Lade Login-Box.
Sommerausklang in Südthüringen zum Digital-Abo
Topthemen: Freies Wort hilftCoronavirus in ThüringenFolgen Sie uns auf Instagram

Wirtschaft

BMW zeigt neues Flaggschiff iNext

Im Wohnzimmer auf Reisen gehen - das stellt BMW mit seinem SUV iNext ab 2021 in Aussicht. In China und Amerika will der Konzern damit viel Geld verdienen. Doch es gibt auch Zweifel, ob die Rechnung aufgeht.



Zukunftsauto iNext
BMW stellt sein elektrisches und autonomes Model der Zukunft vor, den BMW iNext.   Foto: Enes Kucevic/BMW

BMW hat sein neues Flaggschiff vorgestellt: Der iNext ist ein vollelektrisch und hochautonom fahrendes SUV mit neuem Design.

Als Serienmodell kommt er zwar erst 2021. Aber so überließen die Münchner die Bühne nicht allein den Konkurrenten Mercedes und Audi, die gerade die Premieren ihrer ersten elektrischen SUVs feiern.

«Die Hersteller beäugen sich sehr stark», sagt der Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer von der Universität Duisburg-Essen. «Mercedes hat seinen EQC vorgestellt, sofort hat Audi den Produktionsstart für seinen e-tron angekündigt.» Die beiden Rivalen seien hier einen Tick schneller als BMW: «Sie zeigen richtige Autos, da läuft die Produktion jetzt schon an, die kommen 2019 auf den Markt.»

Allerdings versteht BMW den iNext als großen Sprung - als «Zukunftsbaukasten» des Konzerns. So soll der Fahrer das Lenkrad auch lange Zeit völlig dem Auto überlassen können: «Wir garantieren Level 3. Technik für Level 4 ist aber schon im Auto», sagte Entwicklungsvorstand Klaus Fröhlich in München. Das erkläre auch, warum der Wagen erst 2021 in Serie geht: «Die Herausforderungen beim autonomen Fahren sind enorm», betonte er auch mit Blick auf Unfälle anderer Hersteller. Zudem seien im Jahr 2021 Batterien für 750 Kilometer Reichweite verfügbar.

Die Insassen des über weite Strecken selbstfahrenden Autos sollen sich wie in einem Wohnzimmer fühlen - mit Parkettboden, versenkten Pedalen und dreibeinigen Sesseln vorne, einem asymmetrischen Sofa und Teppichfußboden hinten sowie einem Kaffeetisch mitten im Auto. Die Frontscheibe geht in ein Panoramadach über, der Verzicht auf die Mittelsäule zwischen den Türen eröffnet einen großen Ausblick.

«Wir wollten einen neuen Lieblingsplatz schaffen», sagte Designer Matthias Junghanns. Das Auto ist voll mit Technik. Aber sie ist fast unsichtbar, das meiste wird mit Sprache und einfachen Gesten gesteuert. Wie die Konkurrenz sieht auch BMW den Hauptmarkt für solche fünf Meter langen E-SUVs in den USA und China. In München, New York, San Francisco und Peking wurde der iNext Journalisten vorgestellt - an Bord eines Frachtflugzeugs, in dem dafür eine 30 Tonnen schwere Showbühne installiert wurde.

Dudenhöfer meint: «Studien sind schön, Realität ist noch schöner. Bis BMW kommt, sind alle anderen schon da.» Der elektrische Jaguar i-Pace fahre heute im Alltag schon gut 500 Kilometer. «Jetzt kommen Mercedes und Audi. Bei den Chinesen kommt 2019 Byton mit seinem elektrischen SUV, der zusätzlich vollautomatisch fahren kann, die neue Marke NIO hat ihren ES8 schon in der Produktion, Geely bringt mit der Marke Lynk&Co elektrische SUVs, die Volvo-Tochter Polestar startet 2019 mit dem Elektroauto Polestar 2 mit 560 Kilometern Reichweite - und, und, und.» Für BMW sieht er eine Gefahr: «Wenn man als Premium-Hersteller zu lange wartet, besteht die Gefahr, beim Premium-Anspruch Punkte einzubüßen.»

