekords im Fernverkehr: Bahn-Gewinn bricht ein

Für Reisende sind Zugverspätungen und Ausfälle nervig. Das haben sie 2018 häufig erlebt. Sie scheinen dem Staatskonzern dennoch nicht den Rücken zu kehren. Dessen Finanzlage aber wird immer angespannter. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Der Verhocktenumzug zum Abschluss der Kirmes in Tiefenort

Verhocktenumzug Tiefenort |
» 25 Bilder ansehen

Grenzgedenkstätte Point Alpha Rasdorf

Point Alpha Gedenkstätte | 20.10.2019 Rasdorf/Geisa
» 14 Bilder ansehen

Baumesse Suhl

Baumesse Suhl | 19.10.2019 Suhl
» 18 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
07. 04. 2019
10:03 Uhr



^