Auf der anderen Seite könne man sich auch übernehmen, wie Probleme bei Tesla zeigten. «Tesla läuft die Zeit davon. Die Amerikaner müssen beim Model 3 jetzt liefern und Gewinn machen», sagt Dudenhöffer.

Ob die Infrastruktur reicht, ob die Kunden zögern oder zugreifen - die Politik macht Druck auf die Autohersteller. In China müssen schon im nächsten Jahr 10 Prozent der neu verkauften Autos elektrifiziert sein. «Und 2021 wird es ernst, dann kommen die neuen CO2-Ziele in der EU», sagt Dudenhöffer. «BMW braucht in Europa dann 100.000 vollelektrische Autos, um Strafzahlungen zu vermeiden, ebenso wie Daimler.»

Veröffentlicht am:
16. 09. 2018
10:45 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Audi Autofirmen BMW Daimler AG Elektroautos Ferdinand Dudenhöffer Fremdenverkehr Konzerne Produktionsunternehmen SUVs Sessel Tesla Motors Universität Duisburg-Essen Windschutzscheiben Wohnzimmer
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Geplante Tesla-Fabrik bei Berlin

24.07.2020

Tesla: Eigene Batterieproduktion für Fabrik in Grünheide

Manche deutschen Autohersteller steigen selbst in die Produktion von Batteriezellen ein, manche kaufen sie zu. Tesla-Chef Musk sagt, wie die Pläne seines Unternehmens für die Fabrik bei Berlin sind. » mehr

Internationale Automesse in Peking

27.09.2020

Experten warnen: Deutsche zu langsam mit E-Autos in China

Auf der Automesse in Peking präsentiert sich China als Leitmarkt für Elektromobilität. Die Regierung fördert E-Autos, beschränkt Benziner. Aber fehlen deutschen Autobauern noch die richtigen Produkte? » mehr

Tesla

13.07.2020

Branchenschreck: Was ist dran am Tesla-Hype?

Als wertvollster Autohersteller ist Tesla ein Star der Finanzwelt. Aber auch technologisch bekommt das Unternehmen von Elon Musk ein immer größeres Gewicht. Etablierte Anbieter wie Volkswagen, BMW & Co. müssen achtgeben,... » mehr

Corona-Krise kostet Autobranche weltweit Milliarden

09.09.2020

Studie: Corona-Krise kostet Autobranche weltweit Milliarden

Umsätze stürzen ab, weltweit prägen rote Zahlen die Autobranche - aber nicht bei allen. Einige Konzerne kommen deutlich besser durch die Krise als andere, wie eine Studie zeigt. » mehr

Türkische Flagge auf Motorhaube

01.07.2020

Wegen Corona stoppt VW Pläne für neues türkisches VW-Werk

Erst sah es so aus, als sei der Zuschlag an die Türkei für die neue Nahost-Fabrik des VW-Konzerns nur noch Formsache. Dann mehrten sich Bedenken wegen Ankaras Syrien-Politik und der Menschenrechtslage im Land. Die Absage... » mehr

Prämie für Autokäufer strittig

04.05.2020

Autoländer rufen gemeinsam nach Kaufprämien

Einen Zuschuss für Autokäufer, bezahlt mit Steuergeld - das fordern die Autokonzerne und die Betriebsräte. Unterstützung bekommen sie jetzt von den Ministerpräsidenten der Länder, wo die größten Werke stehen. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Oldtimerteilemarkt Suhl Suhl

Oldtimer-Teilemarkt Suhl | 27.09.2020 Suhl
» 44 Bilder ansehen

Wohnungsbrand HBN Hildburghausen

Brand Hildburghausen | 27.09.2020 Hildburghausen
» 21 Bilder ansehen

Schwarzbiernacht mit Remode Suhl

Schwarzbiernacht Remode | 26.09.2020 Suhl
» 79 Bilder ansehen

Autor

dpa

Kontakt zur Redaktion

Veröffentlicht am:
16. 09. 2018
10:45 Uhr



^